Ex-Journalistin Shelly Yacimovich setzt sich in Urwahl durch
Jerusalem - Die oppositionelle israelische Arbeiterpartei hat eine neue Vorsitzende. In einer Urwahl votierte die Mehrheit der Parteimitglieder am Mittwoch für die ehemalige Journalistin Shelly Yacimovich, wie das israelische Radio in der Nacht zum Donnerstag berichtete. Demnach entfielen nach der Auszählung von 70 Prozent der abgegebenen Stimmen 54 Prozent auf Yacimovich, während sich 45 Prozent für den ehemaligen Gewerkschaftschef Amir Peretz aussprachen.
Die 51-jährige Yacimovich ist die zweite Frau an der Spitze der Arbeitspartei nach Golda Meir, die von 1969 bis 1974 die Partei führte und gleichzeitig Regierungschefin war. Einer der führenden Vertreter der Arbeitspartei, Yitzhak Herzog, rief die gespaltene Partei auf, sich zu einen, um wieder zu einem wichtigen Akteur auf der politischen Bühne zu werden. Seit die Partei bei der Wahl 2009 das schlechteste Wahlergebnis ihrer Geschichte einfuhr, ist sie mit 13 Sitzen nur noch die fünftstärkste Kraft im Parlament. Umfragen zufolge hat Yacimovich gute Chancen, wieder mehr Stimmen zu fangen.
Yacimovich und Peretz hatten sich einen erbitterten Kampf um die Parteispitze geliefert. Die alleinstehende Mutter hatte ihre Stimmen vor allem in den großen Städten im Norden des Landes geholt, während Peretz vor allem in den ärmeren Gegenden des Südens sowie bei den Arabern und Drusen punktete. Yacimovich gilt als gute Rednerin und setzt sich seit langem gegen soziale Ungerechtigkeiten ein. (APA/AFP)