EU

Niederlande und Finnland blockieren Schengen-Erweiterung

22. September 2011, 18:01
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    foto: reuters/cristel

    Passkontrollen bleiben auf dem Landweg noch bis mindestens Mitte 2012 bestehen.

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    So wie hier an der deutsch-österreichischen Grenze bei Kufstein in einem Ausnahmefall gibt es weiterhin Grenzkontrollen in Rumänien und Bulgarien.

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    grafik: derstandard.at/stepmap

Veto gegen Beitritt Bulgariens und Rumäniens - Ablehnung der EU-Innenminister

Rumänien und Bulgarien dürfen weiter hoffen: Die EU-Innenminister konnten sich zwar nicht auf den Wegfall der Grenzkontrollen einigen. Dennoch könnten Flughäfen bald zum Schengen-Raum gehören.

*****

Die EU-Innenminister haben sich am Donnerstag in Brüssel nicht darauf einigen können, für Rumänien und Bulgarien den Weg zur Aufhebung der Kontrollen der Grenzen zu den benachbarten EU-Staaten (gemäß Schengen-Vereinbarung) freizumachen.

Dennoch dürften die Chancen, dass die beiden Länder noch in diesem Jahr zunächst die Flughäfen und Mitte nächsten Jahres auch die Landesgrenzen öffnen können, gestiegen sein: Auf deutsch-französische Initiative hin wird die Sache in drei Wochen auf die Tagesordnung des EU-Gipfels der Staats- und Regierungschefs in Brüssel gesetzt. Diese sollen ein Machtwort sprechen, ob der zuletzt vorliegende Zwei-Stufen-Plan (die Innenminister vermieden eine Abstimmung) letztlich umgesetzt wird oder nicht. Erwartungsgemäß haben die Niederlande und Finnland den ursprünglichen Vorschlag der EU-Kommission, die Grenzkontrollen (auch auf dem Landweg) Ende Oktober ganz aufzuheben, abgelehnt. In beiden Ländern stehen die Regierungen unter Druck rechtsgerichteter EU-skeptischer Parteien. Eine teilweise Öffnung der Grenzen soll ihnen nun eine Zustimmung ohne Gesichtsverlust ermöglichen.

In deutschen Regierungskreisen zeigte man sich relativ optimistisch, dass dies gelingt. Den formalen Beschluss müssten die EU-Innenminister noch im Oktober bei der nächsten Ratssitzung in Luxemburg treffen. Der Zwei-Stufen-Plan hat zum Inhalt, dass eine Öffnung der Landesgrenzen mit Juli 2012 nicht automatisch erfolgen kann, sondern nur nach neuerlicher Prüfung und einem weiteren Ministerratsbeschluss.

Recht auf offene Grenzen

Die Schengen-Vereinbarung im Unionsvertrag sieht den Wegfall der Grenzkontrollen als Recht jedes Mitgliedstaates vor, wenn er die Sicherheitsvoraussetzungen erfüllt. Nach langjähriger Prüfung und Nacharbeit war Rumänien und Bulgarien vom zuständigen Expertenausschuss zuletzt auch Schengen-Reife bestätigt worden.

Dass die Umsetzung in Stufen erfolgt, wäre nicht ungewöhnlich: So war es auch, als Österreich 1997 seine EU-Grenzen öffnen konnte - nach heftigem Widerstand aus Bayern. Von allen Fraktionen des EU-Parlaments wurde die Blockade als populistischer Reflex, als "Kniefall" vor rechtsextremen Parteien kritisiert. Von solchen Populisten dürfe man sich nicht in Geiselhaft nehmen lassen, warnten die Konservativen.

Österreich stimmt der Grenzöffnung zu, erklärte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner in Brüssel. Der Rechtspopulismus sei in allen EU-Staaten "spürbar, und man darf ihm nicht nachgeben" , beteuerte sie. In diesem Zusammenhang bedauerte sie, dass sie selbst der EU-Kommission wegen eines Vorschlags zur Neuregelung der Schengen-Praxis "Größenwahn" vorgeworfen habe. Dies sei in einer ersten Emotion erfolgt.

Dennoch lehnte Mikl-Leitner gewisse Vorschläge von EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström inhaltlich auch am Donnerstag scharf ab. Malmström will eine Reform, die es einzelnen EU-Ländern weitgehend unmöglich machen würde, ihre Staatsgrenzen in Ausnahmefällen aus Sicherheitsgründen eigenmächtig zu schließen. Das, so Mikl-Leitner, käme nicht infrage. "Sicherheitsstandards dürfen nicht gefährdet werden, Österreich muss allein entscheiden können" ; die EU-Kommission habe keine Kompetenz in Sicherheitsfragen.

Die Mehrheit der EU-Staaten sieht das ähnlich. Positiv beurteilt die Innenministerin Kommissionspläne, die ein gemeinsames Eingreifen vorsehen, sofern ein EU-Land seinen Verpflichtungen zur Sicherung der EU-Außengrenzen nicht nachkommt.

Gleichwohl: Gemeinsam mit Ungarn hat Österreich der Union einen Aktionsplan vorgeschlagen, um die zuletzt stark steigende illegale Migration via Serbien einzubremsen. (Thomas Mayer aus Brüssel/DER STANDARD, Printausgabe, 23.9.2011)

Kommentar posten
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Neb O' Chant
00
27.2.2012, 21:23
Recht so!

Was soll der Schmäh? Will man den rumänischen Einbrecherbanden auch noch die letzte Hürde nehmen?

fmi
00
17.10.2011, 08:55
Danke, danke, danke

Es war schon fast von einer EU Diktatur die Rede, gut, daß es Widerstand gibt.

Phoenixx
 
00
11.10.2011, 12:12
Andere Dinge sollten uns mehr Sorgen bereiten...

Die EU und der Rest der derzeitigen westlichen Weltordnung ist eh bald Geschichte - zu einer weiteren Erweiterung wird es nicht mehr kommen.
Warum sich noch darüber Kopf zerbrechen - da gerade alles andere "zerbricht".

Nelson25
02
11.10.2011, 11:26
um gottes willen keine erweiterung von Schengen ausser wir machen unsere Grenzen wieder dicht!

sepp schilehrer
01
11.10.2011, 08:52

Dass unsere Grenzen offen wie Scheunentore sind, ist Fakt, liegt aber nicht am Schengen-Abkommen.

Ich fahre öfters über den (ehem.) Autobahngrenzübergang bei Suben. Auf Deutscher Seite steht in 90 % ein nicht unauffälliger Kombi mit zwei Herren drin, welche die Fahrbahn anschauen.

Auf österreichischer Seite hab ich noch nie jemanden stehen gesehen....

Neb O' Chant
00
27.2.2012, 21:26
Auf Deutscher Seite steht in 90 % ein nicht unauffälliger Kombi

Was Sie bemerkt haben, sind mein Kumpel und ich, wenn wir uns am Fahrbahnrand unseren Rausch ausschlafen. Das wär uns in Österreich zu gefährlich, in Deutschland werden wir immer für Grenzer gehalten ...

;-)

open mind d.d.
01
7.10.2011, 12:23
richtig so......

wir sollten wirklich mal Stabilität in das bringen, was wir schon haben, und dann den nächsten Schritt tun. Was erwarten wir uns von RO und BG? Vielleicht das sie noch mehr Geld fordern, und das dann doch nicht beim Volk ankommt?

Keohane
00
7.10.2011, 11:39
Mostbluzza
00
5.10.2011, 13:54
ganz generell zum gröss(t)enwahn

überlegen wir uns mal dies.

klein und fein, auf 100 pferde setzend und nicht auf 1 bock und eine kuh (frk,dt) in europa. wie wärs? ... als ob man es sich aussuchen könnte, aber man muss der idiotie des eu grosskonzerns ja nicht hintenrein kriechen und die kohle freiwillig mitnehmen. denn die rechnung des profits für alle (wohlstandssteigerung im durchschnitt für österreich) geht nachweislich lange nicht mehr auf.
für brd wars das nicht mal am anfang.

also mal kurz innehalten ... ganz uneingenommen frei denken, ob es nicht sein könnte, tempo rauszunehmen und nicht reinzwingen zu lassen.

http://www.welt.de/kultur/hi... reich.html

fmi
12
3.10.2011, 08:08
Gott sei dank!

Rührt sich was in der EU! Ich dachte schon, wir seien der EU Komission komplett ausgeliefert. Spät aber doch! Das Österreich nicht als Rebell beginnt, war uns klar. Obwohl wir alle dachten, in der EU können wir "mitgestalten". Der Schilling war ja auch am DM gebunden. Danke an die Nordländer!

sepp schilehrer
02
11.10.2011, 08:48

Fachlich völlig falsch.

Die Kommission war in der ganzen Geschichte der Union noch nie so machtlos und schwach wie heutzutage.

Mackie_Messer
02
30.9.2011, 11:18
Das gibt eine neue Initiative für die Wirtschaft, mehr Konkurrenzdruck

Vor allem in den Bereichen Mafia, Menschenschmuggel und Drogenproduktion. Da müssten eigentlich die Italiener gegen sein, denn bei denen ist sowas ja auch immer noch größter Wirtschaftszweig!

armin delmenhorst
 
20
30.9.2011, 08:56
Dank an diese beiden Länder

Aber wie der Poster Fux bereits rethorisch fragte, wird es am Grundproblem nicht sehr viel ändern.

Rumänien und Bulgarien hätten in diesem Zustand, in dem sie sind, nie in die EU aufgenommen werden dürfen. Die sogenannten Beitrittskriterien wurde hier nicht gebogen sondern schlicht weg ignoriert. Der Beitritt nütze in diesen Ländern nur "den Organisierten", die aus den Geheimdienste, etc. hervorhingen und den europäischen Banken und Wirtschaftskriminellen, nicht aber der Bev.

Ne schrittweise Heranführung (so wie Österreich) an die EU wäre der richtige Schritt gewesen, der auch der Bevölkerung in diesen Länder zugute gekommen wäre. Aber wie immer siegte die "Organisation".

sepp schilehrer
00
11.10.2011, 08:50

Völlig richtig, langsam kommt ans Tageslicht, was die arrogante Clique um Josef Fischer und Gerdchen angerichtet haben.

Oder lags doch nur an den Rechten für die Gas-Pipelines...?

Wer braucht Rumänien und Bulgarien (derzeit) in der EU? Cui bono? Die hätten mal 10 Jahre zum EWR gehen sollen, sich dort vorbereiten. Ein Beitritt 2020 wär bald genug gewesen.

fmi
00
3.10.2011, 08:11
Ist Griechenland nicht schlimm genug?

Man kann nur hoffen,daß der Euro scheitert, damit diese Länder, die noch schlimmer sind als Griechenland, nicht reinkommen, in die Transfersunion.
Danke!

Dame Gruev
01
30.9.2011, 20:34
ls Hetze (kein Plural) im gesellschaftlichen Sinn bezeichnet man unsachliche und verunglimpfende Äußerungen zu dem Zweck, Hass gegen Personen oder Gruppen hervorzurufen, Ängste vor ihnen zu schüren, sie zu diffamieren oder zu dämonisieren.

Unsachliche und verunglimpfende Äußerungen 1:
"Die sogenannten Beitrittskriterien wurde hier nicht gebogen sondern schlicht weg ignoriert". (?)

Unsachliche und verunglimpfende Äußerungen 2:
"der Beitritt nütze in diesen Ländern nur "den Organisierten" (?)

armin delmenhorst
 
10
30.9.2011, 20:52
@ Dame - Überredet

Bulgarien und Rumänien erfüllten im gleichem Maße die Kritierien wie Schweden und Österreich. Durch den Beitritt zur EU erfuhr die einfache Bevölkerung in diesem Ländern eine erhebliche Verbesserung des Lebensstandards.

Selbstverständlich weisen Verwaltung und Exekutive EU-Standard auf, sonst hätte die gewissenhafte, nur den Bürgern und nicht den Banken, verpflichtenden Machthaber in Brüssel diese Länder nie hereingeholt.
Selbstverständlich profitierte der einfache Bürger in A auch in hohem Maße, konnte doch dank Gruppenbesteuerung Banken und Großindustrie ihre Standorte dorthin verlagern.

Verbessern Sie mich bitte, sollte mir irgendwo ein Fehler unterlaufen sein.

Dame Gruev
00
30.9.2011, 21:46
Die "EU-Standards" in Österreich: Eurofighter, Telekom, Buwog, Hypo-Alpe-Adria, Staatsbürgerschaft gegen Geld. Strasser, Grasser, Gorbach, Scheuch, Hochegger...

"...Bulgarien und Rumänien erfüllten im gleichem Maße die Kritierien wie Schweden und Österreich..."
LEIDER nicht! So weit sind Bulgarien und Rumänien immer noch nicht:

http://www.taz.de/!67741/

http://derstandard.at/129781910... B-Managern

http://www.wien-konkret.at/politik/korruption/

http://diepresse.com/home/poli... esterreich

http://www.kleinezeitung.at/nachricht... eich.story

http://www.nachrichten.at/nachricht... 385,710265

Alfred Fux
00
27.9.2011, 10:02
Weshalb stellt eigentlich niemand die Frage: Wem nützt das?

lingam
00
26.9.2011, 10:48
liebe redaktion

bei der erlaeuternden landkarte, auf der links oben das webstandardlogo und rechts unten das von stepmap.de ist, stimmt die farbkodierung der legende nicht mit der auf der karte ueberein. (UK und IRL sind keinesfalls kooperierende staaten, sondern nicht EU schengenmitglieder).
koennt ihr das bitte korrigieren?

Mackie_Messer
00
30.9.2011, 11:23
Keine Sorge, man hat nur schlecht von Wikipedia abgekupfert

Kooperierende Staaten ist allerdings der richtige Begriff. Zur Erklärung:

Nicht-EU Schengenmitglieder sind Länder die NICHT in der EU sind aber trotzdem Reise- / Visumfreiheit geniessen

Kooperierende Staaten sind Staaten die in der EU sind, allerdings NICHT Teil von Schengen sind - also Irland und GB. Kooperierend heißt man kann trotzdem als Schengen-Bürger ohne Visum hin, allerdings gilt das Schengen Visum das nicht-Europäer kriegen anders, also ein Chinese mit deutschem Visum kann nicht ohne weiteres nach England und in die Schweiz.

Prof. Wolf
00
30.9.2011, 20:03
Aber die Schweiz ist Schengenmitglied. Meinst du Irland?

lingam
00
30.9.2011, 11:55
nichts anderes habe ich behauptet

nur passen eben auf der karte die farben in der legende nicht zu denen der entsprechenden staaten

sbmd750
55
23.9.2011, 20:51
Schade

Lese Standard seit Jahren. Bin aus und lebe in RO. Ich hätte mir aber nie eine so grobe Generalisierung von der Seite der Österreicher vorstellen können. Seid sicher, dass die bösen Diebe aus RO schon in AUT sind. Schengen-Abkommen hat mit diesen nichts zu tun. Nur die anständigen Leute von RO haben was zu bedauern - 10 Minuten Wartezeit an der ungarischen-rumänischen Grenze oder an den Flughäfen. Aber wenn ich diese Postings hier lese, dann kann ich froh sein, dass die Diebe bei Euch sind und nicht mehr bei uns... Blödsinn der Postings ist gleich wert, entweder in österreichischen oder in rumänischen Zeitungen

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