Rumänien ruft nur 13,5 Prozent aus EU-Fonds ab

24. September 2011, 16:44

EU-Regionalkommissar Hahn mahnt Rumänien zur besseren EU-Fonds-Nutzung

Bukarest - Der österreichische EU-Kommissar für Regionalentwicklung, Johannes Hahn, hat Rumänien ermahnt, die dem Land in der Zeitspanne 2007 bis 2013 zustehenden EU-Finanzierungen "jetzt oder nie" zu nutzen. Bei einer am Freitag gemeinsam mit dem neu ernannten rumänischen Minister für Europa-Angelegenheiten, Leonard Orban abgehaltenen Pressekonferenz in der rumänischen Hauptstadt Bukarest benutze Hahn das Elvis Presley-Zitat "now or never", um die Dringlichkeit der Absorption von Strukturfonds durch das osteuropäische Land zu suggerieren. Hahn befand sich Ende letzter Woche anlässlich eines Treffens des interministeriellen Ausschusses für die Absorption der EU-Fonds in Bukarest.

Rumänien hatte laut den aktuellen Statistiken der Behörde für die Koordination der Strukturfonds (ACIS) bis Ende August nur 13,47 Prozent der Strukturfonds, das heißt etwa 2,7 Milliarden Euro nutzen können. Dem osteuropäischen Land stehen bis 2013 insgesamt knapp 19,2 Milliarden Euro EU-Gelder zur Verfügung. Am schlechtesten schneidet das Transportwesen mit einer nur 2,84-prozentiger Nutzungsrate ab, am besten der Bereich Regionalentwicklung mit 22,85 Prozent.

Letzte Woche hat Rumänien ein Ministerium für Europäische Angelegenheiten gegründet. Hauptauftrag des neuen Ministers Leonard Orban ist dabei, die Nutzungsrate zu verbessern. Laut Orban seien jedoch "keine Wunder über Nacht" möglich. Die Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Absorptionsrate bis zum Jahresende auf 20 bis 25 Prozent anzuheben. Laut Hochrechnungen der Tageszeitung "Adevarul" müsste Rumänien bis 2013 15 Millionen Euro EU-Gelder pro Tag ausgeben.

Für eine bessere Abwicklung und Implementierung der EU-Finanzierungsprogramme sollen künftig auf Vorschlag des EK-Präsidenten Jose Manuel Barroso ausländische Experten hinzugezogen werden. Diese sollen aber nicht die rumänischen Experten ersetzen, sondern diese lediglich unterstützen, betonte der EU-Minister Orban.

"Ich glaube, dass wenn 2012 alles versucht wird, noch eine gute Chance für Rumänien besteht, die gesamte Summe zu nutzen", sagte Hahn und betonte, dass das Jahr 2012 entscheidend sei und sonst das Risiko bestehe, das Geld zu verlieren. Zudem stellen die EU-Gelder laut Hahn, zuzüglich der Eigenfinanzierungen in Gesamthöhe von 5 bis 6 Milliarden Euro, in den nächsten Jahren ein Plus für die Wirtschaftsentwicklung dar.

Auch erinnerte Hahn daran, dass Rumänien bis zum 10. Oktober Brüssel über die Maßnahmen berichten muss, die es zur Entsperrung des Infrastruktur-Finanzierungsprogramms getroffen hat. Im Juli hatte die Europäische Kommission die Zahlungen für rumänische Infrastrukturprojekte unterbrochen, nachdem vor allem beim System öffentlicher Anschaffungen gravierende Probleme festgestellt worden waren. "Wir können die Suspendierung aufheben oder sie verlängern. Ich wünsche mir, dass sie aufgehoben wird", so Hahn. (APA)

carbonara
00
25.9.2011, 03:00
Kein Wunder...

.... bei diesen Bürokratie-Monster-Formularen.

sentvromeieifon
26
24.9.2011, 17:31
Wahnsinn

Jetzt muss sich ein Land schon rechtfertigen, wenn es EU-Gelder NICHT verschwendet! Wenn einem das Geld schon mit allen Druckmitteln aufgezwungen wird, dann bitte direkt auf mein Konto!

tomasl
01
24.9.2011, 20:46
in Anbetracht des katastrophalen Strassenwesens

wirklich verwunderlich

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