Rückkehr Salehs spaltet Sanaa

23. September 2011, 18:10

Präsident verlässt überraschend Saudi-Arabien und kehrt fast vier Monaten Spitalsaufenthalt zurück

Sanaa/Kairo - Nur wenige Kilometer voneinander entfernt haben Saleh-Anhänger und Saleh-Gegner ihre großen Freitagskundgebungen abgehalten. Hunderttausende waren in Sanaa auf der Straße. Es herrschte gespannte Ruhe. Der umstrittene Präsident, der seit 33 Jahren im Amt ist, ist entgegen ersten Spekulationen nicht beim Freitagsgebet seiner Loyalisten aufgetreten. Einer seiner Sprecher trat auch Gerüchten entgegen, Saleh sei gekommen, um seinen Rücktritt bekannt zu geben. Über eine Mitteilung des Verteidigungsministeriums rief er lediglich zu einem Waffenstillstand auf und erklärte, es gebe keinen anderen Weg als Verhandlungen, um das Blutvergießen zu stoppen und eine Lösung zu finden.

Freudensalven hatten sich mit Gefechtslärm gemischt, als am frühen Freitagmorgen das staatliche Fernsehen die Rückkehr von Ali Abdallah Saleh nach Sanaa vermeldete. Nach einem Raketenangriff auf seinen Palast, bei dem elf Menschen starben, hatte er fast vier Monate in der saudiarabischen Haupstadt Riad, die meiste Zeit davon im Spital, zugebracht. Zwei Mal hatte er sich in dieser Zeit über das Fernsehen gemeldet. Einmal hatte er der Opposition eine Machtteilung angeboten und das zweite Mal am 17. August angekündigt, er werde bald in seine Heimat zurückkehren. Dennoch waren die meisten Beobachter davon ausgegangen, dass er in Saudi-Arabien bleiben wird.

Erst vor wenigen Tagen hatte Saleh König Abdullah persönlich getroffen. Über den Inhalt der Gespräche wurde nichts bekannt. Saudi-Arabien ist der wichtigste Geldgeber des ärmsten arabischen Landes und übt in Sanaa großen Einfluss auf alle Gruppierungen aus. Ohne die saudische Zustimmung hätte der 69-jährige nicht in seine Heimat zurückkehren können. Ein Vermittlungsversuch der Golfstaaten war erst diese Woche wieder gescheitert.

Salehs Auftauchen kommt zu einem Zeitpunkt, da sich der Jemen an einer "gefährlichen und sehr heiklen Kreuzung" befinde, wie sich die UN-Kommissärin für Menschenrechte Navi Pillay ausdrückte. Seit Sonntag dreht sich die Spirale der Gewalt so heftig wie kaum je in den acht Monaten seit dem Aufflackern der jemenitischen Demokratiebewegung, die einen Rücktritt des Präsidenten und einen Machtverzicht seines ganzen Clans verlangt. Mehr als hundert Menschen starben in diesen Tagen, über Tausend wurden in Sanaa und mehreren anderen Städten des Landes verwundet.

Zweigeteilte Stadt

Das öffentliche Leben in der Hauptstadt ist völlig zum Erliegen gekommen. Schulen, Banken und Geschäfte bleiben geschlossen. Wer nicht unbedingt muss, geht nicht auf die Straße und sucht zu Hause Schutz vor den Schießereien zwischen rivalisierenden Armeeteilen und zerstrittenen Stämmen und den Scharfschützen der Regierung. Die Stadt ist praktisch zweigeteilt, zwischen dem nördlichen Teil der wichtigsten Durchgangsstraße, wo die Revolutionsjugend ihr Camp auf dem Platz vor der Universität hat, und dem Süden, der von den regimetreuen Republikanischen Garden kontrolliert wird. (Astrid Frefel/DER STANDARD, Printausgabe, 24.9.2011)

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19 Postings
NONE
00
24.9.2011, 00:44

Saleh muss so oder so entfernt werden.

Seine Killerkommandos sind irrelevant, die können nicht langfristig die Bevölkerung in Schach halten.

bärli mann
01
23.9.2011, 22:03
eine US Marionette

soll sich bitte über Mannhattan, pardon die Häuser hauen.

Halbmond
01
23.9.2011, 15:54
Seit 1979 regiert er.....noch immer noch nicht genug.

Der stuhl auf dem er sitzt,der muß ja schon stinken.

haarspalter
00
26.9.2011, 11:22

stuhl stinkt immer.

Roter Baron
02
23.9.2011, 13:01
der ist ja ein besonderes früchtchen

hoffentlich gehen die jemeniten gebührend mit ihm um.

roter baron

Smaga
02
23.9.2011, 11:24
verblüffende Ähnlichkeit mit Lukaschenko

ist das nicht der Weißrussische Präse im Pinguinkostüm. Sieht auf diesem Photo seinem Osteuropäischen Kollegen sehr ähnlich.

Halbmond
00
23.9.2011, 16:12

YEP

Olaf Arne Jürgenssen
29
23.9.2011, 11:08
Armes Jemen

Mitunter wünscht man auch als grundsätzlicher Pazifist, dass die Rakete damals besser getroffen hätte. Das Problem ist nicht nur der Jemen, sondern vor allem das Regime in Riad. Aber schon Bush hat lieber das völlig säkularisierte Bagdad angegriffen statt das religiös völlig rigide Saudiarabien, obschon fast alle 9/11 Attentäter incl. Bin Laden Saudis waren. Das verstehe, wer mag. Voll weltpolitischem Weitblick haben die Amis ja auch seinerzeit zunächst selbst die Talibans aufgerüstet - ua. mit Stinger-Raketen....

Markus Freyberg
12
23.9.2011, 19:47
naja "das völlig säkularisierte Bagdad...?"

wo es Religionsfreiheit gab? Und Minderheitenrechte (vor Allem die der Kurden?) und Menschenrechte? Und Gleichberechtigung der Geschlechter? Ich denke, dass ich irgendetwas falsch gesehen habe....Oder?

iwan grorosnij
01
23.9.2011, 22:43

vielleicht ist völlig säkularisiert ein bisschen übertrieben aber vor dem irakkrieg lebten muslime, christen usw weitgehend friedlich miteinander
siehe hier http://de.wikipedia.org/wiki/Irak... Religionen

ganz allgemein war der irak vor 2003 relativ sicher
der krieg hat die entwicklung des landes um jahrzehnte zurück geworfen kulturell, religiös, wirtschaftlich usw.

Lionel Cosgrove
01
23.9.2011, 10:35
ein zäher Bursche

der Ali

Rose Bud
11
23.9.2011, 10:24
Ganz ein Böser

dusty kowarik
41
23.9.2011, 09:16
ein "Präsident" von den USA de facto eingesetzt

scrollradl
 
01
23.9.2011, 09:08

den haustorschlüssel hätte er besser weggeschmissen

Hermine Berg
 
00
23.9.2011, 08:53
ist das eine fotomontage?

die rechte hand auf dem bild schaut total unnatuerlich aus.

Olaf Arne Jürgenssen
00
23.9.2011, 11:01
Handschuh

Vermutlich handelt es sich um einen Verbrennungshandschuh, um die Keloidbildung hintanzuhalten....

Track123
00
23.9.2011, 09:12

Darunter trägt er auch das Pinguinkostüm von Danny de Vito.

mikromalist
 
13
23.9.2011, 07:54
Auch er wird wieder rennen,

aber vorher noch ein Blutbad anrichten. Diktator sein ist einfach zu schoen.

zimbo
 
24
23.9.2011, 07:23
Na das freut das Volk sicher aber.

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