Steigende Fahrgastzahlen und Kundenzufriedenheit durch verbessertes Angebot
Bregenz - Fesch und benutzerfreundlich umgestaltete Bahnhöfe in Dornbirn und Feldkirch, ein angekündigter Bahnhofsneubau in Bregenz. Dazu neue Doppelstockzüge, die wie eine städtische Schnellbahn aussehen und das Ziel, Halbstundentakt bis 22 Uhr, schon fast erreicht haben - die Bahn in Vorarlberg hat aufgeholt.
Die Bahnkunden revanchieren sich für das verbesserte Angebot mit Vermehrung - seit 2005 stieg die Fahrgastzahl um 50 Prozent auf 30.000 pro Tag, und mit Lob: Die zufriedensten Bahnfahrer leben in Vorarlberg, das ergab ein Bahntest des Verkehrsclub Österreich (VCÖ).
Während man von Salzburg östlich unter Verspätungen leidet, loben die Zugreisenden imWesten die Pünktlichkeit. Für Angebot und Anzahl der Verbindungen vergeben die Bahnkunden in Vorarlberg und Tirol mit einer Zwei die Bestnote. 61 Prozent der Kunden bescheinigen in Vorarlberg der Bahn Fortschritte bei Leistungsausbau und Pünktlichkeit. In Oberösterreich und Salzburg ist die Zahl der Unzufriedenen mit 19 Prozent am höchsten.
"Gemeinsames Ziel"
Was macht die ÖBB in Vorarlberg anders? Regionalmanager Gerhard Mayer sieht den wesentlichen Grund für den Erfolg der Bahn in der Kooperation mit Land und Verkehrsverbund: "Die Abstimmung funktioniert so gut, weil wir ein gemeinsames Ziel haben, nämlich mehr Fahrgäste für Bahn und Bus." Dieses Ziel teile auch die Politik. In Vorarlberg werde nicht auf die ÖBB geschimpft, sondern mit ihr für den Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs gearbeitet. Ein weiteres Erfolgsrezept sei die bahninterne Kooperation. Man habe die Zersplitterung der ÖBB in zahlreiche Firmen intern nicht nachvollzogen. Mayer: "Wir arbeiten so, als wären wir noch eine Firma. In Vorarlberg kennen sich alle, das macht die Kooperation leichter."
Einen weiteren Pluspunkt für die Öffis nennt eine Pendlerstudie desVCÖ: Bahn und Bus schonen das Konto. Ein Vergleich von Jahreskarte und Kleinwagen ergibt auf der Kurzstrecke Dornbirn - Bregenz ein jährliches Ersparnis von 800 Euro pro Jahr. Auf der Langstrecke zwischen Bludenz und Bregenz spart man sich mit Öffis jährlich 3380 Euro. Die Ausrede, das Auto sei schneller, widerlegt der VCÖ klar: Auf zehn von 26 untersuchten Strecken sind die Öffis schneller, auf weiteren zehn gleich schnell. (Jutta Berger, DER STANDARD Printausgabe, 22.9.2011)