Ban Ki-moon schimpft mit Mahmoud Ahmadinejad

UN-Generalsekretär: "Infragestellung historischer Fakten wie Holocaust und 9/11 nicht akzeptabel"

New York - Ungewohnt deutliche Kritik hat UN-Generalsekretär Ban Ki-moon am iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad geäußert. Die Vereinten Nationen sollten ein Forum der Toleranz, des beiderseitigen Respekts und der kulturenübergreifenden Verständigung sein, sagte Ban nach UN-Angaben vom Samstag in einem Gespräch mit Ahmadinejad am Vortag. "Bemerkungen, die schmerzhafte historische Fakten wie den Holocaust und die Anschläge vom 11. September 2001 infrage stellen oder bestreiten, sind nicht akzeptabel."

Mit wüsten Beschimpfungen gegen die USA und den Westen hatte Ahmadinejad bei seiner Rede am Donnerstag vor der UN-Vollversammlung den demonstrativen Auszug dutzender Diplomaten provoziert. Der Iraner hatte "die, die sich freiheitliche Demokratien nennen", als "Wurzel des Bösen" bezeichnet. Sie seien verantwortlich für Sklaverei, Massenmord und Weltkriege und würden "mit den Gewehrläufen der NATO" "wirkliche Freiheit, Gerechtigkeit, Frieden und Glück" unterdrücken. Wie in den Vorjahren bestritt er den Massenmord an den Juden. Außerdem behauptete er, die USA selbst würden hinter den Anschlägen auf das New Yorker World Trade Center stecken.

Ban, der als sehr diplomatischer UN-Generalsekretär gilt und seine Worte genau abwägt, unterstrich laut UN-Protokoll auch die Bedeutung der grundlegenden Bürgerrechte und forderte den Iran auf, diese zu respektieren. Er habe "mit Bedauern" von der Hinrichtung eines Jugendlichen erfahren. Laut Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch war am Tag vor Ahmadinejads Rede ein 17-Jähriger öffentlich gehenkt worden. (APA)

Share if you care