Beamten-Dienstrecht

Höhere Bezüge für Beamte mit Bachelor-Studium

25. September 2011, 17:59
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    foto: apa/hochmuth

    Will Ansporn für weitere Ausbildung von Akademikern im zweiten Bildungsweg liefern: Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek.

Wenn ein öffentlich Bediensteter ein berufsbegleitendes Studium absolviert, dann bleibt er mit Bachelor-Abschluss als Maturant eingestuft

Wien - Wer frisch von der Uni kommt und sich um einen der raren Jobs im öffentlichen Dienst bewirbt, wird der Funktion entsprechend eingestuft und entlohnt, wenn er oder sie die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt. Anders ist es bei Beamten, die schon länger dem Staat dienen: Da orientieren sich die Einstufungen noch an alten Schemen, die den Studienabschluss mit dem Bakkalaureat nicht kennen.

Maturanten sind traditionell als B-Beamte, Magistri und Doktores als A-Beamte eingestuft - und wenn ein Staatsdiener auf dem zweiten Bildungsweg ein Bachelor-Studium absolviert, bringt das außer dem akademischen Titel gar nichts. Das trifft inzwischen auf 250 Beamtinnen und Beamte zu - wobei das Problem seit Jahren bekannt und in einer von Beamtenministerium und Beamtengewerkschaft beschickten Arbeitsgruppe breit diskutiert worden ist. Drei Modelle wurden entwickelt, keines war mehrheitsfähig.

Die zuständige Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) will die Sache nun zu einem guten Ende bringen und Bachelors im Zuge der Dienstrechtsnovelle einen höheren Status geben: Ihr neuer Vorschlag sieht vor, dass für Bachelor-Absolventen - unter der Voraussetzung, dass sie auf einer Stelle verwendet werden, die eine akademische Ausbildung erfordert - eine eigene Einstufung A1a geschaffen wird, die einkommensmäßig zwischen Maturanten und Absolventen eines Master-Studiums liegt. Die Bachelors würden also als "Schmalspur-Akademiker" behandelt, wie es im Beamtenjargon heißt.

"Die Lösung als Zwischeneinstufung bei diesen 200 bis 300 betroffenen Beamtinnen und Beamten ist uns deshalb wichtig, da für diese auch weiterhin ein Anreiz bestehen soll, einen Master-Abschluss zu erwerben", sagt Heinisch-Hosek. Dem Standard erklärte sie, dass künftig auch einem Bachelor-Absolventen alle Karrieren bis zur Sektionsleitung offenstehen sollen.

Leutnante als Akademiker

Die korrekte Einstufung von Bachelors ist nicht das einzige Problem, das Akademiker im öffentlichen Dienst haben. Als 1997 in Österreich Fachhochschullehrgänge eingerichtet wurden, hat die Theresianische Militärakademie (mit dem Gründungsjahr 1751 die älteste derartige Einrichtung) ihre neuen Absolventen mit dem Titel "Mag. (FH)" ausgestattet.

Kurioserweise wird dieser akademische Abschluss überall im öffentlichen Dienst anerkannt, nur nicht im Verteidigungsressort: Dort gilt ein MilAk-Absolvent eben nur als Leutnant, was einem B-Posten entspricht. Generalstabsoffiziere sind A-Beamte, ihnen wurde sicherheitshalber im Nachhinein ein Magistertitel verliehen. Um die Peinlichkeit nicht allzu groß werden zu lassen, wurde die Ausbildung an der MilAk von acht auf sechs Semester verkürzt und zu einem "Fachhochschul-Bachelorstudiengang Militärische Führung" zurückgestuft. (Conrad Seidl, DER STANDARD; Printausgabe, 26.9.2011)

Kommentar posten
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odin63
00
18.11.2011, 08:01
Wären dann nicht auch Abgänger einer berufsbildenden höheren Schule besser einzustufen?

Vom Bildungsstand wären diese ungefähr gleich einem Bachelor sind aber alle in A2 eingestuft wie jeder andere Maturant und wenn er auch nur die Abendmatura nachgemacht hat.

Daskleineichbinich1
00
24.11.2011, 09:05
Nein, den als Absolvent einer berufsbildenden öheren Schule

musst du noch drei bzw. 4 Jahre studieren, um einen Bachelorgrad zu erreichen.

Nach deiner Logik, wäre demnach die BHS Matura einem Hauptschulabschluss gleichzusetzen.

Maria M1
00
17.11.2011, 16:15
von a nach b

viele akademiker im öffentlichen Dienst werden als B eingestuft, damit man Ihnen weniger zahlen muss oder sie werden gar nicht eingestellt, da man ihnen mehr zahlen müsste!

selbst-denker
00
17.11.2011, 15:25
trotzdem

muss ich sagen, dass auch der magistertitel nicht allzu viel aussagt, weil er nicht besonders schwer zu erhalten ist und vor allem kopflastig. im endeffekt kommt es doch auf die intelligenz, flexibiltät, kreativität, teamfähigkeit und belastbarkeit an. und da gibt es keinen akademischen abschluss, der das sozusagen garantiert, was nicht nur politikerInnen bei uns beweisen ...

Mostbluzza
01
8.11.2011, 10:44
mit vitamin B

ist das alles wurscht.

da wird sogar ein nicht-polizist polizeipräsident.

alles geht in diesem tollen land. aber das sind nur ausnahmen. aber so gross ist öst. auch wieder nicht.

mit der richtigen partei, den richtigen freunden kann man hier schneller raufkommen als in amerika. nur mit der grossen kohle happerts ein bissl ... aber das, wissen wir nun, ist auch lösbar.

No, we can't!
00
3.11.2011, 23:51
Und das ist auch richtig so!

Ein Bachelor ist ein Schmalspur-Akademiker! Ungefähr so viel wert wie ein Diplom der Kinder-Uni in den Ferien ....

Im Gegenteil - da wär noch zu hinterfragen, wie jemand während der Dienstzeit ein Studium unterbringt. In der Privatwirtschaft ist das bei Fulltime nämlich nicht möglich!

collector1
00
5.11.2011, 11:01

Ein Bachelor ist ein Studium an einer tertiären Bildungseinrichtung mit mindestens 6 Semestern Studiendauer. Dies sind min. 180 ECTS Punkte. Wobei meiner Ansicht nach das Praxissemester an FH´s ein Problem darstellt, da hier keine wirklichen Studieninhalte vermittelt werden. Früher hat ein Studium an der WUW oder für Jus 8 Semester gedauert, dass heißt der Bachelor umfasst, da die Studienpläne lediglich gestrafft wurden, den gesamten Inhalt z.B. des ehemaligen Magisterstudiums an der WUW, Jus dauert meines Wissens nach immer noch 8 Semester und wird international als Bachelor (with honours) anerkannt.
Zum Unterschied :
Das Diplom an der Kinderuni ist ein Spaßdiplom um Kinder später zu einem Studium zu animieren.

el magnifico
00
3.11.2011, 11:55
seit wann

gelten ba´s und bsc´s als akademiker und nicht mehr als "nur" maturanten?

ich dachte akademiker ist man - für die gehaltsstufe - erst als master.

abgesehen davon, dass die leistung als grundlage für die bezahlung herangezogen werden sollte ...

Hubert Ungeist
 
00
3.11.2011, 08:45
Und ?

Wenn ein ASVGler nebenbei den DRDR macht, kriegt er keinen Euro mehr Gehalt. Er kann kündigen und sich einen neuen Job suchen, das kann aber ein Beamter auch

No, we can't!
00
4.11.2011, 00:02
Wenn ein ASVGler nebenbei den DRDR macht

kriegt er in der Bude den Stiefel, denn dann kann er nicht 38,5 h gehackelt haben. Ein Fulltime-Job erlaubt in der Regel kein studieren nebenbei ...

Hubert Ungeist
 
00
4.11.2011, 05:47
Sorry ich selbst

und einige andere die ich kenne haben neben einen Fulltimejob studiert. Das geht - allerdings kann man nicht in Mindeststudienzeit studieren, und im Job kann man sich nicht auf eine Karriere konzentrieren. Das Privatleben ist natürlich auch etwas eingeschränkt.

Das ewige geht nicht, gibts halt einfach nicht

ewald bauer
00
29.9.2011, 10:37
so ein blödsinn....

ein partei-soldat muss man sein um etwas zu werden, oder wie werden sonst lehrerinnen, zahnarztassisteninnen etc. zu ministerinnen?

allles nur bla bla bla....beziehungen, viel vitamin B und vor allem "alles was ich bin, bin ich durch die parteiiiiii"...

sonne-licht
 
00
29.9.2011, 04:09
zwei-klassen-leistungs-bezahlungs-system

sollte endlich überdacht werden

die leistung sollte zählen nicht die ausbildung im steuergeldbezieherstatus um sich auf die faule haut legen zu können!

der nutzen von einer müllabfuhr ist mehr gegeben als von einem gemeindebediensteten der seine mitarbeiter herumscheucht um für ihn zu arbeiten, damit er/sie sich auf seinem studium und weiterbildungsweg ausruhen kann.

in der privatwirtschaft geht das auch nicht ohne leistung fliegst, jedoch im staatlichen bereich wirst dann bevorzugt.

bildungswege sollten nicht benutzt werden um praktischen handwerkern/wie lehre/bürokaufmann das brot von der butter zu nehmen.

immerhin zahlen diese menschen schon früher steuern
und leisten mehr, weil sie für die studierten, arbeiten.

Tirol6020
12
28.9.2011, 17:46
Gilt für Bachelor genauso wie für Mag. und Dr.!

B-Bedienstete, die "im zweiten Bildungsweg" einen Bachelor erwerben, bleiben genauso "B" wie solche, die ein Diplom- oder auch Doktoratsstudium abschließen.
Es sei denn, sie werden "überstellt" in das Schema "A" der Akademiker, was aber im Einzelfall auch mit Bachelor geht, wenn die Ausbildung für die (neue) Arbeit nötig ist.
Theoretisch kann auch ein Nie-Student in "A" kommen oder auch von Anfang an sein, wenn er sich das Wissen auf irgendeine andere Art angeeignet hat.
Ein Streit also um des Kaisers Bart.

Fanny B
00
28.9.2011, 10:28

zu Recht

Fanny B
30
28.9.2011, 11:21

ich meinte die Unter-Überschrift, dass Beamte Matura-Einstufung bleiben mit Bachelor, das ist richtig so

Knochenmann
32
27.9.2011, 00:11

Sollte man Beamte nicht einfach nach Leistung bezahlen? ...ach so, ja, Division durch Null geht nicht.

Hugh G. Rection
00
28.9.2011, 13:19
Vom müden Scherzchen mal

abgesehen - welche Leistung soll denn quantifiziert werden? Bei Polizisten die Anzahl der Strafzettel etwa - wären das Anreize, die man setzen soll?

Fanny B
02
28.9.2011, 16:38

jedenfalls sollte man nach Einstufung der Stelle zahlen und nicht die Stelle aufwerten, nur weil der oder die Beamte ein paar Prüfungen gemacht hat.
schließlich muss der Bachelor nicht einmal mit der Arbeit konkret zu haben.
wenn ich als Akademikerin putzen gehe, kriege ich auch kein A-Gehalt, naja, schon, aber da wäre das A eine Abkürzung für etwas anderes

Uranus
02
29.9.2011, 05:39
genau so sollte es sein

Die Stelle sollte eine finanzielle Einstufung haben und egal welche Titel / akademischer Grad die Person hat die diese Stelle am besten ausfuellen kann sollte sie auch bekommen.

WernaeI Spindelmann
10
26.9.2011, 20:01
Wenn die Bildung nicht zum akademischen Grad kommt dann kommt eben der akademische Grad zur Bildung herab!

Und fünf Verwaltungsebenen mit vier gesetzgebenden Körperschaften samt Repräsentanten verlangen nach Hofstaat.

Immer mehr Steuergeld fließt in immer unproduktivere Staatsdiener. Alle haben Burnout und Hacklerbeschwerden - bis zum Zeitpunkt des Pensionsbescheides eine spontane Wunderheilung eintritt.

Alljährliche Neu-Schulden für Pensionen und Beamtengehälter anstatt für Investitionen - so ist das Triple-AAA bald Geschichte.

jovanotti_for_president
02
28.9.2011, 14:33
Das ist eine späte (aber immerhin hoffentlich bald durchgezogene) Anpassung an das gültige Bologna-System

Abgesehen davon, ist es kein Honiglecken, zu 40-Wochenstunden Arbeit ein ca. 20 Wochenstunden Studium in einer FH zu absolvieren. Dies für 3 Jahre.
Eventuell noch anschliessend ein 1,5-2 Jahre dauerndes Master-Studium.
Da lernt man seine eigenen Grenzen ganz gut kennen...

Also sollte man vorsichtig in der Bewertung dieser Menschen sein, sie haben sich die moderate Gehaltserhöhung sowie auch die verbesserten Karriere-Möglichkeiten redlich verdient.

Chien de Pique
01
26.9.2011, 18:13

Was für ein unglaublich skurriles System. Wir brauchen wirklich eine radikale Republiksneugründung.

fif
04
26.9.2011, 16:19
Titel hin oder her,

wenn z.B. der Mag. Dr. Dr. Irgendwas bei der BH Führerscheine ausstellt, warum soll er dann nach Titeln bezahlt werden?
Bezahlung nach Verantwortung und Leistung und nicht nach irgenwelchen Titeln!

Xophia
00
28.9.2011, 07:19
Sie unterbewerten die Bestechlichkeit der Führerscheinbeamten.

Ist wie bei den Asylanträgen. Ohne freundliche Geldzuwendung scheint der Ablauf asymetrisch. Rasches Abschieben oder jahrelanges Verfahren.

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