Zehn Prozent verweigerten Unterschrift
Madrid - In Spanien wächst der Druck auf die Untergrundorganisation
ETA, den bewaffneten Kampf für ein unabhängiges Baskenland endgültig aufzugeben.
Nach spanischen Medienberichten von Samstag unterzeichneten mehr als 700
inhaftierte ETA-Mitglieder eine Erklärung, in der sie die Separatistenbewegung
zum völligen Verzicht auf Gewalt auffordern. Im Gegenzug verlangten sie eine
generelle Amnestie. Lediglich rund zehn Prozent aller ETA-Häftlingen
verweigerten ihre Unterschrift.
Regierungssprecher José Blanco sprach am Samstag von einem "wichtigen
Schritt". Dennoch bekräftigte er die Position der spanischen Regierung, ETA
solle sich endgültig und bedingungslos auflösen.
Die ETA hatte vor einem Jahr angekündigt, künftig auf alle offensiven
bewaffneten Aktionen zu verzichten. Im Jänner verkündete sie einen "anhaltenden
international kontrollierbaren Waffenstillstand". Die sozialistische Regierung
von José Luis Rodriguez Zapatero akzeptiert seit dem Ende 2006 gescheiterten
Friedensgesprächen mit ETA jedoch nur noch die Auflösung der
Separatistenbewegung.
ETA hat seit mehr als zwei Jahren keine tödlichen Anschläge mehr verübt. In
ihrem Streben nach Unabhängigkeit des Baskenlandes hat ETA seit 1968 mehr als
800 Menschen getötet. Die spanischen Sicherheitskräfte haben in den vergangenen
Jahren mit der Festnahme zahlreicher führender ETA-Mitglieder Erfolg
gebucht. (APA)