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Um richtungsweisende Auskünfte nie verlegen: Ex-Verteidigungsminister und BZÖ-Mandatar Herbert Scheibner.
(Später Nachmittag. Die Herren Hochegger, Scheibner und Birnbacher gehen Richtung Schwedenplatz. Ein Tourist tritt zu ihnen.)
TOURIST: Pardon. Ich will zur Oper. Wie komme ich da hin?
SCHEIBNER: Am einfachsten, Sie gehen die Rotenturmstraße hinauf bis zum Stephansplatz, über den Stephansplatz drüber in die Kärntner Straße und die Kärntner Straße hinunter, dann sind Sie praktisch da. Oder Sie gehen in die andere Richtung zum Schwedenplatz und steigen in die U 1 und fahren zwei Stationen bis zum Karlsplatz, das ist noch schneller.
HOCHEGGER: Aber in dem Aufzug können Sie unmöglich in die Oper! Ich würde Ihnen empfehlen eine dunkle Levis, dazu weißes Hemd, dezente blaue Krawatte, darüber ein oranges Sakko, Prada eventuell, zur Not Tommy Hilfiger. Schuhe, würde ich sagen, einfache schwarze Slipper, kriegen Sie gleich ums Eck bei Midanis. Einverstanden?
TOURIST: Ich überlege es mir, danke. (Will ab.)
HOCHEGGER (hält ihn zurück): Momenterl noch. Das macht 21.600 Euro.
TOURIST (baff): Pardon?
HOCHEGGER: Soviel kostet eine Stilberatung.
SCHEIBNER: Und ich kriege 60.000. Weil Sie's sind. Sie können in Monatsraten zahlen, wenn Sie wollen, zwölf mal 5.000.
TOURIST: Das werde ich nicht tun!
BIRNBACHER: Wird Ihnen aber nichts anderes übrigbleiben. Bitte, gegen das Stilberatungshonorar können wir vielleicht etwas unternehmen, wenn wir sagen, das war eine freiwillige Leistung vom Herrn Hochegger, aber an den Herrn Scheibner sind Sie persönlich herangetreten und haben um Beratung gebeten. Da kommt ein mündlicher Vertrag zustande, die Honorarhöhe ist die ortsübliche, da fahrt die Eisenbahn drüber.
TOURIST: Aber das ist doch -
BIRNBACHER: Beruhigen Sie sich, Sie können alles von der Steuer absetzen. Sonderausgaben, Werbungskosten, da fallt uns schon was ein.
TOURIST: Danke, aber -
BIRNBACHER: Nichts zu danken. Sechs Millionen krieg' ich.
(Vorhang)
(DER STANDARD - Printausgabe, 24./25. September 2011)
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