Verkehr in Megacitys

Die Autoindustrie liefert Konzepte für den Autoverkehr in künftigen Megacitys und denkt über besonders kleine und smarte Fahrzeuge nach

Die Prognosen sind glasklar: Weltweit werden künftig immer mehr Menschen in immer größeren Städten leben. Gleichzeitig gilt: Je dichter ein Gebiet besiedelt ist, umso wirkungsvoller lässt es sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschließen. Eigentlich gute Aussichten für weniger verkehrsbedingten CO2-Ausstoß, zumindest pro Kopf. Allerdings: Ein öffentlicher Verkehr entwickelt sich nicht eigendynamisch wie das Automobil, wenn man nur genug Straßen baut. Für befriedigend funktionierende Massenverkehrsmittel sind ein ungleich größerer finanzieller Vorschuss und längerfristige Planung nötig als für den Autoverkehr.

Und in diesem Spannungsfeld ist nun auch die Autoindustrie sehr aktiv, liefert Konzepte für den Autoverkehr in künftigen Megacitys und denkt auch wieder über besonders kleine und smarte Fahrzeuge nach.

Da es unserer Wirtschaftsordnung entsprechend die Kernaufgabe der Autoindustrie ist, so viele Autos zu bauen wie nur möglich, bemüht sie sich auch intensiv darum, das Terrain der Megacitys nicht dem öffentlichen Verkehr zu überlassen. Der Elektroantrieb scheint hier sehr gute Argument zu haben: Lokal emissionsfrei, auch der Nachteil der kurzen Reichweite komme hier nicht so sehr zum Tragen, wird zumindest argumentiert. Aber auch kleine Elektroautos machen einen Stau und finden keinen Parkplatz, wenn es zu viele sind.

Das heißt, es gilt, im Sinne einer umfassend klugen Mobilität, auch Ideen zu entwickeln und umzusetzen, die nicht unbedingt eine Vermehrung der Autos zur Folge haben. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/23.09.2011)

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