Klagenfurter schießen Graz mit 8:3 aus der Halle - Caps verlieren gegen Zagreb - Knapper Salzburg-Triumph über Villach - Furioses Comeback von Linz in Ungarn
Klagenfurt - Eishockey-Rekordmeister KAC hat am Freitag seinen
Siegeszug in der Erste Bank-Liga fortgesetzt. Die Klagenfurter feierten mit
einem überzeugenden 8:3 (4:2,3:1,1:0) daheim gegen die Graz 99ers den vierten
Erfolg im vierten Saisonspiel, wobei die Vorentscheidung schon nach neun Minuten
gefallen war. Stefan Geier hatte den Torreigen schon nach 137 Sekunden eröffnet,
Herbert Ratz (8.) legte nach.
Bei den Gästen ging daraufhin Goalie Artiom Konovalov vom Eis, doch sein
Nachfolger Fabian Weinhandl musste durch Markus Pirmann (9.) nur eine Minute
später den dritten Gegentreffer seines Teams hinnehmen. In dieser Phase waren
die Gastgeber in jeder Beziehung überlegen. Dieter Kalt sorgte für den vierten
KAC-Treffer (14.), allerdings hielten Zdenek Blatny (13.) und Daniel Woger (16.)
das Match für die Steirer ergebnismäßig noch vor der ersten Pausen-Sirene
einigermaßen offen.
Damit war es spätestens mit den KAC-Treffern fünf und sieben durch Gregor
Hager (28., 37.) sowie sechs durch Tyler Spurgeon (35.) vorbei. Das dritte
Graz-Tor markierte Sebastien Bisaillon (35.). Das einzige Tor im letzten Drittel
und damit den Schlussakzent setzte mit David Schuller (53.) wieder
Tabellenführer KAC.
Die Caps und der Heimvorteil
Die Vienna Capitals haben auch ihr
drittes Saison-Spiel vor heimischen Publikum verloren und mussten sich KHL
Medvescak Zagreb am Freitag mit 2:3 n.P. (0:0,1:0,1:2.0:0,0:1) geschlagen geben.
Daran änderte auch nichts, dass bei den Wienern Topscorer Francois Fortier und
Philipp Pinter ihre Comebacks gaben.
In einem von wenigen Höhepunkten geprägten Spiel dauerte es bis zur 27.
Minute, ehe Dan Björnlie im ersten Powerplay des Spiels zum 1:0 für die
Heimischen traf. Erst acht Minuten vor dem Ende sorgte Kapitän Benoit Gratton
für das 2:0. Die Gäste retteten sich allerdings in den letzten drei regulären
Spielminuten durch Tore von Dario Kostovic und Adam Naglich, sieben Sekunden vor
dem Ende, noch in die Verlängerung. Im Penaltyschießen traf Frank Banham für die
Gäste aus Kroatien zur Entscheidung.
Am Sonntag haben die Wiener bereits die nächste Chance auf den erste
Heimsieg, Gegner ist das bisher noch punktlose Tabellenschlusslicht HK Acroni
Jesenice.
Salzburg in Fahrt
Meister Red Bull Salzburg hingegen hat den dritten Sieg in Folge gefeiert. Die
"Bullen" setzten sich in der Eisarena Volksgarten vor 3.000 Zuschauern gegen den
Villacher SV mit 6:4 (2:1,2:2,2:1) durch. Hauptverantwortlich für den Erfolg war
Robert Earl mit einem Doppelpack (25., 54./jeweils PP), die restlichen Treffer
steuerten Douglas Lynch (1.), Manuel Latusa (18./PP), Dominique Heinrich (32.)
sowie Daniel Bois (60./EN) bei.
In einer flotten und von beiden Teams sehr offensiv geführten Partie hatten
die Hausherren einen Start nach Maß. Lynch war schon nach 57 Sekunden
erfolgreich. Nach dem Ausgleich von Roland Kaspitz (9.) gingen die Salzburger
durch Latusa neuerlich in Führung (18./PP). Nach Earls 3:1 (25./PP) deutete
vieles auf einen Salzburger Sieg hin, die Kärntner kämpften aber tapfer weiter
und blieben im Spiel. Benjamin Petrik verkürzte auf 2:3 (30.) und Lynn Loyns
nach Heinrichs Tor (32.) auf 3:4 (40.).
Im Schlussabschnitt schaffte Kevin Mitchell in einer 5:3-Überzahl sogar den
Ausgleich (47.), musste aber trotzdem als Verlierer das Eis verlassen. Der
starke Earl mit seinem zweiten Treffer (54./PP) und Daniel Bois mit einem Schuss
ins leere Tor (60.) machten den Sack für die Truppe von Chefcoach Pierre Page
zu. Bereits am Sonntag wartet auf die zu Hause noch ungeschlagenen Salzburger
das nächste Heimspiel, Gegner ist Olimpija Ljubljana.
Marco Pewal blieb damit bei seinem ersten Auftritt in der Eisarena nach
seinem Wechsel im Sommer von Salzburg zum VSV ohne Erfolg. Der VSV-Kapitän hatte
sieben Jahre für die "Bullen" gespielt und durfte sich immerhin über eine tolle
Geste der Salzburg-Fans (Spruchband "Marco Danke für alles") freuen. Für den
Ex-Villacher Andreas Kristler war es hingegen das erste Spiel gegen seinen
Ex-Verein im Salzburg-Trikot.
Linzer Comeback in Ungarn
Die Black Wings Linz haben einen knappen 6:5-(1:3,1:2,3:0/0:0 - 1:0)-Overtime-Sieg bei Ungarns
Eishockey-Champion Fehervar gefeiert. Die Oberösterreicher sahen nach frühem
0:3- sowie 2:5-Rückstand nach zwei Dritteln bereits wie der sichere Verlierer
aus. Doch im Schlussdrittel gelang ihnen noch der 5:5-Ausgleich. Im
Penalty-Schießen avancierte dann Mike Ouellette zum Matchwinner für die Gäste,
die damit weiter punktegleich mit Spitzenreiter KAC auf Platz zwei liegen.
Die Partie war in der Anfangsphase von vielen Strafen geprägt. Die Hausherren
nutzten ihre Überzahlspiele im Startdrittel konsequent aus und gingen durch
einen Powerplay-Doppelschlag von Eric Johansson und Krisztian Palkovics
innerhalb von 13 Sekunden in der 8. Minute 2:0 in Führung. Johansson gelang
wenig später auch noch in Unterzahl das 3:0 (12.). Nach Treffern von Justin
Keller (17.) und Franklin MacDonald (28.) schöpften die Linzer aber wieder
Hoffnung, die jedoch noch vor der zweiten Drittelpause durch Tore von Gergo Nagy
(33.) und Ladislav Sikorcin (35.) innerhalb von 84 Sekunden wieder zerstört
schien.
Im Schlussabschnitt drehten die Gäste aber gewaltig auf, obwohl es nach einer
Matchstrafe von Brian Lebler (47.) wegen Cross-Checks inklusive fünfminütiger
Unterzahl zunächst gar nicht gut für sie ausgesehen hatte. Adrian Veideman
verkürzte in Unterzahl auf 3:5 (49.), Curtis Murphy nutzte eine 5:3-Überzahl zum
Anschlusstreffer (56.), und Danny Irmen traf 81 Sekunden vor der Schlusssirene
zum 5:5, womit die Entscheidung in der Overtime fallen musste. Die fünfminütige
Verlängerung blieb torlos, im "shootout" machte schließlich Goalgetter Ouellette
das unglaubliche Comeback der Oberösterreicher perfekt.(APA/red)
Ergebnisse der Erste Bank Eishockey Liga (5. Runde) vom Freitagabend:
- KAC - Moser Medical Graz99ers 8:3 (4:2,3:1,1:0). Klagenfurter Eishalle,
4.300, Smetana.
Tore: Geier (3.), Rath (8.), Pirmann (9.), Kalt (14.), Hager
(28./PP, 38./PP), Spurgeon (35.), Schuller (53./PP) bzw. Blatny (13./PP), Woger
(16.), Bisaillon (33./PP).
Strafminuten: 16 bzw. 8.
-
Red Bull Salzburg - EC VSV 6:4 (2:1,2:2,2:1). Salzburg, Eisarena Volksgarten,
3.000, SR Bogen/Fussi.
Tore: Lynch (1.), Latusa (18./PP), Earl (25./PP, 54./PP),
Heinrich (32.), Bois (60./EN) bzw. Kaspitz (9.), Petrik (30.), Loyns (40.),
Mitchell (47./PP2).
Strafminuten: 18 bzw. 12.
-
UPC Vienna Capitals - KHL Medvescak Zagrab 2:3 n.P. (0:0,1:0,1:2/0:0 - 0:1).
Wien, Eissportzentrum Wien, 4200, SR Fajdiga, Trilar.
Tore: Björnlie (27./PP),
Gratton (52.) bzw. Kostovic (57.), Naglich (60./PP), Banham (entscheidender
Penalty).
Strafminuten: 8 bzw. 6.
-
SAPA Fehervar AV19 - EHC Liwest Black Wings Linz 5:6 n.P. (3:1,2:1,0:3/0:0 -
0:1). Eishalle Szekesfehervar, 3.500, SR Altersberger.
Tore: Johansson (8./PP,
12./SH), Palkovics (8./PP2), Nagy (33.), Sikorcin (35.) bzw. Keller (17.),
MacDonald (28.), Veideman (49./SH), Murphy (56./PP2), Irmen (59.), Ouellette
(entscheidender Penalty).
Strafminuten 18 bzw. 11 plus Matchstrafe gegen Lebler
wegen Cross-Checking.
- Olimpija Ljubljana - Znojmo 4:1 (2:0,1:0,1:1)