Sicherheitsproblem

Linux-User fürchten Ausschluss durch Windows 8

Zsolt Wilhelm, 22. September 2011, 10:31

Neue "Secure Boot"-Funktion von Windows 8 könnte Installation alternativer Systeme auf PCs erschweren

Unter den zahlreichen Neuerungen an der Oberfläche von Windows 8 schraubt Microsoft kräftig an den Basisfunktionen. Dazu gehört auch die bessere Absicherung des PCs vor Angriffen und Datendieben. Eine der neuen Schutzmaßnahmen heißt Secure Boot. Diese Funktion kann bei aktuellen Mainboards mit dem BIOS-Nachfolger UEFI (ab Version 2.3.1) aktiviert werden und blockiert den Start unsignierter Bootloader. Dies soll verhindern, dass jemand über ein anderes Betriebssystem auf dem Computer auf die Daten zugreifen kann - beispielsweise im Fall eines PC-Diebstahls. Gleichzeitig dient Secure Boot dazu, Manipulationen am Systemcode zu identifizieren und so den Rechner vor Schadsoftware zu schützen.

Ausschluss von Linux?

Dafür setzt Secure Boot voraus, dass sämtliche Software der PC-Komponenten, die für den Startprozess benötigt wird, "Signaturen vertrauenswürdiger Certificate Auhthorities (Trusted CAs)" trägt. Was grundsätzlich eine gut gemeinte Sicherheitsmaßnahme ist, lässt nun allerdings die Linux-Community auf die Barrikaden gehen, wie heise-online berichtet. Denn dem Bericht nach könnte die Aktivierung dieses Security-Features die parallele Installation und Anwendung eines alternativen Betriebssystems untersagen. So zweifele etwa Linux-Entwickler Matthew Garrett daran, dass alle PC-Hersteller bereit sind, "Schlüssel für signierte Linux-Software in der UEFI-Firmware ihrer jeweiligen Produkte zu hinterlegen". Gleichzeitig vermutet Garret, dass auch der Linux-Kernel selbst signiert werden müsste, was einen erheblichen Zusatzaufwand für individuell kompilierte Kernel bedeute. Zudem befürchte er Lizenz-Probleme mit dem Bootloader Grub 2, der unter der GPLv3 steht, die wiederum verlangt, dass solche Schlüssel veröffentlicht werden.

Strengere Kontrolle

Wenngleich das zunächst nach einem Fall für die Nische klingt, glaubt Garrett, dass künftig sämtliche PCs und Notebooks, die mit einem Windows 8-Logo ausgeliefert werden, Secure Boot unterstützen müssen. Eine Annahme, die von Seiten Microsofts zwar angedeutet, bislang jedoch nicht bestätigt wurde.

Allerdings wird Microsoft bei Windows 8 generell mehr Kontrolle auf Software-Entwickler ausüben. Wie berichtet, werden so etwa Programme, die die neue Benutzeroberfläche Metro unterstützen, nur noch von Microsoft abgesegnet über den Windows Store veröffentlicht werden können. Vor allem für Tablet-Nutzer dürfte das App-Angebot damit genau vorselektiert werden - ähnlich wie es bereits bei Smartphone-Plattformen wie Windows Phone oder iOS der Fall ist. (zw)

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Posting 1 bis 25 von 232
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sg_peter
00
26.9.2011, 17:39
Zeigt der das auf einem Macbook Air???

* Blub *
00
23.9.2011, 23:51
irgendwie unvorstellbar ...

..., daß sich jetzt sämtliche Hardwarehersteller nach Microsoft richten werden ...

gustl
 
00
25.9.2011, 21:09
So?

Wieviele Beschreibungen von Providern, wie man die Internetverbindung in Linux aktiviert sind Ihnen denn in letzter Zeit untergekommen?

Habe aus aktuellem Anlass bei meiner Mutter (dual boot Win/Linux) versucht, das neue Modem unter Linux anzusprechen. --> Steht in der Beschreibung nix drinnen.
Da stand nur: CD einlegun und weiter drücken.

Habe das gemacht, und es ging (dann auch unter Linux), also hat die Software irgendwas mit dem Modem aufgeführt.

Was ich bei mir selbst in so einem Fall machen würde weis ich nicht, ich habe kein Windows.

Soviel zum Thema: Die Hardwarehersteller lassen sich nichts diktieren.

DIE SIND VON SELBST SO MICROSOFT-ZENTRIERT, DASS SICH MICROSOFT GAR NICHT DAMIT ANPATZEN MUSS DENEN WAS VORZUSCHREIBEN.

Alter Knacker
00
23.9.2011, 14:26

ja gut, aber was ist dann mit den Partition-Managern, gehen die dann auch nicht mehr ? Es gibt ja eine Menge von System-Wiederherstellungsmethoden, die von CDs booten und auf die Festplatte zugreifen müssen. Und ist es wirklich so, dass man für jedes Betriebssystem einen anderen Computer braucht ? Bei mir ist ja nicht das Problem, dass mein Computer gestohlen wird und dann meine Daten so wichtig sind.

Pe Sa
00
23.9.2011, 14:44

Ich denke das ist unabhängig davon möglich.

Die Architektur erlaubt das sichere Booten eines Betriebsystems und ist ein Feature des BIOS-Nachfolgers. Wenn sie diesem sagen "boote nicht von Festplatte, sondern von CD" wird es das auch tun (das ganze geschieht ja bevor Windows überhaupt zum Zug kommt).

Sie brauchen ja nicht einen neuen Computer, sie können auf dieses Feature verzichten, oder zB ihre Booteinstellungen auch von einer auf eine andere Festplatte verlagern und auf einer Windows auf der anderen Linux haben. Oder sie lassen einfach eine Virtual Machine laufen.

Ich wüsste im Moment nicht wo hier Probleme mit Partition Managern auftreten sollten.

Alter Knacker
00
23.9.2011, 19:49

ich hab drüber nachgedacht und wahrscheinlich kann man diese Funktion im BIOS deaktivieren und der Zugriff aufs BIOS ist mit einem Passwort geschützt. Will man den Comp. diebstahlsicher machen, aktiviert man und will man etwas anderes machen, deaktiviert man. Man kann aber nicht beides haben und muss bei jedem Plattenwechsel im BIOS herumtun. Aber jedenfalls kann ein Dieb dann die Festplatte ausbauen und auf einem anderen Computer auslesen. Und die Probleme hat nur der Benutzer und die Linux-User.

Pe Sa
00
23.9.2011, 14:14

Weiß nicht was sich hier die Leute so aufregen.

Einfach nicht aufdrehen wenn sies nicht mögen.
Ich persönliche finde es ist ein weiteres Sicherheitsfeature, welches ohne Nachteile ist sollte ich kein Dual-Boot verwenden, und auf Maschinen wo ichs verwende kann ich es ohne Probleme ausstellen.

Ich seh grad das Problem nicht?

Pe Sa
00
23.9.2011, 14:19

Achja, und für die die sich die ganze Zeit fragen was das denn an Sicherheit bringen soll:

Es geht nicht um die Datensicherheit, es geht um die Systemsicherheit. Das System ist beim Booten extrem angreifbar, diesem Umstand will man begegnen indem das System in einer geschützen Umgebung starten kann (weil alles andere abgedreht ist) und erst dann aus seinem Sandkasten rauskommt wenn es gehen gelernt hat.
Es geht also nicht um ihre Daten, sondern um das System sicher zu booten. Wenn sies nicht wollen können sie das natürlich einfach abdrehen.

dark passenger
00
23.9.2011, 10:56
Ist ja nichts dran an der Story, siehe

Wie weiter unten schon zu lesen war klärt

http://www.winrumors.com/microsoft... t-feature/

die Geschichte auf. Der Herr von Red Hat hat wohl absichtlich einfach ein bisserl viel spekuliert, wohl absichtlich in Richtung Presse, ist ja schwer heutzutage noch Aufmerksamkeit zu generieren.

Wicked Vienna
00
23.9.2011, 09:48

Ich glaube das wird ein feature wie mit TPM. Also optional.

Ausserdem ist es doch eh Unfug. Ein BS auf eine Platte. Je nach Neigung dann das andere in eine VM.

Niemand & Keiner
21
23.9.2011, 09:38

Die Argumente, auch die letzten Reste von Windows von meinen Rechnern zu verbannen, werden immer überzeugender.

Doppelgänger von Johannes Heesters
10
23.9.2011, 10:07
MS wird es verschmerzen

Doppelgänger von Johannes Heesters
01
23.9.2011, 09:11
Die Wahrheit gepachtet
00
23.9.2011, 11:03
interessant

Ulukay ---
13
23.9.2011, 08:44
warum die aufregung?

als ob ich dualboot mit windows braeuchte X-D

timpo
20
22.9.2011, 23:12

Freechheit!

Der junge Jim Kirk
00
22.9.2011, 22:20

Nein kannst du bei aktiviertem Secure Boot nicht.

kanvier
00
22.9.2011, 22:57

Du kannst sicher nicht, was vielleicht kommen wird :-)

Der junge Jim Kirk
02
22.9.2011, 22:19

Oder Secure Boot einfach nicht einschalten?

Bastian Balthasar Bux
00
28.9.2011, 10:35

wenn das geht.
soweit ich verstehe wird das "feature" vom hw-hersteller fixiert und man kann es nachträglich nicht ändern.
sei's drum. in zukunft werde ich halt nur mehr rechner gänzlich ohne win-zwangslizenz beziehen.

kanvier
03
22.9.2011, 22:03
Autoräder

Es gibt Mensche die können Ihre Autoräder selbst wechseln und solche die können es nicht, keiner ist besser oder schlechter! Ebenso ist es mit PC-Programmen. Einer macht nur damit und ein andere will verstehen, wieso das Auto oder der PC was macht. Ganz einfach:-).

LinuxFanatic
13
22.9.2011, 21:59
Den einzigen und wirklich praktische Vorteil

- sehe ich für Firmen-Laptops. Viele Firmen sind mehr oder weniger glücklich mit Microsoft verheiratet. Daher kann ich es nachvollziehen, dass Firmen alternative Betriebssysteme mit derartigen Features schon bei der Anschaffung präventiv vermeiden wollen/könnten ...
Als Privatperson dagegen stelle ich meinen PC und Laptop von der Wunschfarbe des Gehäuses, bis zum Motherboard - welchesi auch künftig frei von derartigen "Unsicherheiten" sein wird. Frei wie mein FREIES Linux System und mein Samsung Galaxy, wo ich auch meine FREIHEITEN habe und immer haben werde... ;-)

kanvier
20
22.9.2011, 22:24
Freiheit

hat was mit Bildung zu tun, aber sicher nicht mit Einbildungen. Die sich im Verhalten schnell zeigen. Nachhaltig, oder ich will haben.

LinuxFanatic
01
22.9.2011, 22:48

Sie können Freiheit interpretieren, wie Sie es für Ihre Ansichten und Prinzipien für angemessen halten. Für mich als IT'ler sehe ich, von meinen Standpunkt aus betrachtet, den einzig wirklich brauchbaren Vorteil des "Boot-Locks" für Firmen bzw. im Business-Bereich. Zu Hause, als Privatperson bin ich mit dem frein "Pinguin-Betriebsystem" glücklich. Und die Beweggründe, warum ich privat für PC und Laptop lieber Linux und lieber ein Galaxy Smartphone mit freien Android Linux benutzen möchte, muss ich nicht näher erläutern. Soche Entscheidungen liegen in der Freiheit jedes Einzelnen.
Im Bezug auf Bildung - welches von Freiheiten abhängt und umgekehrt genauso - gebe ich Ihnen Recht.... ehmm +1 - wie es ala "Googlisch" heißt ;-)

mike meyers
11
22.9.2011, 21:47
Ganz einfach

solche Notebooks/Motherboards nicht kaufen.

Bringt auch gar nichts an Datensicherheit, denn die Festplatte des gestohlenen Notebooks ist ruck-zuck mit ein paar Handgriffen ausgebaut und auf einem anderen PC ausgelesen. Datenpartition verschlüsseln und Backups machen bringts!

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