Als Ergänzung zu universitärer Studienberatung - 490 Euro für Workshop
Wien - Desorientierung in der aktuellen Bildungspolitik und negative Stimmung an den Universitäten machen die Zeit reif für verstärkte Investition in die Potenziale von Studenten. Dieser Meinung ist zumindest Sabine Seidler, externe Lehrbeauftragte an der Uni Klagenfurt und Beraterin, deren Verein StudentCOaching im kommenden Wintersemester startet. Einzel-Coachings und Workshops sollen Studierenden dabei helfen, "Skills wie Teamfähigkeit, soziale Kompetenz, Kommunikationsfähigkeit und Entscheidungsumsetzungskompetenz" zu entwickeln, so Seidler.
Das Coaching soll Studenten dabei helfen, ihr Studium zu reflektieren, sich über ihre Ziele bewusst zu werden und sich diese auch klar zu stecken. "Studenten kippen bei Entscheidungen oft in Unsicherheit und bleiben in einzelnen Fragen oft hängen", so Seidler. "Das hat mit Faulheit und dem eigenen Schweinehund zu tun, aber auch mit der Angst, nicht weiterzukommen und seine Ziele nicht zu erreichen." Während universitäre Studienberatung sich inhaltlich orientiert, solle das "StudentCOaching" "nah an den Potenzialen" orientiert sein.
So wird im Rahmen eines Workshops, der drei Gruppentreffen und vier Einzelgespräche via Skype-Telefonie umfasst, auch Business-Etikette behandelt. "Ich bekomme viel Rückmeldung aus der Wirtschaft, wonach sich Studenten nicht wirklich zu bewegen wissen", meint Seidler. Vor allem der internationale Aspekt sei ein wichtiges Element, etwa "für Studenten, die sich irgendwann in Führungskräfte entwickeln und die es aus Österreich rauszieht".
Bis zu 490 Euro
Für das Wintersemester 2011/12 sind in Österreich neun Workshops für jeweils acht Studenten geplant. Ein Drittel davon seien bereits gebucht, man bekomme zusätzlich vor allem Anfragen für Einzelcoachings. "Wir wollen auf jeden Fall größer werden und mehr Sponsoren finden", meint Seidler. Das soll auch das Coaching billiger machen. Bis zu 490 Euro muss sich ein Student die Potenzialfindung derzeit kosten lassen. (APA)