"Neulengbach könnte das Rapid-Team sein"

Interview |
  • In der vergangenen Champions League 
scheiterte Neulengbach mit der Brasilianerin Monica (rechts) im 
Achtelfinale deutlich an Turbine Potsdam (0:16). Am Mittwoch wartet in 
Runde eins Almaty auf die Meisterinnen aus Niederösterreich.
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    foto: sv neulengbach

    In der vergangenen Champions League scheiterte Neulengbach mit der Brasilianerin Monica (rechts) im Achtelfinale deutlich an Turbine Potsdam (0:16). Am Mittwoch wartet in Runde eins Almaty auf die Meisterinnen aus Niederösterreich.

Johannes Uhlig, Trainer des SV Neulengbach, beklagt das Des­interesse am Frauenfußball. Den Wiener Klubs rät er aufzuspringen

Standard: Neulengbach steigt am Mittwoch in die Champions League ein. Mit welchen Erwartungen?

Uhlig: Die erste Runde wird sehr unbequem, weil wir nach Kasachstan, nach Almaty fliegen. Duisburg hat letztes Jahr gegen diese Mannschaft gespielt, da habe ich mit der Trainerin gesprochen. Die Unterkünfte und die Trainingsbedingungen sind relativ schlecht, das Essen ist auch nicht besonders, überhaupt für unsere verwöhnten Leute. Und es kostet sehr viel, das reißt uns ein Loch, weil Frauenfußball ja finanziell nicht so gut ausgestattet ist.

Standard: Aber prinzipiell ist es doch gut, dabei zu sein?

Uhlig: Natürlich ist das super, es ist ein Anreiz für die Spielerinnen, das macht Spaß. Das Ziel ist der Aufstieg, dann haben wir in der zweiten Runde wohl Malmö, und die Schwedinnen sind noch eine größere Herausforderung.

Standard: Hat sich durch die WM etwas getan, ist das Interesse am Frauenfußball gestiegen?

Uhlig: Die Aufbruchstimmung ist schon bemerkbar, parallel hat ja der Fußballbund ein Frauenfußball-Zentrum in St. Pölten eröffnet. Es geht etwas weiter, weil viele Spielerinnen zu uns kommen und professionell arbeiten wollen.

Standard: Hat die WM auch Ihnen neue Blickwinkel eröffnet?

Uhlig: Im Frauenfußball geht irrsinnig viel weiter, speziell wenn man sich die Detailparameter ansieht. Athletisch werden die Mädchen immer besser, Japan ist ein Vorzeigebeispiel. Auch die USA oder Deutschland sind da hervorragend, gepaart mit technisch-taktischer Qualität. Die neue Macht kommt aber aus Asien, neben Japan aus China, Nord- und Südkorea.

Standard: Dennoch haben Sie angeregt, Frauen- und Männerfußball nicht weiter auf einer Ebene zu führen. Ist das nicht ein seltsamer Ansatz für einen Frauentrainer?

Uhlig: Oft werden solche Statements aus dem Zusammenhang gerissen. Die Emanzipation des Frauenfußballs gegenüber dem Männerfußball ist natürlich positiv, aber wir wissen aus Untersuchungen, dass für den Männerfußball bei der derzeitigen athletischen Entwicklung die Spielfelder zu klein werden. Für Nationen, die im Frauenfußball athletisch noch nicht so weit sind, ist aber etwa ein Feld, das 100 mal 75 Meter misst, einfach noch ein bisschen zu groß. Aus diesen Gründen wäre für Frauen ein 85 mal 55 oder 60 Meter großes Feld besser. In den finalen Phasen des Spieles können die Mädchen zum Beispiel wegen des Kraftverlustes den finalen Pass von der Flügelzone nicht mehr ins Feld bringen. Aus Modellsicht wäre es ideal, kleinere Spielfelder zu nehmen. Aber ich bin kein Wahnsinniger und verlange, dass jetzt alle Felder zusammengeschnitten werden, das geht schon aus wirtschaftlichen Gründen nicht.

Standard: Die Vienna stellt Mädchenteams auf. Als erster Bundesligist in Wien. Sollten Frauen- und Mädchenmannschaften wie die Nachwuchsarbeit eine Bedingung für die Ligazugehörigkeit sein?

Uhlig: Wenn die großen Klubs wie die Austria oder Rapid clever sind, dann machen sie sofort Frauenmannschaften oder suchen sich einen Partnerklub. Neulengbach könnte ohne weiteres das Rapid-Team im Frauenfußball sein. Ich glaub, der Herr Stefan Ebner von Rapid wohnt sogar in Neulengbach. Vielleicht springen die ja auf diesen Zug auf. Die Klubs könnten mehr Subventionen bekommen, und die Mädchen strömen dorthin, weil sie in einem Superteam spielen wollen. Ich würde das schon längst machen, bin aber kein Funktionär.

Standard: Könnte das nicht den eingesessenen Klubs schaden?

Uhlig: Wenn man ehrlich ist, interessiert der Frauenfußball jetzt ohnehin keinen. Das klingt brutal, aber wir werden in einem Heimspiel der Champions League vielleicht 1000 Zuseher haben. In der Meisterschaft sind es 52, da sind Tante, Onkel, Mutter, Vater, Schwester, Bruder dabei. Es interessiert ja auch die Medien nicht.

Standard: Wir wirkt sich das in der täglichen Arbeit negativ aus?

Uhlig: Ich bin beim Spitzenklub, kann das aber nur nebenberuflich machen, weil selbst dort professionelle Arbeit im Sinne hauptamtlicher Trainer unmöglich ist. Die Bedingungen sind sehr gut, wir trainieren drei- bis viermal die Woche, aber mir ist schon klar, dass das weit von Klubs wie Potsdam, Duisburg, Lyon oder Arsenal entfernt ist. Die haben zwei, drei hauptamtliche Trainer. Das ist ein ganz anderes Geschäft. (DER STANDARD Printausgabe; 23. September 2011)

JOHANNES UHLIG (48), Sportpädagoge und -wissenschafter an der Uni Wien, war Nachwuchstrainer und Coach der U17-Mädchen des ÖFB. Er wirkt seit Juli 2010 beim SV Neulengbach.

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Die besten Frauenmannschaften in Deutschland (FFC Frankfurt, FCR Duisburg und Turbine Potsdam) spielen auf den Niveau der Bezirksliga der Männer und die anderen Frauen-Bundesligisten auf Kreisliga-A-Niveau.

Vor 6 Jahren lief bei Kabel1 die Serie "Helden der Kreisklasse. Da hat der ehemalige Profi "Manni" Burgsmüller den Verein SSV HACHENEY, der in der Kreisliga C spielte, übernommen und ist am Ende der 2.Staffel mit den Verein in die Kreisliga B aufgestiegen. Im Oktober 2005 gab es ein Turnier wo drei Mannschaften Teilgenommen haben. Hacheney, SC Bad Neuenahr und eine Kölner U18-Auswahl. Gespielt wurde 2x 20 Minuten. Hacheney gewinnt gegen den Bad Neuenahr glatt 4-0. Am Ende der Saison 2005/2006 wurde Neuenahr in der Frauen-Buli Vierter.

Neulengbach könnte das rapid team sein?

Klar das Hofmädchen fällt ja sicherlich genauso leicht wie die Damen aus Neulengbach

is hier was interessantes???

NEIN!!!

Ihr Posting ist uninteressant, sonst nichts.

52 Zuschauer

na immerhin mehr als die Admira :D

Die Admira hat immerhin bald mehr als die Austria :-)

Rapid hat mit VIP-Klub Steffi bereits den ersten Schritt gemacht.

wenn der steffen einen schritt auf dich zumachen

würde, würden dir die pampers platzen..........lusche!

Sprechen Sie hier aus eigener Erfahrung? Verwunderlich wäre es nicht!
In diesem Sinne, Herr Akademiker.

Wer braucht Rap!d?

Die neugegründete Frauensektion des Wiener Sportklubs muss zwar heuer in der untersten Leistungsstufe (1.Klasse A) antreten, kann aber jetzt schon mit mehr als doppelt so vielen Zusehern wie Neulengbach bei Meisterschafts-Heimspielen aufwarten. Tendenz steigend.

Nach den ersten 3 Runden liegt man unangefochten klar am ersten Platz. Es ist also nur eine Frage der Zeit bis man Neulengbach & Co näher kommen wird.

Allen an Frauenfußballinteressierten kann ich ein Spielbesuch nur ans Herz legen. Die gewohnt positive Fanstimmung beim Sportklub sorgt für eine äußerst gemütliche Atmosphäre.

Nächstes Heimspiel morgen Samstag um 16:30 am Sportclub-Platz! Be there! ;)

www.wienersportklub.at

Fußballesterische Grüße von der Hohen Warte

nur glaube ich nicht

dass ausgerechnet der eh schon finanziell nicht auf rosen gebettete wiener sportclub oder sportklub einem frauenteam eine anschubfinanzierung geben könnte, die für die erste bundesliga reicht.

ein guter Mann

wenn alle soviel vom Fußball verstehen würden wie Johannes Uhlig und man die auch machen lassen würde, dann wäre es um den Fußball in Österreich viel besser bestellt!

Stimmt. Hab ihn bei einer Trainerfortbildung gehabt.... ein Sehender unter den Blinden.

Du machst Trainerfortbildungen?

Johannes Uhlig, Trainer des SV Neulengbach, beklagt das Desinteresse am Frauenfußball.

Sponsoren müssen ins Boot genommen und Fußballspiele via Livestream gezeigt werden.

Sonst hat sich noch immer ein gut gemachter Kalender bewehrt ;-)

Und sie interessieren sich z.B. nach einem "Feuerwehr-Frauen" Kalender tatsächlich brennend für die Feuerwehr?

also, brennend interessiere ich mich sicher für die feuerwehr...

nö...

... hier geht es um aktive Sportlerinnen ... was hat das mit "Spielerfrauen" zu tun?

Wenn da nicht das Wörtchen Rapid in der Schlagzeile stünde, würde kaum wer den Artikel anklicken - soviel zum Interesse an Frauenfussball.

mich haben eher die violetten dressen im bild zusammen mit dem wörtchen "rapid" angezogen......

"Wörtchen" ist eine sehr gelungende Umschreibung Rapids.

wer bitte ist rapid

Der Herren-Fußball in Österreich ist nicht gerade niveauvoll und könnte leicht getoppt werden

Wenn die Frauen sich darin kompetenter erweisen würden, wär das ein enormer Knacks für das männliche Ego, welche in den Vorständen herrscht.
Unterförderung ist von daher von oben vorgeschrieben, notfalls werden aus "finanziellen Gründen" aussichtsreiche Frauenfußball-Vereine geschlossen, als das man als Mann solch eine Schmach erleben muss.

ich finde, dass frauenfussball

jetzt schon so interressant wie rapid ist

was also sollte man ändern?

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