"Iron Doc" wegen EPO-Weitergabe verurteilt

21. September 2011, 14:42

Arzt soll ehemalige Triathletin Hütthaler mit unzähligen EPO-Einheiten versorgt haben

Wien - Der Wiener Kinderkrebsarzt Andreas Zoubek ist am Mittwoch in Wien-Josefstadt wegen Weitergabe von EPO an die ehemalige Triathletin Lisa Hütthaler schuldig erkannt worden. Zudem befand Richterin Margaretha Richter den 54-jährigen Mediziner und begeisterten Hobby-Triathleten, der in der Szene als "Iron Doc" bekannt war, für schuldig, das St. Anna Kinderspital am Vermögen geschädigt zu haben.

Er soll im Spital bei zwei Athleten eines von ihm mitbegründeten Triathlonvereins 30 Blutuntersuchungen durchgeführt und diese ebenso wenig verrechnet haben wie 19 Packungen des Eisenpräparats Ferrlecit. Zoubek wurde zu einer unbedingten Geldstrafe von 19.600 Euro verurteilt.

Konkret soll der Arzt 2006 und 2007 Hütthaler zweimal mehrere 1.000 EPO-Einheiten überreicht und ihr in einem Fall die verbotene Substanz auch injiziert haben. Da dies vor Inkrafttreten des Anti-Doping-Gesetzes im August 2008 geschah, wurden diese Handlungen nach dem Arzneimittelgesetz geahndet. Die Richterin folgte weiters den zeugenschaftlichen Angaben Hütthalers, denen zufolge Zoubek ihr zusätzlich um 735 Euro ein Wachstumshormon verkauft und sie schließlich auch zu Dopingzwecken an den Sportmanager Stefan Matschiner weitervermittelt habe.

Zoubek, aber auch der im Vorjahr als "Dopingsünder" zu 15 Monaten teilbedingter Haft verurteilte Matschiner hatten das in ihren Einvernahmen entschieden bestritten. "Warum glaubt jeder der Frau Hütthaler? Sie lügt vom ersten Tag an", fragte sich der mittlerweile nicht mehr am St. Anna Kinderspital tätige Arzt nach der Verhandlung. Nach Rücksprache mit seinem Verteidiger Peter Philipp akzeptierte Zoubek dann jedoch die über ihn verhängte Strafe. Das Urteil ist bereits rechtskräftig. (APA)

purecynicism
03
21.9.2011, 17:06

was glaubts warum da weiss so schnell ist/war?

fritz cat
00
25.9.2011, 15:05

Das war eine vergleichsweise harte Strafe, als Vize vom Spital hat er sicher rosigere Aussichten gehabt

tramezzino
00
21.9.2011, 15:06
es wird munter weiter gedopt werden

19' geldstrafe für exzessives dopen, das rechnet sich ganz locker.

anahotimmadesbummal
00
21.9.2011, 19:19

Und wieder eine lächerliche Strafe, quasi die Aufforderung an alle Mediziner und Dorgendealer, sich mit Doping ein lukratives Nebengeschäft zu schaffen. Die Verdienstspanne ist ähnlich wie beim Drogenhandel, die möglichen strafrechtlichen Konsequenzen sind vergleichsweise lächerlich. Und genug Tote (die meisten davon nicht offiziell) hat es durch - meist ärztlich verordnete - Doping auch schon gegeben.

Totaler Durchblicksstrudel
10
22.9.2011, 11:04

Ist nicht so gefährlich, wie man glauben würde. Die FDA (amerikanische Gesundheitsbehörde) hat die Gefährlichkeit von Doping mit dem von Suchtmittelmissbrauch gegenüber gestellt und Doping kam in der Rangliste irgendwo in den 20ern.
Bezüglich der Verdienstspanne sollte man sich so anschauen, was in Apotheken alles verkauft werden kann. Ich glaube ja fast, an Homöopathie kann man noch viel mehr verdienen ;)

anahotimmadesbummal
00
22.9.2011, 12:15

Die Gefährlichkeit oder relative (gesundheitliche) Unbedenklichkeit von Dopingmitteln kann man natürlich nicht verallgemeinern. Gerade von EPO-Missbrauch sind schon ganze Nationalmannschaften zu Tode gekommen, betreffend Anabolika fragen Sie am besten die anerkannten DDR-Dopingopfer (zumindest die noch lebenden) und die Nebenwirkungen von Wachstumshormonen sind wohl auch bekannt. Die FDA ist wohl kaum die geeignete Institution, die das beurteilen kann.

Totaler Durchblicksstrudel
00
22.9.2011, 12:40

Die FDA beurteilt ja auch nur wissenschaftliche Studien.
Die Gefährlichkeit von Doping-Substanzen ist vergleichsweise wenig gegeben, wobei wie immer gilt: "Dosis sola facit venenum".

leo_nardo
01
21.9.2011, 16:41
in dem fall eher nicht

Karl Jindrak
00
21.9.2011, 18:34

Ich denke der hat mehr als 19k verdient,
vermutlich. Es gilt die "Schuldvermutung".

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