Remobilisation

Bewegungsmangel bringt Generation chronisch Kranker

23. September 2011, 14:09
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    foto: dieter schütz/www.pixelio.de

    Beim Balancieren wird der Gleichgewichtssinn trainiert.

Ärztepräsident Dorner fordert Ganztagsschule mit Turnschwerpunkt und verpflichtender Ernährungs- und Gesundheitslehre

Wien - Mit zwölf Jahren erreichen Kinder den Gipfel ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit. Dann geht es bergab. Bei Burschen stagniert die Fitness danach auf niedrigem Niveau, bei Mädchen sinkt sie sogar mit Einsetzen der Pubertät.

Österreichs Jugendliche sind auf dem besten Weg, zu einer Generation chronisch Kranker zu werden. Dies ist das Ergebnis einer in der Österreichischen Ärztezeitung vorgestellten Studie der Universität Salzburg und des Unterrichtsministeriums. Vor diesem Hintergrund fordert der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Walter Dorner, eine rasche Umsetzung der Ganztagsschule mit doppelt so vielen Turnstunden sowie verpflichtender Ernährungs- und Gesundheitslehre. 

Zum Mitturnen einladen

"Die Politik muss sofort handeln. Wie viele alarmierende Studien braucht es noch, damit sich Unterrichts- und Gesundheitsministerium endlich auf konkrete Maßnahmen einigen?", sagte der Ärztechef am Freitag in einer Aussendung. Für Ärztepräsident Dorner ist der körperliche Zustand des österreichischen Nachwuchses ein alarmierendes Problem, mit dem sich die gesamte Gesellschaft befassen müsse. Eltern, Kindergärten, Schulen, Gebietskörperschaften, Medien seien aufgefordert, an einem umfassenden Programm zur "Remobilisation" der Kinder und Jugendlichen mitzuwirken.

Dorner regt an: "Wenn die Kinder schon stundenlang fernsehen oder im Internet surfen, muss man sie auch dort abholen. Kindersendungen und Computerspiele sollten durch regelmäßige Inserts unterbrochen werden, die zum Mitturnen einladen."

Kinder werden früher sterben als Eltern

Die Studie "Klug & Fit" testete 67.000 Schülerinnen und Schüler zwischen zehn und 15 Jahren auf jene motorischen Fähigkeiten, die in direktem Zusammenhang mit der Gesundheit stehen: Kraft, Koordinationsfähigkeit und Ausdauer. Im Vergleich mit Referenzdaten aus den 1980er-Jahren habe sich die körperliche Leistungsfähigkeit "in sehr kurzer Zeit dramatisch verschlechtert". Chronische Erkrankungen wie Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Osteoporose, aber auch psychische Leiden würden das weitere Leben der heute Jungen prägen, erklärt Studienleiter Erich Müller vom Institut für Sport- und Bewegungswissenschaft der Universität Salzburg. "Es gibt Untersuchungen, denen zufolge diese Generation die erste sein wird, die durchschnittlich früher sterben wird als ihre Eltern", warnt der Experte.

Freude an Bewegung - mehr Lernerfolg Weiteres Ergebnis der neuen Studie: Bewegung steigert die Konzentrationsfähigkeit und Gedächtnisleistung sowie die Fähigkeit, sich rasch auf neue Anforderungen einzustellen. Schon 30 Minuten Bewegung in der Früh führten laut Sportmediziner Müller zu besseren Lernerfolgen - allerdings nur, wenn sich die Kinder gern und freiwillig bewegten. (red)

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24 Postings
Oliver Gebauer
Oliver Gebauer
01
16.12.2011, 00:06
Der hat es nötig

Ich finde es herrlich, wenn ein fettleibiger Besserwisser andere auffordert, doch gefälligst mehr Sport zu machen, weil er es als Arzt ja schliesslich wissen muss. Am besten gleich verpflichtend, weil das faule Volk sonst zu nix zu bewegen ist... ggg

isai
00
ganz nach dem Motto: "Quäl dich fit" ;-)

http://www.youtube.com/watch?fea... Ds4EZELriw

aaronthebaron
00
ist übrigens derselbe Besserwisser,..

der radfahren als zu gefährlich für die Allgemeinheit ansieht..

Aracni Santini
00
28.9.2011, 15:33
Dann soll die Schule auch etwas gesünderes servieren...

kaum Salat, kaum Gemüse wenig Obst.

Spucks
00
25.9.2011, 20:02

Dafür braucht man keine Ganztagsschule, einfach die Kinder täglich eine Stunde am Spielplatz austoben lassen.

Zinsenfeger
00
28.9.2011, 14:32

Dafür braucht es auch Spielplätze, die diesen Namen auch verdienen! Nicht diese Alibi-Anlagen mit ein paar Schaukeln und Rutschen. Noch besser wäre es aber, wenn es wieder ein paar echte Gstätten geben täte, die nicht gleich mit Stacheldraht umzäunt sind.

Wir waren als Kinder immer nur in solchen Gegenden unterwegs, die gepflegten Spielplätze interessierten uns überhaupt nicht.

Spucks
00
28.9.2011, 20:16
"die gepflegten Spielplätze interessierten uns überhaupt nicht"

Wieso meinen Sie dann 2 Sätze weiter oben, dass es dann anständige Spielplätze braucht? Wenn man Kinder lässt und es ihnen nicht austreibt (was aber leider oft schon im Kindergartenalter passiert), toben die sich überall aus.

MagnaMater
00
12.10.2011, 15:17

Mich ärgert's immer, dass man die halben - die interessanten - computerspiele nicht auf WII spielen kann. Ich würd wesentlich mehr sport machen, wenn ich gegen 'rasende wildschweine' und 'verstopfte Lurker' mit körpereinsatz antreten müsste.
Nur haben die WII-spiele bislang schlechte grafik und extrem fade handlungen... bällchen schupfen interessiert mich ehrlich gsagt so überhaupt nicht.

MagnaMater
00
12.10.2011, 15:35

Ich mein damit, ich bin kein kind mehr, aber meine bewegungsmenge hat sich in den letzten 10 jahren extrem eingeschränkt. Aber ich kann die kinder, die verkrampft vor dem computer hocken perfekt verstehen, denn im kastl passiert das interessante, durch die zu tode gepflegte landschaft zu latschen und in realiter bällchen zu schupfen ist todlangweilig. Im freien kommen keine monster und feinde, die um's leben rennen und bis zum tod des avatar kämpfen interessant machen. Ein Mausclick ist zu wenig kraftaufwand. Wenn man spiele mit pre-screen-kraftaufwand und geschicklichkeit verbinden würde, wär's besser. Nur müssen diese spiele bei den herstellern von den eltern und gesundheitsbehörden verlangt werden, sonst werden sie nicht produziert.

bouche dorée
03
25.9.2011, 16:52
schuld sind die computerspiele...

ja, klar!! und nicht zb das von der politik betriebene verscherbeln von sportplätzen und -anlagen an private - fußballplätze, tennisplätze bis hin zu den bädern, die in "erlebnisbäder" umgewandelt wurden. die stadt wien hat ganz aktiv dazu beigetragen, dass sport immer mehr ein vergnügen für die reichen geworden ist, die ihren kindenr die mitgliedschaften zaheln und sie auch regelmäßig hinkutschieren können.

Schmalzfiedler
00
25.9.2011, 14:54
Bewegungsanleitung auf Video

nicht so ernst gemeint: http://www.youtube.com/watch?v=Aml4-hJxNBs

Zero tolerance for corruption in Public Affairs
 
00
25.9.2011, 12:57
Man muss doch nur den/die durchschnittliche ...

... ÖsterreicherIn anschauen und weiss, warum die Kinder solche Bewegungsmuffel geworden sind! ;-(

(Computerspiele sind IMO nicht das Hauptübel ...)

Die gute Nachricht ... wenn es gelingt, den Kindern und Jugendlichen die Freude an jeweils adäquater Bewegung zu vermitteln, dann läuft alles von selbst ... dann ist ein Leben ohne Bewegung gar nicht mehr vorstellbar!

(Gilt im Übrigen auch und gerade für Erwachsene!)

P.S.: Dick oder dünn, groß oder klein, jund oder alt zu sein ist ganz wurscht! - Es gibt für JedeN die richtige Bewegungsform ...

Wasser
00
25.9.2011, 10:58
oh weh....

"Es gibt Untersuchungen, denen zufolge diese Generation die erste sein wird, die durchschnittlich früher sterben wird als ihre Eltern", warnt der Experte.

Das wird ja super - wenn das Pensionssicherungssystem damit für die aktuelle Generation 40+ und 50+ noch weniger finanzierbar wird als es sich eh schon abzeichnet.

kelly lucojannakis
 
00
25.9.2011, 08:46
Is wieder mal nur probaganda für

die ganztagesschule. eigentlich gehören eltern zeitlich so unterstützt das sie ihren kindern ein vorbild sein können was bewegung und ernährung betrifft. alles was kinder mit ihren eltern gemeinsam erleben dürfen, werden sie als wichtig und richtig erachten. man sollte im sinne unserer kinder und deren zukunft sich gegen die leistungsge"sell"schaft endscheiden. ELTERN haben die verantwortung und nicht der staat und das ist auch gut so.

cerberos
00
25.9.2011, 15:28

Aber was kann ein Kind dafür, wenn es verantwortungslose Eltern hat? Soll es darunter leiden, oder soll nicht doch lieber der Staat möglichst versuchen, auch derartig Benachteiligte aufzufangen, damit sie ihr Potential ausschöpfen können, anstatt später möglicherweise um wesentlich mehr Steuergeld erhalten oder therapiert werden zu müssen?

Ich vermisse in unserer Gesellschaft den Weitblick und ein Handeln im Sinne der Worte Helmut Kohls:
"Die Menschlichkeit einer Gesellschaft zeigt sich nicht zuletzt daran, wie sie mit den schwächsten Mitgliedern umgeht."

cerberos
01
24.9.2011, 17:06

Vorausschauenderweise hat die liebe Liesl Gehrer anfang des letzten Jahrzehnts die Turnunterrichtsstunden gekürzt.

Kommerzialratte
010
24.9.2011, 11:47
Die Verminderung der körperlichen Fitness ist sicher dramatisch,

aber noch viel verheerender wird sich die Degeneration auf psychischer Ebene auswirken.
Die Youngsters werden heute täglich, gnadenlos und ohne Atempause mit astreinem Wahnsinn und Sexvertrottelung abgefüllt.

Wenn wir so weitermachen, haben wir in 2 Generationen Orcs gezüchtet.

susi strolcher
08
24.9.2011, 09:39
erst treiben wir den kindern den natürlichen bewegungsdrang aus

"sitz still, du kannst doch jetzt nicht so rumzappeln, im hof ist das ballspielen verboten"...dann wollen wir sie zu organisiertem sport zwingen. gesund und geordnet sind gegensätze.

andreas weissnicht
10
23.9.2011, 18:44
Beim Balancieren wird der Gleichgewichtssinn trainiert.

Glaub ich nicht.

La Balance
00
24.9.2011, 07:29

Dann probieren sie es aus und balancieren über einen Schwebebalken. Nach der 6. Beule haben sie vielleicht ihr Gleichgewicht trainiert!

andreas weissnicht
11
23.9.2011, 18:40

1.) Es ist doch herrlich, wenn man nach 2 Stunden Turnen verschwitzt und müde noch Mathematik oder Geografie pauken muss!

2.) Wenn man sich ständig anhören muss, wie gesund doch Obst, Fisch etc. ist, dann schmecken die Chips und die McDonalds Burger umso besser daheim. Die Motivation, sich gesund ernähren zu wollen, muss von einem selber kommen, und einem nicht ständig eingetrichtert werden. Nur meine Meinung.

Wappen hea
00
25.9.2011, 14:41

Bei uns hat der Turnlehrer freigestellt, ob wir ein paar Minuten früher aufhören wollen, um Zeit zum Duschen zu haben. Das war in den 80ern.

Rein formell hätte also keine Notwendigkeit bestanden verschwitzt im Unterricht zu sitzen.

Odette
00
24.9.2011, 19:55
so muss es ja nicht sein

1. turnstunden können gleich in den ersten stunden sein, das bringt das getriebe in gang, oder halt am ende des tages. es sollten halt schon auch duschen zur verfügung stehen, sonst haben sie recht, das wär bitter.

2. viele brauchen zuallererst mal information. von da zum eintrichtern ist noch ein weiter weg.

Detlef Thomas
10
23.9.2011, 15:05
Bewegte Schule

Diese Erkenntnisse sind ja wirklich nicht erst von heute! Verweise u.a. auf das Buch "Bewegte Schule" ISBN 978-3 85119-310-7, eines exzellenten Fachmannes auf dem Gebiet: Prof. MMag. Dr. Klaus Greier, erschienen 2007 im Anschluss und als Ergebnis eines vierjährigen Präventionsprojektes an einer Tiroler Volksschule. Dr. Greier unterrichtet u.a an der Pädagogischen Hochschule in Stams, an der USI Innsbruck und der FH Kufstein. Denkt man an Schulreformen, sollten derart motivierte Fachleute eingebunden werden.

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