Zufriedene Passagiere

Die Bahn ist in Vorarlberg flott unterwegs

Jutta Berger, 21. September 2011, 18:55
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    foto: standard/corn

    Nicht überall wird über die ÖBB geschimpft: In Vorarlberg bringt Kooperation mehr Kunden

Steigende Fahrgastzahlen und Kundenzufriedenheit durch verbessertes Angebot

Bregenz - Fesch und benutzerfreundlich umgestaltete Bahnhöfe in Dornbirn und Feldkirch, ein angekündigter Bahnhofsneubau in Bregenz. Dazu neue Doppelstockzüge, die wie eine städtische Schnellbahn aussehen und das Ziel, Halbstundentakt bis 22 Uhr, schon fast erreicht haben - die Bahn in Vorarlberg hat aufgeholt.

Die Bahnkunden revanchieren sich für das verbesserte Angebot mit Vermehrung - seit 2005 stieg die Fahrgastzahl um 50 Prozent auf 30.000 pro Tag, und mit Lob: Die zufriedensten Bahnfahrer leben in Vorarlberg, das ergab ein Bahntest des Verkehrsclub Österreich (VCÖ).

Während man von Salzburg östlich unter Verspätungen leidet, loben die Zugreisenden imWesten die Pünktlichkeit. Für Angebot und Anzahl der Verbindungen vergeben die Bahnkunden in Vorarlberg und Tirol mit einer Zwei die Bestnote. 61 Prozent der Kunden bescheinigen in Vorarlberg der Bahn Fortschritte bei Leistungsausbau und Pünktlichkeit. In Oberösterreich und Salzburg ist die Zahl der Unzufriedenen mit 19 Prozent am höchsten.

"Gemeinsames Ziel"

Was macht die ÖBB in Vorarlberg anders? Regionalmanager Gerhard Mayer sieht den wesentlichen Grund für den Erfolg der Bahn in der Kooperation mit Land und Verkehrsverbund: "Die Abstimmung funktioniert so gut, weil wir ein gemeinsames Ziel haben, nämlich mehr Fahrgäste für Bahn und Bus." Dieses Ziel teile auch die Politik. In Vorarlberg werde nicht auf die ÖBB geschimpft, sondern mit ihr für den Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs gearbeitet. Ein weiteres Erfolgsrezept sei die bahninterne Kooperation. Man habe die Zersplitterung der ÖBB in zahlreiche Firmen intern nicht nachvollzogen. Mayer: "Wir arbeiten so, als wären wir noch eine Firma. In Vorarlberg kennen sich alle, das macht die Kooperation leichter."

Einen weiteren Pluspunkt für die Öffis nennt eine Pendlerstudie desVCÖ: Bahn und Bus schonen das Konto. Ein Vergleich von Jahreskarte und Kleinwagen ergibt auf der Kurzstrecke Dornbirn - Bregenz ein jährliches Ersparnis von 800 Euro pro Jahr. Auf der Langstrecke zwischen Bludenz und Bregenz spart man sich mit Öffis jährlich 3380 Euro. Die Ausrede, das Auto sei schneller, widerlegt der VCÖ klar: Auf zehn von 26 untersuchten Strecken sind die Öffis schneller, auf weiteren zehn gleich schnell. (Jutta Berger, DER STANDARD Printausgabe, 22.9.2011)

Proconsul
06
21.9.2011, 22:50
Und in NÖ

kann sowas nicht funktionieren??

Bahnstrecken werden stillgelegt und Buskonzessionen an Günstlinge/Verwandt (Zibuschka) vergeben??

pole sana ("|")
00
5.11.2011, 17:12

vorarlberg hat einen geographischen vorteil. das land ist praktisch eindimensional. ein zug der durch das walgau und das rheintal faehrt erreicht geschaetzte 90% der vorarlberger. die flaechenerschliessung in NÖ ist sicherlich schwiriger.

Aber ich stimm dir zu dass es traurig ist dass es der pröll gar nicht ernsthaft versucht.

kevin brown
00

naja, da gaebs noch den bregenzerwald wo im winter eine bahnstrecke sicher super laufen wuerde. os sinds halt "nur" busse

suboptimal
 
07
22.9.2011, 11:16
"politischer Wille"

nennt man das ....

tomasz
05
21.9.2011, 21:24
Ein Zivilisationsvorsprung

...durch die Nähe zur Schweiz.

Michael B
02
21.9.2011, 21:16
Vorarlberg ist wirklich das einzige Bundesland, wo es einen flächendeckenden Taktfahrplan gibt.

Und NUR DAS garantiert die Annahme der öffentlichen Verkehrsmittel durch das Publikum, nicht die Rekord-Geschwindigkeit auf irgendwelchen Teilstrecken, deren Zeitgewinn man schon beim nächsten Umsteigen dreifach wieder verliert!
Und außerdem hat Vorarlberg schon vor Jahren das Quasi-Monopol von Post- und Bahnbus gebrochen, und überall dort, wo diese aus "betrieblichen Gründen" nicht zur Kooperation bereit waren, schonungslos andere Anbieter zum Zug kommen lassen.

Hackbrett Schorsch
00
21.9.2011, 21:57

In Wien gibt's keinen?

Michael B
00
22.9.2011, 20:35
Eigentlich nicht.

Außer Sie sehen Intervalle von 9 - 21 Minuten auf der Schnellbahn als "Takt" an.
Auf gewissen Autobuslinien gibts allerdings einen 60-Minuten-"Takt".

Zinnmo
 
00
21.9.2011, 21:47

Vorarlberg hat aber natürlich auch gute Vorraussetzungen. Kleines Bundesland, hohe Siedlungsdichte (zumindest im Rheintal). Trotzdem: Das System funktioniert wirklich besser als anderswo.

Die Zukunft dort ist grenzüberschreitend. Zurzeit läuft die Planung für ein Schnellbahnsystem durch Liechtenstein bis ins schweizerische Buchs. Speziell das Fürstentum macht da Dampf.

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