Uniqa ändert Strategie

Neuer Fokus für den Riesen

Kommentar | Claudia Ruff, 21. September 2011, 18:03

Während die Wiener Städtische ihren Fokus klar auf Osteuropa legte, expandierte die Uniqa sowohl in den Osten als auch in den Westen

Die jetzt vom neuen Uniqa-Chef Andreas Brandstetter eingeleitete Umstrukturierung des Konzerns war längst fällig. Der aus einer Vielzahl von Versicherungen entstandene Riese ist zu einem trägen Koloss geworden, bei dem keine Strategie erkennbar war. Während die Wiener Städtische ihren Fokus klar auf Osteuropa legte, expandierte die Uniqa sowohl in den Osten als auch in den Westen - ohne nennenswerte Marktanteile zu gewinnen. Niemand wusste, wofür die Uniqa steht.

Das kommt bei Investoren ganz schlecht an. Genau diese muss Brandstetter aber überzeugen, um deren Geld für eine Kapitalerhöhung zu bekommen, die das künftige Wachstum finanzieren soll. Daher bleibt nicht viel Zeit, die Probleme anzugehen: Konzentration auf das Kerngeschäft und Reduktion des aufgeblähten Verwaltungsbereichs. Harte Einschnitte erwarten nicht nur die Mitarbeiter, auch bei den vermutlich nicht immer freiwillig angehäuften Beteiligungen wird der Rotstift notwendig sein.

Die künftigen Geldgeber werden wissen wollen, warum die Uniqa unprofitable Beteiligungen - auch solche aus der Raiffeisen-Gruppe - hält, die bestenfalls unter Liebhaberei durchgehen. Anders als sein Vorgänger hat der neue Versicherungsboss Rückhalt im Raiffeisen-Sektor - und er vermittelt glaubhaft jene Kompetenz, Dinge zu ändern, die notwendig ist, um am Markt wieder als Versicherung und nicht als Bauchladen wahrgenommen zu werden. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22.9.2011)

Karl Kasteneder
11
22.9.2011, 11:31
High Potential

CEO Brandstetter ist früherer Geschäftsführer der ÖVP und CVler, also bestqualifiziert um den Laden mit orginellen Ideen und Visionen auf Vordermann zu bringen und sich danach einen satten Bonus abzuholen.

Das mach ich alles nur mit einem netten Lächeln
03
22.9.2011, 09:35
Uniqa als Arbeitgeber / Auftraggeber

Habe vor einiger Zeit eine Ausschreibung für ein IT-Projekt bei der Uniqa in die Rundablage befördert.

Bezahlung war unterdurchschnittlich. Anforderungen jenseitig (Support für Altsystem, Systemneuentwicklung, dann das ganze nach Rumänien hinüberbringen, da sitzen heute die neuen Superprogrammierer.

Das ganze war garniert mit dem hübschen Satz "Wer sich bei uns an die Spielregeln hält, wird ein angenehmes Arbeitsklima vorfinden".

Ich habe den Kontakt dann ruhen lassen

Reich sein muss sich lohnen!
00
22.9.2011, 08:44
Was 5 Menschen leisten können auch 4 Menschen leisten

Sie müssen sich bloß mehr anstrengen.
Was 4 Menschen leisten können auch 3 Menschen leisten.
Sie müssen sich bloß mehr anstrengen...

Ruth Stein
02
22.9.2011, 00:10
Blöde Frage

Welches Vorstandsmitglied war die letzten Jahre für das schlecht laufende Ostgeschäft verantwortlich?
Gar der neue CEO?
:-P

site:°~+*-||!#.\>
01
21.9.2011, 23:31

Sie lasen eine Werbeeinschaltung von Raiffeisen und der NÖ Landesregierung=Pröll.

Pröll hat die Anteile von NÖ an der UNIQA (NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH) im Finanzkasino verzockt.

Um diese Verluste auszugleichen, muss die UNIQA= Raiffeisen=Pröll nunmehr Mitarbeiter feuern.

defjak
06
21.9.2011, 22:28
aufgeblähter

verwaltungsapparat? der grossteil der durchschnittsmitarbeiter dort wirkt überarbeitet, fachlich schlecht ausgebildet und gehen wenig gehalt nachhause.

mag sein, dass einzelne überbezahlte relikte in diversen abteilungen schlummern. aber jeder, der sich nur annähernd in der versicherungsbranche auskennt, was die autorin dieses artikels offenbar nicht tut, schüttelt doch den kopf über diesen stellenabbau.

Ulrich Nagel
05
21.9.2011, 20:47

So vermittelt man leicht beeindruckbaren wirtschaftsredakteuren Kompetenz: man entlaesst gleich zum Antritt 6% der Belegschaft. Maximal 3 "forcierte Gespraeche" - wer dann nicht freiwillig geht wird gekuendigt.* Und gibt grosse plaene bekannt:
"in 10 jahren doppelt so viele Kunden zu haben".
Anderswo (im bericht) wird das auch noch "aufraeumen" genannt. denn mitarbeiter sind ja bekanntlich Dreck.

kompetente wirtschaftsberichterstattung.

*Was soll das bitte arbeitsrechtlich sein? Warum werden die leute nicht gleich gekuendigt?

Ruth Stein
01
22.9.2011, 00:11

Und der Betriebsrat kuscht komplett. Aber wirklich komplett.

presumption of innocence
00
21.9.2011, 19:20
Das schönste an Uniqua ist der nächtlich beleuchtete Turm bei der Urania

hat aber auch Schieflage - ein Omen?

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