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Nika Skoro-Sajer: "Einen direkten Einfluss auf die Karriere konnte ich durch die Forschungspreise nicht feststellen."
Die Medizinerin Nika Skoro-Sajer wurde mehrfach für ihre Forschungen zur pulmonalen Hypertension - dem Lungenhochdruck - ausgezeichnet - Mit derStandard.at sprach sie über die heimische Ausbildungssituation, ihre Arbeit am Wiener AKH, zunehmende Sparmaßnahmen und die Abhängigkeit von Drittmittelfinanzierungen.
derStandard.at: Wie beurteilen Sie die Rahmenbedingungen medizinischer Forschung in Österreich?
Nika Skoro-Sajer: Im AKH herrschen grundsätzlich sehr gute Bedingungen. Meine Arbeit basiert auf einer Verknüpfung von klinischer Arbeit und klinischer Forschung. Das heißt ich bin keine Grundlagenforscherin, sondern befasse mich mit den Patienten. Ich bin seit 2004 klinisch tätig und betreue die Lungenhochdruck-Ambulanz. Dort verfolge ich über Jahre die Krankheitsverläufe dieser schweren Patientengruppe, wie sie auf die Therapie ansprechen und wie sich die Prädiktoren ändern. Das hat lange sehr gut funktioniert.
Seit einigen Jahren werden durch die Sparmaßnahmen seitens der Politik immer wieder Stellen gestrichen. Seitdem herrscht chronischer Personalmangel. Früher konnte ich mich am Nachmittag in Ruhe hinsetzen, nachdenken und neue Ideen für die Forschung entwickeln. Ich brauche Zeit und Ruhe, um herauszufinden welchen Forschungsweg ich einschlagen soll. Mittlerweile ist das kaum machbar, sodass ich mich den Forschungsprojekten oft zu später Stunde zuhause widmen muss.
derStandard.at: Ihre Forschungen zu Lungenhochdruck wurden mehrfach ausgezeichnet? Wie stößt man auf ein "preisverdächtiges" Forschungsthema?
Skoro-Sajer: Man plant das nicht, hofft aber, dass man mit guter Arbeit einen Preis gewinnt. Es ist aber nicht nur ein persönlicher Erfolg, sondern die Leistung des gesamten Teams und der Klinik.
derStandard.at: Inwieweit haben Sie von den Forschungspreisen profitiert?
Skoro-Sajer: Die Preise haben sich finanziell etwas positiv ausgewirkt und als gewürdigte Wissenschafterin bekommt man an der Klinik auch mehr Respekt. Einen direkten Einfluss auf die Karriere konnte ich jedoch nicht feststellen.
derStandard.at: Haben Sie Angebote aus dem Ausland erhalten bzw. würde es Sie reizen international zu forschen?
Skoro-Sajer: Ich habe noch keine konkreten Angebote bekommen. Mich würde es natürlich reizen auch im Ausland zu forschen. Das ist nicht so einfach. Durch die gegebenen Umstände konnte meine Ausbildungsstelle nicht als reguläre Facharztstelle ausgeschrieben werden. So habe ich jetzt eine Drittmittelstelle, die auf zwei Jahre befristet ist. Ich bin kein Einzelfall, sondern es gibt viele Kolleginnen und Kollegen, die ebenfalls über Drittmittel finanziert werden. Ich kann mich mit diesem Vertrag nicht so einfach für Forschungszwecke karenzieren lassen, was den Nachteil hat, dass man mittel- und längerfristig nicht gut planen kann. Fairerweise muss ich aber dazu sagen, dass im AKH die Drittmittelstellen grundsätzlich gleichberechtigt mit den Fixanstellungen sind.
derStandard.at: Hat man nicht Angst Sie zu verlieren?
Skoro-Sajer: Ja, jedoch wurde meine Anstellung auch um zwei Jahre verlängert, was bei manchen Kolleginnen und Kollegen nicht der Fall war. Ich muss positiv denken und hoffen, dass man meine Stelle verlängern kann. Denn ich möchte weiter forschen und Forschungspreise gewinnen.
derStandard.at: In der Forschung gilt: "Publish or perish" - Erfolgreich ist, wer viele Fachartikel veröffentlicht. Das erzeugt Druck "schöne" Ergebnisse zu produzieren. Inwieweit können Sie das bestätigen?
Skoro-Sajer: Natürlich können die "positiven" Studien besser publiziert werden. Wir veröffentlichen aber trotzdem auch "negative" Ergebnisse. Dafür kriegt man seltener einen Preis und wird bei Kongressen nicht so oft zitiert, aber es ist tröstlich, dass nach gewisser Zeit auch diese Studien an die Oberfläche kommen und zur Kenntnis genommen werden. Bei "negativen" Ergebnissen bin ich natürlich enttäuscht - besonders bei klinischen Studien, wo man hofft, dass man den Patientinnen und Patienten helfen kann. Aber etwas zu beschönigen bringt niemanden etwas.
derStandard.at: Es wird immer wieder kritisiert, das Medizinstudium in Österreich ist primär darauf ausgerichtet Ärzte auszubilden. Wissenschaftliche, wirtschaftliche, gesundheitsökonomische oder sozialmedizinische Schwerpunkte fehlen weitgehend. Wie sehen Sie das?
Skoro-Sajer: Ich habe noch im alten Studienplan studiert, da war das noch so. Ich lernte erst nach dem Studium ein wissenschaftliches Paper zu schreiben. Im Kontakt mit jungen Studentinnen und Studenten sehe ich aber eine große Veränderung. Mittlerweile ist das Studium viel praxisbezogener und die Studierenden werden in die Forschungsbereiche einbezogen.
derStandard.at: Welche Karrieretipps können Sie jungen Medizinern, die in der Forschung Fuß fassen wollen, geben?
Skoro-Sajer: Die Medizin ist ja eine unerschöpfliche Quelle der Arbeit! Wer in der Forschung bleiben will, sollte sich ein Team suchen und bereits während des Studiums Erfahrungen auf diesem Gebiet sammeln. (Günther Brandstetter, derStandard.at, 30.9.2011)
NIKA SKORO-SAJER (39) begann ihr Medizinstudium 1991 in Zagreb und schloss es 1998 mit Auszeichnung in Wien ab. Derzeit arbeitet sie als Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologin am Wiener AKH. Für ihre Forschungen zum Thema "Lungenhochdruck" erhielt sie mehrere Preise und Auszeichnungen wie den Österreichischen Kardiologenpreis 2008 sowie 2009, den Forschungspreis der Erste Bank 2009 oder den Forschungspreis der René Baumgart-Stiftung 2010. Im Vorjahr habilitierte sie sich für das Fach Innere Medizin an der Medizinischen Universität Wien. Nika Skoro-Sajer ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Wissen zur Forschung
Lungenhochdruck ist eine seltene, äußerst gefährliche Krankheit mit nach wie vor vielen unbekannten Faktoren. Nika Skoro-Sajer und ihr Forschungsteam konnte bei einer Subgruppe des Lungenhochdrucks (CTEPH) nachweisen, dass die im Rahmen einer präoperativen hämodynamischen Austestung bewiesene Vasoreaktivität einen unabhängigen Prädiktor für Langzeitüberleben und Vermeidung von Lungentransplantation bei operierten Patienten mit CTEPH darstellt.
Die Wiener Ärztin befasst sich zudem mit den therapeutischen Optionen, die zu einer Verbesserung des Krankheitsverlaufes führen und oft das Überleben ohne eine Lungentransplantation ermöglichen.
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Die Dame hat es evtl. ein bisschen falsch verstanden. Es ist durchaus üblich, gerade unter Medizinern, dass statistische Tools solange ausquetschen, bis letztendlich ein p<0.05 rauskommt
d.h. die machen nicht den Fehler wie etwa Ingenieure die sich selbst wegrationalisieren. Die Medizingeschichte ist ein Schlachtfeld, nur Extremfälle wie Contergan oder das "Kindbettfieber" sind öffentlich bekannt. Die vielen "kleinen" Tragödien der namenlosen Opfer von unnötigen Gebärmutterresektionen oder misslungener Kieferorthopädie (um nur zwei Klassiker zu nennen) bleiben unbekannt.
Was für sinnbefreite Aussagen.
Auch das Aufschreiben aller ganzen Zahlen von 0 bis 10^100 (einem googol) auf viel Papier ist eine, für praktische Verhältnisse, völlig unerschöpfliche Quelle von Arbeit. Das schaffen selbst alle Chinesen nicht in 100 Jahren mit sehr, sehr vielen Turbokugelschreibern.
Die Frage ist daher nicht die nach der Quelle von viel, wirklich viel Arbeit. Die Frage ist vielmehr: Wer bezahlt wie für diese Arbeit?
...nur leider geht's dem Medizin- und Pharmabetrieb nicht mehr um die Gesundheit des Menschen.
Die haben eigentlich andere Motive.
Und solange wird es trotz aller Forschung weiter abwärts gehen mit unserer Gesundheit.
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