Verlag "leakt" Memoiren von Julian Assange

Autobiografie erscheint trotz fehlender Autorisierung durch Wikileaks-Gründer

London - Die Geister, die er rief, kehren sich nun gegen ihn: Am Donnerstag erschien die Autobiografie von Wikileaks-Gründer Julian Assange ohne dessen Zustimmung. Trotz fehlender Autorisierung durch den in Großbritannien festsitzenden Assange habe sich Canongate Books zur Veröffentlichung entschieden, berichtete The Guardian.

Assange bekämpft seit Dezember 2010 seine Auslieferung an Schweden, wo er wegen angeblicher sexueller Straftaten verantworten soll. Zur Finanzierung von Anwaltskosten hat Assange um kolportierte 1,3 Mio. Dollar mit Canongate und dem US-Verlag Knopf vertraglich vereinbart, einem Ghostwriter seine Autobiografie zu Protokoll zu geben. Assange hatte große Hoffnungen für das Buch, dass eine Mischung aus Erinnerungen und Wikileaks-Manifest werden sollte.

Nach 50 Stunden Interviews lehnte Assange jedoch seine weitere Mitarbeit ab. Das Projekt sei ihm "zu persönlich" geworden, erklärte der Verlag. Man habe Assange die Möglichkeit eingeräumt, das Buch zu redigieren, sowie eine gerichtliche Untersagung vor Auslieferung zu erwirken - beides sei nicht erfolgt. (spu/DER STANDARD, Printausgabe, 23.9.2011)

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