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Wien - Rudolf Hundstorfer eröffnete mit einem sanften Seitenhieb. Demonstrativ bedankte sich der Sozialminister für "die vielen Presseaussendungen" der letzten Tage - eine süffisante Anspielung auf die guten Ratschläge, die ihm Hilfsorganisationen nicht zum ersten Mal erteilt hatten.
Über ein Jahr werden die Kritiker nun Gelegenheit haben, dem Minister ihre Wunschlisten unter die Nase zu reiben. Vor 80 Teilnehmern aus Politik und Beamtenschaft, Ländern und Gemeinden, Sozialpartnerorganisationen und NGO-Szene läutete Hundstorfer am Freitag die Verhandlungen zur geplanten Pflegereform ein. Zeitvorgabe des Gastgebers, um ein Ergebnis zu erreichen: "Allerspätestes Datum ist der Dezember 2012."
"Sicherheit" für die Bedürftigen gibt Hundstorfer als Ziel aus, wobei allerdings schon jetzt keine Rede von einem Pflegenotstand sein könne. 5,1 Prozent der Bevölkerung würden hierzulande Pflegegeld beziehen: Österreich sei damit "Weltmeister".
Zu lösen gibt es trotzdem viele Probleme: Weil mit der Zahl der alten Menschen die Nachfrage nach Pflege wächst, müssen vor allem mobile Dienste ausgebaut werden. In den Ländern gibt es unterschiedliche Qualitätsstandards, den Anbietern fehlt es an Pflegepersonal, den Betreuern in der Familie an Unterstützung - und über allem schwebt die Frage, wer bezahlen soll.
Opposition und Hilfsorganisationen plädieren dafür, neue Einnahmequellen zu erschließen. Hundstorfer sieht das ähnlich und bevorzugt eine Finanzierung aus Steuern: "Aber über Geld reden wir ganz am Schluss." (jo, DER STANDARD; Printausgabe, 24./25.9.2011)
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