IWF

Banken drohen 300 Milliarden Euro Verluste

András Szigetvari, 21. September 2011, 22:26
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    foto: reuters/facundo arrizabalaga

    IWF-Chefin Christine Lagarde und ihre Truppe schenken den Europäern bei der Jahrestagung des Währungsfonds kräftig ein. Die Krise hat laut IWF eine neue Phase erreicht: Die fehlende politische Einigkeit in Europa sei derzeit eines der größten Probleme der Weltwirtschaft.

Europas Banken drohen durch die Schuldenkrise gigantische Verluste. Auch Versicherer sind zunehmend gefährdet

Trotz heftiger EU-Proteste bleibt der Internationale Währungsfonds bei seiner Risikoeinschätzung: Europas Banken drohen durch die Schuldenkrise gigantische Verluste. Auch Versicherer sind zunehmend gefährdet.

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Washington - Zum ersten Mal seit dem Frühjahr 2009 sieht der Internationale Währungsfonds (IWF), dass die Risiken für den Finanzsektor wieder dramatische Ausmaße annehmen könnten. Die Euro-Schuldenkrise, das zunehmende gegenseitige Misstrauen der Banken und die miserablen Wachstumsaussichten für die Weltwirtschaft haben sich zu einem gefährlichen Mix zusammengebraut.

Vor allem fürEuropa hatte der Fonds bei der Vorstellung seines "Global Financial Stability Report" am Mittwoch in Washington nur schlechte Nachrichten parat: Die Schuldenkrise könnte den Banken in der EU bis zu 300 Milliarden Euro kosten. Allein durch Staatsanleihen, die Banken von Ländern wie Griechenland, Spanien und Italien gekauft haben, ist das Risiko in den Bilanzen der Kreditinstitute seit 2010 um 200 Milliarden Euro gestiegen. Weitere 100 Milliarden kommen hinzu, wenn man Risikopositionen hinzurechnet, die Banken untereinander halten.

"Das Problem ist die mangelnde Transparenz: Niemand weiß, wie viele von diesen Risiken in den Bilanzen schon berücksichtigt wurden und wie viele noch unberücksichtigt in den Büchern schlummern" , sagte José Vinals, oberster Finanzexperte des Währungsfonds. Sollte der IWF mit seiner Schätzung richtig liegen, würde das einen dramatischen zusätzlichen Kapitalbedarf für die europäischen Banken ergeben. Betroffen wären vor allem Institute in Griechenland, Zypern, Italien, Portugal und Spanien. Für Österreichs Banken ergeben sich in diesem Szenario nur niedrige Kosten.

Doch auch die europäischen Versicherer stehen wegen ihremEngagement in derEuro-Peripherie vor Problemen. Bei mehreren Versicherungen sieht der IWF die gesamte Kapitalbasis bedroht, sollten sich hohe Verluste aus dem Geschäft mit den Schuldnerländern realisieren. Allein in Frankreich und Italien drohen je zwei Instituten Verluste in Höhe von fast 100 Prozent ihres Eigenkapitals - Namen nennt der Fonds zu den Zahlen nicht.

Die in Washington vorgelegten Zahlen werden die Spannungen zwischen Europa und dem IWF weiter verschärfen. Bereits Anfang September wurde bekannt, dass der Fonds in internen Berichten davon ausgeht, dass die europäischen Banken einen Kapitalbedarf von mehr als 200 Milliarden Euro haben könnten. In Europa wurde diese Zahl heftig zurückgewiesen.

Der IWF deutete in seinem Bericht an, dass die Größe des Euro-Rettungsschirmes EFSF, dem derzeit 440 Milliarden Euro zur Verfügung stehen, nicht ausreichen könnte. Zuvor hatte US-Finanzminister Timothy Geithner die Aufstockung des EFSFgefordert. Die Experten inWashington riefen Europa erneut auf, die Kapitalbasis der Banken endlich zu stärken.

Deutlich wurde in Washington auch, wie sehr US-Investoren dazu beigetragen haben, dass die Krise in Europa weiter eskaliert ist. In den vergangenen Monaten haben US-Geldmarktfonds ihr Exposure gegenüber europäischen Banken deutlich reduziert. Davon betroffen war keineswegs nur Griechenland, sondern auch Frankreich und andere Staaten.

Die Ratingagentur Standard & Poor's stufe am Mittwochabend die Bonität von sieben italienischen Banken herunter, wegen hoher Geschäftsrisiken wegen der Schuldenkrise. Der Ausblick für die Mailänder Bank Austria-Mutter UniCredit wurde von "stabil" auf "negativ" gesenkt. Am Dienstag hatte die Agentur die Kreditwürdigkeit Italiens gesenkt. (András Szigetvari aus Washington, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22.9.2011)

Kommentar posten
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Finn McCool
00
22.9.2011, 22:23

Zumindest wird uns diesmal kein feist grinsender Finanzminister mehr einreden wollen, was für ein glänzendes Geschäft das kommende Bankenhilfspaket für den Steuerzahler sein wird.

Obwohl...ich ziehe das posting zurück.

pox vobiscum
01
22.9.2011, 13:48

Hättens vorher nicht auf Teufel komm raus Geld geschöpft, hättens jetzt weniger Verluste...

Apfelbaum
01
22.9.2011, 12:54
Der IWF als Instrument des US-Dollarimperialismus

Wem ein solcher Generalangriff auf Europa (ausgerechnet von Washington aus) nützt, ist offensichtlich. Den Federal Reserve Banken.

Unterm DSK hätt's des net geben ;-) Jetzt wird auch klar, warum man schnell einen neuen IWF-Boss gebraucht hat.

Sonata
00
22.9.2011, 12:41
Die armen Boni-Banker...

Da wird einem doch gleich der Steuerzahlersäckel ganz mürbe und locker. Kaum zu ertragen, daß die Abzocker vielleicht auf die gewohnten Provisionen verzichten sollten. Bevor die sich keine Privatjacht etc.. mehr leisten können sollten wir doch wirklich wieder unser mühsam Erspartes anzapfen um ihnen unter die Arme zu greifen.

Walther von der Vogelweide, der 1.
00
22.9.2011, 12:37
Banken drohen 300 Milliarden Verluste

Total irreführende Schlagzeile. Eigentlich müsste es heißen: Den Völkern Europas drohen 300 Milliarden Verluste. Das sich die Boni für die Banker ausgehen dafür wird ja politisch gesorgt.

Lesezeichen!
00
22.9.2011, 12:37
Verluste ??

Stimmt so wahrscheinlich nicht ganz.

Soll wohl eher heißen: "Banken drohen 300 Milliarden Euro weniger Gewinn".

Kini Mod
01
22.9.2011, 12:27
Banken drohen 300 Milliarden Euro Verluste

- Warum können 300 Milliarden Euro Verluste so
plötzlich auftreten?

- Warum gibt es diesen IWF und warum läuft dieser
wieder über die "shice" USA!

- Warum lagert man das Gold, anstatt es im Umlauf
zu bringen?

- Warum löst man diese "shice" Rating-Agenturen
nicht einfach auf?

- Warum kann das Geld mehr werden auf meinem
Bankkonto (Zinsen), während man überall nur
Schulden liest?

Es darf nicht möglich sein, dass die USA mit Ihren Agenturen die Welt bewertet!

naihoit
03
22.9.2011, 12:14
Banken sind kein herrenloses Gut.

Sie gehören irgend wem.
Und diese, also die EigentümerInnen, haben -bewußt und absichtlich oder auch durch Wegsehen- die Menschen bestimmt, die im Interesse der EigentümerInnen Entscheidungen treffen und dafür auch recht gut entlohnt werden.
Wenn die Einen falsche Entscheidungen trafen und die anderen nun Verluste in Kauf nehmen müssen: und, was geht das uns an?
Und wenn die "Manager" höhere Risken ein gingen, als durch Eigenkapital gedeckt war, werden sie sich glücklich schätzen müssen, wenn ihnen ein Verfahren wegen betrügerischer Krida erspart bleibt.
Und so lange die EigentümerInnen mit ihrem Privatvermögen haften wird niemand Schaden erleiden.
Tun sie das nicht, müssen die Regeln neu überdacht werden.

Apfelbaum
01
22.9.2011, 12:24
Doppelgrün

Curd Hombre
02
22.9.2011, 12:03
"Banken drohen 300 Milliarden Euro Verluste" soll wohl eher heißen:

durch die Banken drohen den Staaten 300 Milliarden Euro Verluste

Irgendwer muß die Bankster ja auffangen & deren Boni garantieren!

hellman
 
01
22.9.2011, 12:36
Verluste privatisieren

steht angeblich unmittelbar bevor. Werden sehen welche Banken dies überleben. Ein Bankenrettungspaket wird sich politisch nicht mehr machen lassen.

CEEIT
01
22.9.2011, 12:01
Schlagt das system mit den eigenen Waffen:

druckt 30 Billionen und gebt die ca. 100.000 jedem Europäer. Damit explodiert der Konsum, das geld wird entwertet, die Schulden können beglichen werden, die Banken gerettet.

Im Prinzip läuft das schon seit Jahrzehnten so, nur erfolgt die Verteilung nicht nach Köpfen sondern wesentlich komplexer in nur bestimmte Richtungen und damit volkswirtschaftlich ineffizienter.

Harald Schoenknecht
00
10.10.2011, 13:20

... wissen Sie was "Inflation" ist/bedeutet?

PeAcE

CEEIT
00
10.10.2011, 14:31
Glauben Sie, dass die FED, EZB, Banken in den

letzten Jahren was anderes gemacht haben? Die Geldaggregate sind in den letzten Jahren exponentiell angestiegen und haben den poin of no return bereits überschritten.
Bei meinem Vorschlag hätten wenigstens die einfachen Bürger etwas davon und nicht nur ganz wenige.

Harald Schoenknecht
00
10.10.2011, 14:40

Neu ist Ihre Idee auf jeden Fall nicht -> http://www.dax-prognose.de/?lexikon=... auber-Geld

PeAcE

CEEIT
00
10.10.2011, 13:28
ja weiss ich

...die einzige friedliche Lösung aus der Schuldenkrise.

Harald Schoenknecht
00
10.10.2011, 13:44

Naja... seinerzeit, als die Leute mit Millionen Reichsmark Scheinen Semmeln kauften... da war das nicht der Weg in den Frieden. Ist - glaub ich - schon komplexer, das Thema...

PeAcE

CEEIT
00
10.10.2011, 13:48
Große Repression war auch kein Hit

ichbinsofrei.net
01
22.9.2011, 11:54

Lasst sie endlich pleite gehen.

na dann..
00
22.9.2011, 11:49

also, verstehe ich das richtig? weil soviele schulden hat wird ihr rating heruntergestuft- das heisst sie muss mehr zinsen zahlen- da die griechen mehr zinsen zahlen müssen aber kein geld haben müssen sie hilfe annehmen, das sie aber hilfe annehmen werden sie weiter abgestuft somit mussen sie noch mehr zinsen zahlen, da aber die banken die zinsen kriegen und zwar immer mehr, warum verzichten sie nicht auf ein teil der zinsen? dann könnten die griechen vieleicht doch die kurve kriegen oder ist das ein tabu thema? lieber alles verlieren als auf etwas verzichten?

na dann..
00
22.9.2011, 11:51

korrektur :
weil griecheland so viele

docaltea
13
22.9.2011, 11:44
was jetzt mal interessant waere...

....wer moechte die naechsten Jahre mit Euro (gruen) oder mit Schilling(rot) bezahlen? Was vor 1 Jahr noch als denkunmoeglich galt koennte bald Realitaet werden. Und ihr werdet sehen, das Leben geht weiter, auch wenns die Erste nicht mehr gibt und das Feuer bis zum Giebelkreuz reicht!

Entfesselter Prometheus
01
22.9.2011, 11:39
Na und?

Haben doch eh den Bürger der für alles bürgt. Selbst wenn der Betrag 3.000 Milliarden sein sollte. Sowas kann doch heute keinen mehr schrecken. 300 Milliarden hat allein Griechenland gekostet.

system1
00
22.9.2011, 11:24
wieso wird da parallel gesudert?

3 artikel vorher wird geraunzt dass GR pleite geht. hier wird geraunzt dass die banken pleite gehen. es kann ja wohl nur eines zutreffen oder versickert unser geld in dritte kanäle? was soll dieser unsinn? die banken müssten eigentlich jubilieren angesichts der GR-Rettungsmaßnahmen. aber nein. und die steuerzahler raunzen natürlich auch. frage: wo kommt die kohle hin verdammtnochmal?!

Harald Schoenknecht
00
10.10.2011, 13:21

Haben Sie vor einiger Zeit den Artikel gelesen, dass es in Oesterreich wieder einmal mehr Millionaere gibt..?

PeAcE

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