Einige Länder fordern "robusteren" Einsatz vor Somalias Küste
Breslau - Die Verteidigungsminister einiger EU-Länder haben bei
einem informellen Treffen in Breslau einen "robusteren" Einsatz gegen die
Piraten vor der Küste Somalias gefordert. Nach Angaben von Diplomaten setzten
sich am Freitag unter anderen Frankreich, Großbritannien und Spanien dafür ein.
Der belgische Verteidigungsminister Pieter de Crem sagte, auch die Möglichkeit,
"Piratennester an der Küste auszuschalten", sei erörtert worden. "So weit sind
wir aber noch nicht", fügte er hinzu.
Nach Angaben des polnischen Verteidigungsministers Tomasz Siemoniak äußerten
viele Minister die Sorge, dass es ab Ende des Jahres nicht mehr genügend Schiffe
für den EU-Anti-Pirateneinsatz "Atalanta" im Indischen Ozean geben werde. Nach
Angaben der Überwachungsorganisation Ecoterra hatten somalische Seeräuber
zuletzt 49 Schiffe mit mehr als 500 Geiseln in ihrer Gewalt. Die UNO
registrierte in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 171 Piratenangriffe.
Österreich war bei dem Treffen in Breslau durch Verteidigungsminister Norbert
Darabos vertreten. (APA)