Sagrada Familia: "letzte große Bauphase"

  • Barcelona ohne Sagrada-Familia-Baustelle? Im Moment noch schwer vorstellbar.
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    foto: emilio morenatti/ap/dapd

    Barcelona ohne Sagrada-Familia-Baustelle? Im Moment noch schwer vorstellbar.

Gaudis Sagrada Familia soll bis spätestens 2028 fertiggestellt sein - Fundamente der Sakristei wurden gelegt

Barcelona - 1882 haben die Bauarbeiten an der Sagrada Familia begonnen - zwischen 2026 und 2028 soll die berühmte Basilika in Barcelona nun endlich fertiggestellt sein. Das berichtet die "Kathpress" unter Berufung auf spanische Zeitungsberichte am Freitag. Laut dem Präsidenten des Baurates, Joan Rigol, habe man diesen Monat die Fundamente der Sakristei gelegt und mit dem Bau der 40 Meter hohen Kuppel begonnen. Die nun auf zwei bis drei Jahre veranschlagten Arbeiten sieht Rigol als "Generalprobe" für die "letzte große Bauphase".

Mit dem Bau der vier Evangelisten-Türme und des zentralen, dann 170-Meter-hohen Turms, würde die "Sühnekirche der Heiligen Familie" des katalanischen Architekten Antoni Gaudi die höchste der Welt. Das Ulmer Münster ist mit rund 160 Metern die derzeit höchste Kathedrale.

Gaudi (1852 - 1926) hatte 1883 die Leitung der Baustelle übernommen und bis zu seinem Tod mehr als 40 Jahre an ihr gearbeitet. Heute ist das in einer Mischung aus neukatalanischem Stil, Jugendstil und Moderne errichtete Wahrzeichen Barcelonas eines der beliebtesten Sehenswürdigkeiten Spaniens, seit 2010 sind Gottesdienste in einem geschlossenen Raum möglich. Ein Brandanschlag im April dieses Jahres, bei dem ein geistig verwirrter Mann in der Sakristei Messgewänder angezündet hatte, hat zu einer kurzen Verzögerung der Bauarbeiten geführt. (APA)

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Gigantomanie

Früher war ich von der Kathedrale begeistert. Jetzt finde ich: Muß den alles bewunderswerte riesig und gigantomanisch sein? Die Aussage ist davon ist doch: 'du must alle übertreffen, um bewundert zu werden'.

Schönheit, Harmonie, natürliche Proportion, zeitloses Design, Verbundenheit mit Umgebung und Kultur, all das läßt sich in Kleinheit schön verwirklichen. Und dafür gibt es gerade im kirchlichen Bereich genug gelungene Beispiele.

"Jetzt finde ich: Muß den alles bewunderswerte riesig und gigantomanisch sein?" - wie beeindruckend findest du eine kleine einfache kapelle auf einer wiese?

wenn die "kathedrale" so groß wär wie ne dorfkirche würdest du sie nicht kennen, so wie 100e andere kirchen in barcelona.

ist schon toll, alleine der Baufortschritt den ich gesehen habe vom ersten Besuch in meiner Kindheit in den 70ern bis jetzt - absolut faszinierend in Konzept und Architektur.

Bis spätestens 2028!?

Oh Gott...da werde ich schon... so viele Jahre alt...

Ich hatte dieses Jahr im Juni Gelegenheit,

diesen wundervollen Bau zu sehen. Selten hat mich ein Bauwerk dermaßen beeindruckt. Ich finde die Sagrada Familia einfach nur wunderschön!!!

Vielleicht lebe ich ja noch, wenn der Bau fertig gestellt ist. Dann würde ich deswegen extra noch einmal hinreisen und ihn mir noch einmal in voller Pracht und ohne Baugerüste ansehen.

Verwaltungsreform

Irgendwie erinnert mich die Sagrada Familia an die Österreichische Verwaltungsreform, die ebenfalls eine ewige Baustelle ist. Nur ist bei Ersterer tatsächlich ein Fortschritt zu erkennen und ein Ende absehbar.

Nur die Sagrada Familia ist auch als Baustelle eindrucksvoll und anschauenswert, was man von der ÖVR nicht unbedingt behaupten kann.

Teilweise in die Jahrhunderte gehende Bauzeiten war bei historischen Kathedralen üblich und ich finde es durchaus sympathisch, dass es auch heute noch generationsübergreifende Bauprojekte gibt.

Bis die Sagrada Familia fertig ist wird es wohl nicht mehr genug Katholiken geben um sie füllen zu können..

Solche Hoffnungen wurden seit der französischen Revolution bis hin zu Himmler immer wieder geäußert. Und bisher hat die Kirche noch alle auf ihren Untergang Hoffenden überlebt.

nein, ich glaube die weltweite römisch-katholische Kirchengemeinde wird gerade bequem platz finden ;o)

Ich denke zum Füllen der Sagrada braucht es gar keine Katholiken. Da werden sich so auch genügend nationalistische Katalanen finden.

es genügen aber auch weltbürgerliche touristen

auch ich als atheist freu mich schon bis das wunderwerk vollendet ist.

Genial, überhaupt, wenn man sich einen der Türme raufschleppt.

Habens die Aufzüge nicht gefunden?

ich war dieses jahr dort. wollte die türme raufgehen. die waren gesperrt, man musste sich ein ticket für den aufzug kaufen. "for security reasons you can't use the stairs"

frech und angfressen wie ich bin, frag ich den security, ob das ne touristenverarsche ist, weil am eiffelturm kann ich rauflatschen, und der is a bissl höher. er: " da hams schon recht, aber de stadt würd halt weniger geld machen -.-"

Beim Eiffelturm können's bis zur Mitte gehen, dann ist auch Liftpflicht.

Mag schon sein, nur, ich persönlich würde besonders bei sommerlichen Temperaturen sowieso nie diese Option in Anspruch nehmen.
Ich könnte mir auch vorstellen, daß der Eiffelturm möglicherweise mehr aushält, als die Sagrada Familia.

also da ich mich selbst noch als jung seh, und wenn ich ne stadt besuch die ubahn nur nehm, wenns wirklich sein muss, wär ich natürlich auch die stiegen gegangen und hätt nicht den aufzug genutzt.

und es mag stimmen, dass die sagrada familia "nicht so viel aushält" (wobei die stiegen aus normalem stein waren, so wie ich das gesehen hab .....).

beides ist noch immer kein grund ein faules "security reason" zu nennen.

außerdem gab mir der security im endeffekt ja recht -> es ist ein nap, ein zwang ein aufzugticket zu kaufen.

Na dann viel Spaß beim Bummel durch Paris ohne Metro, wobei die Wege innerhalb des Metrobereichs sowieso schon Wanderwegen gleichkommen.
Was ich nur nicht glaube ist, daß ein einfacher spanischer Security Bescheid über die Bausubstanz dieses sehr wohl problematischen Bauwerks weiß.
Ich glaube auch nicht, daß der Aufzugsbetrieb billig ist, da wird nicht viel Geschäft gemacht werden können.
Der Mann hat sich einfach wichtig gemacht.

es stand ja nciht "aufgrund baufälligkeit stiegen geschlossen", sondern man wollte uns aufklären, dass es für uns zu gefährlich wäre, die stiegen zu nutzen.

Das ist auch gefährlich, wenn sich Massen von Touristen hinauf- und hinunterwutzeln.
Glauben Sie mir, ich hab das vor 20 Jahren gemacht, es war nicht lustig.

jaja, das leben ist schon gefährlich ....

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