Wiener Zinshausmarkt

"Wiener Gold" ist weiter heiß begehrt

21. September 2011, 14:25
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    foto: derstandard.at

    Jedes halbe Jahr präsentiert Otto Immobilien einen aktuellen Wiener Zinshausmarktbericht. Als Quelle dafür dienen Grundbuchseintragungen, der Kaufvertragsspiegel von IMMOunited, der Kulturgüter-Kataster der Stadt Wien, Daten der Statistik Austria sowie der MA 5 und eigene Recherchen des Unternehmens.

Preise steigen, Renditen sinken - Otto Immobilien: Zinshausmarkt bleibt aktivstes Element am heimischen Immo-Markt

Im Vorjahr wurden rund 800 Millionen Euro in den Kauf von Wiener Zinshäusern gesteckt. Im ersten Halbjahr 2011 stieg die Zahl der Transaktionen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 20 Prozent. Der Run auf das "Wiener Gold" ist damit nach wie vor ungebrochen, der Zinshausmarkt bleibt das aktivste Element am heimischen Immobilienmarkt, heißt es im aktuellen Zinshaus-Marktbericht von Otto Immobilien.

Das höchste Transaktionsvolumen wurde im ersten Halbjahr mit rund 47 Millionen Euro in den Bezirken 8 und 9 erzielt. Gleich dahinter folgt mit 42 Millionen Euro der 1. Bezirk. "Dass in der Inneren Stadt trotz des hohen Umsatzes (rund 63 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2010) die wenigsten Abschlüsse zu verzeichnen waren, verdeutlicht einmal mehr die Ausnahmesituation dieser Region ", so die Autoren des Marktberichtes.

Auch Ladenhüter gehen weg

"Trotz des nach wie vor knappen Angebotes drängen zahlreiche Zinshausinvestoren auf den Markt, sodass selbst Häuser, die früher als schwer verkäuflich gegolten haben, Abnehmer finden", erklärt Unternehmenschef Eugen Otto. Er weist auch darauf hin, dass angesichts einer aktuell zu geringen Neubauleistung in Wien künftig die Nachfrage nach Wohnraum das Angebot deutlich übertreffen werde. Doch gäbe es gerade in den Wiener Gründerzeithäusern noch viele Reserven, hier liege viel Wohnraumpotenzial brach. "Ein vordringliches Anliegen der Politik müsste es daher sein, den - raschen und sicheren - Ausbau von Dachböden in den Kernbezirken Wiens zu ermöglichen."

Die Preise sind im Vergleich zum letzten Marktbericht vom Frühjahr 2011 in nahezu ganz Wien gestiegen, unangefochtener Spitzenreiter ist weiterhin die Innere Stadt mit einer Preisspanne von 3200 bis 5200 Euro je Quadratmeter. Auch die Bezirke 2 bis 9 liegen bei den Quadratmeterpreisen nach wie vor auf den Spitzenplätzen. Die günstigsten Zinshausflächen kauft man in den Bezirken 10, 11, 21 und 22, wo auch die höchsten Renditen erzielt werden.

Neue Hotspots

Als neue Trendviertel sehen die Analysten von Otto Immobilien den Bereich rund um den Volkertmarkt im 2. Bezirk. In unmittelbarer Nähe befinden sich dort nicht nur das Entwicklungsgebiet bei den Nordwestbahngründen, sondern auch der Augarten und der wieder florierende Praterstern. "Außerhalb des Gürtels wird von Zinshauskäufern immer öfter im 16. und 17. Bezirk investiert. Diese Region entwickelt sich dementsprechend nicht nur im Bereich des Brunnenmarktes sehr gut", so Richard Buxbaum, Leiter der Abteilung für Wohnimmobilien und Zinshäuser bei Otto Immobilien.

Innerhalb des Gürtels seien der Karmelitermarkt, das Stuwerviertel und der Bereich Mariahilfer Straße besonders beliebte Grätzl. Im ersten Bezirk wurde die stärkste Entwicklung im Börseviertel rund um den Rudolfsplatz festgestellt.

Jeder zweite Käufer ist ein Privatier

Jeder zweite Zinshaus-Käufer war im vergangenen Halbjahr eine Privatperson - betrachtet nach der Anzahl der Transaktionen. Nach Umsatzvolumen waren fast zwei Drittel der Käufer Unternehmen. Insgesamt unterteilt die Studie die Käufer bzw. Verkäufer in drei Gruppen: Privatpersonen, Unternehmen (Personen- und Kapitalgesellschaften inklusive Banken und Versicherungen) und Sonstige (z.B. Privatstiftungen, Gebietskörperschaften oder Religionsgemeinschaften). Letztere sind als Käufer lediglich mit 10 Prozent am gesamten Volumen vertreten.

Die Zahl der Wiener Gründerzeithäuser sinkt indes quasi naturgemäß weiter; während im Herbst 2009 noch 15.529 klassische Gründerzeit-Zinshäuser gezählt wurden, sind es jetzt nur mehr rund 15.300. Als Gründerzeit-Zinshäuser im engeren Sinn definiert Studien-Autorin Stefanie Steinkellner jene Gebäude, die in den Jahren 1848 bis 1918 im Stil des Historismus (mit den entsprechenden Stilelementen, wie gegliederter Fassade etc.) in geschlossener Bauweise errichtet wurden, die keine Sondernutzung haben (z.B. öffentliche Gebäude) und an denen kein Wohnungseigentum begründet wurde. (red)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 33
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hijodelaluna
00
13.12.2011, 15:39
haha

volkertmarkt als "trendviertel"? dass ich nicht lache, das ist eine der grindigsten gegenden wiens dort. sogar ein polizist attestierte mir einmal, dass ich in "keiner guten gegend" wohne, als ich noch dort gewohnt hab. bin so froh von dort weg zu sein.

larryW
00
27.9.2011, 09:40
nach rechts...nein, nach links.....nein, ja..

laufts und kaufts !.....schnell...
schnell, verkaufts !.....jetzt ist der preis gut..

virtuelle werte, virtuelle märkte...virtuelles leben
und gefühle....süchtige verkaufen an süchtige....

jedes Legohaus stellt einen konkreteren wert da, als was die da an " Realitäten" produzieren.

jeder will noch malmabzocken bevor alles kaputt geht.

the comedian
 
11
24.9.2011, 12:44
mietwucher

die gerieren sich bereits als moderne abart der feudalherren. egal wo in österreich der m^2 kostet 10 euro +2/-1 euro. mit einem freien markt hat soetwas wohl nichts mehr zu tun, eher, wie schon bemerkt, mit feudalherrschaft. mit einem einkommen von 1500 euronen läßt sich heute die 50 m^2 grenze nicht mehr durchstoßen, da zu teuer. durchschnittliche angestellte ohne ererbten vermögen können sich heute nur mehr einen platz zum schlafen leisten. wie lange will die politik diesen unerträglichen zuständen noch gewissenlos zusehen und den damit einhergehenden kaufkraftverlust der leute in kauf nehmen?

the comedian
 
10
23.9.2011, 09:10
und die mietwucherspirale dreht sich munter weiter

dieses gesindel geriert sich bereits als moderne abart der feudalherren. egal wo in österreich der m^2 kostet 10 euro +2/-1 euro. mit einem freien markt hat soetwas wohl nichts mehr zu tun, eher, wie schon bemerkt, mit feudalherrschaft.
mit einem einkommen von 1500 euronen läßt sich heute die 50 m^2 grenze nicht mehr durchstoßen, da zu teuer. durchschnittliche angestellte ohne ererbten vermögen können sich heute nur mehr einen platz zum schlafen leisten.
wie lange will die politik diesen unerträglichen zuständen noch gewissenlos zusehen und den damit einhergehenden kaufkraftverlust der leute in kauf nehmen?
strike the landlord, now!

immofuchs
12
23.9.2011, 16:19
jetzt kommen sicher ein paar Rote zusammen.

Ganz ehrlich, wo steht geschrieben, dass jemand mit 1500 Haushaltseinkommen alles was man kaufen kann haben muss?
Eine 50qm Wohnung für eine Einzelpersonen ist ausreichend
Und wenn jemand postet, dass er mit 1500 auch noch Frau und Kinder erhalten muss, dann ist er genau der Sozialfall nach dem sich Österreich nicht orientieren sollte.

Bernardo Kristallo
10
26.9.2011, 09:36
ihr nick spricht bände. pfui d.

gregor59
00
26.11.2011, 13:04
Der nick spricht zwar Bände,

aber er hat recht damit.

the comedian
 
11
24.9.2011, 18:03
zyniker

1500 euronen waren/sind ~20.000,- ats! da lies sich eine familie einmal ganz leicht ernähren.
ein einkommen von 1500,- ist ein sozialfall? kennen sie eigentlich die durchschnittslöhne österr. angestellter?
wenn man natürlich ein drittel bis zur hälfte dieses geldes dem mietwucherer vor die füße schmeißen muss, wirds eng.

immofuchs
12
26.9.2011, 10:29
das ist

10 Jahre her, in einer reichen VW haben sie nach 10 jahren rd. 30-40% weniger Kaufkraft (egal was die Statistik Austria in die Inflationsrate pinselt). Das wären dann rd 13.000 öS (war wahrscheinlich 1978 auch viel) aber 2000 nicht mehr.
Das Problem sind nicht die gestiegenen Preise sondern die stagnierenden Löhne.
Die Gründe dafür sind von Raubtierkapitalismus / Globalisierung / Sozialleistungswahnsinn sehr vielfältig, aber jemand mit 1.500 EUR (netto /mtl. Ende 2011) Haushaltseinkommen ist ökonomisch definitiv nicht erfolgreich und soll in der Erwerbsleistung nicht als Vorbild gelten.

I-Team
01
23.9.2011, 14:57
angebot und nachfrage

so ist das leben

the comedian
 
10
24.9.2011, 18:00
wenn alles gleich teuer ist

dann hat das mit angebot und nachfrage eben nichts zu tun.

Saurer Zivi
10
22.9.2011, 22:14
was soll das ganze lari-fari ?!

selbstverständlich kann ein wohnungseigentümer seine eigentums-altbauwohnung an einen hauptmieter weitervermieten und damit "mietzins" verlangen. damit ist das haus natürlich weiterhin ein "Zinshaus".

noch dazu: was ist mit DG-Ausbauten??? sind häuser mit solchen nun Gründerzeit-Zinshäuser oder nicht?

was soll die feststellung, dass es ca. 249 häuser weniger wurden, wenn sicherlich die DG neue Wohnnutzflächen in ca. diesem Ausmaß einbrachten.

rational ist das alles ÜBERHAUPT nicht.

jeder der einigermaßen scharfsinnig denken kann, versteht die absicht dieses artikels:

dem flauen althaus-immo-markt unterzuheizen und eine gesteigerte nachfrage zu suggerieren - mit ziemlich fadenscheinigen, brustschwachen argumenten.

lustiger
10
22.9.2011, 22:54
Grund des Artikels

Lieber Zivi,
also der Grund des Artikels ist sicher nicht der schlechte Althaus-Immobilienmarkt in Wien. Denn gerade das Segment Eigentumswohnungen und Zinshäuser läuft ausgezeichnet. Wohlhabende flüchten immer noch aus Wertpapieren in Immobilien und zu verdienen ist wohl mit dem Mietzins immer noch einiges v.a. wenn man die steuerlichen Vorteile mitberechnet.

David-Lauritz
10
22.9.2011, 18:15
Wenn die Pflasterung vor dem Haus (z.B. Josefstadt) auch noch original ist, steigt der Wert noch mehr

Michail Bakunin
20
22.9.2011, 09:56

Schon lustig - hier geht`s um den heißbegehrten Wiener Wohnungsmarkt, Millioneninvestitionen und gute Renditen - und nur ein Artikel weiter (http://derstandard.at/131639004... betroffen) heulen sich HausbesitzerInnen aus, wie arm sie nicht sind und dass Hausbesitzen bei den Mieten heutzutage schon fast Enteignung ist ;-).

Chocoholic
00
26.9.2011, 15:37
Eine Bekannte von mir zahlt im Neubauzinshaus

Für nicht ganz 50m2 Miete um die 750 Euro (ohne Betriebskosten). Das ganze im Altbau darf um maximal 180 Euro vermietet werden. Der m2 kostet dort um die 3000 Euro auf dem Standard. rechnen Sie es sich selbst aus, wie hoch die Rendite beimAltbau ist. Wer nun den 570 Euro Gewinnunterschied (oder eher 300) irgendwo anbringen möchte, ohne Steuern zu zahlen kauft sich, no na ein Altbauhaus und schreibt dessen Verluste gegen die Gewinne vom NeubauhUs und wartet auf die bald ohnehin notwendige Veränderung des Altbauzinses in 5-10 Jahren. Hey presto, statt steuer gezahlt, ein Zinshaus abbezahlt. Das sind dann die Vermieter, die übrig bleiben, wenn die kleinen, privaten ausm Markt sind. Und überteuerte Miethaimieten. viel Spass dann.

Saurer Zivi
10
22.9.2011, 09:36
warum ist ein gründerzeithaus kein gründerzeithaus mehr, wenn daran wohnungseigentum begründet wurde??

das ist doch aufgelegter schwachsinn. mit verlaub.

acca acca
01
22.9.2011, 10:34

Es ist kein "Gründerzeit-Zinshaus" mehr, was auch logisch ist. Steht so auch im Text.

Diona007
10
21.9.2011, 21:27

Na Hauptsache es werden immer mehr Bürogebäude und Hotels gebaut...

Wie wär's damit die Neubauleistung von Wohnungen zu erhöhen? Ach so, das schmälert dann die Rendite derer die mit Immobilien Geld verdienen.

Wohnen sollte als Grundrecht immer bezahlbar sein und bleiben!

gregor59
00
26.11.2011, 13:09
Aber selber leisten muss ich auch für ein Grundbedürfnis

Etwas.

Heavyweather
01
23.9.2011, 01:00

Zwingt dich ja keiner in eine teure Mietwohnung zu ziehen. Wer nicht mieten will kauft sich halt eine Wohnung oder ein Haus.
Wenn ich mir aussuchen kann wen ich in meinem Haus wohnen lasse dann wird es auch der sein der am meisten zahlt. Was ist daran falsch?

tramezzino
01
22.9.2011, 10:03

kauf dir was, dann gehörts dir.

RationalMensch
03
21.9.2011, 22:32
Die Neubauten

in Wien sind alles Vollbetonruinen mit etwas Wärmedämmung vorne drauf. Also Bausünden, unbewohnbar was das Raumklima betrifft und infolge der restriktiven Bauordnung (oftmaliges Verbot straßenseitiger Loggien etc.) auch potthässlich. Werden wohl in 50 Jahren genaus abgerissen werden wie die heutigen Bauten aus den 50er/60er Jahren.
Ich zieh' nur mehr in den Altbau.

werauchimmer1
 
01
21.9.2011, 18:13
Heißt das die "fehlenden" 229 Häuser wurden abgerissen oder in Eigentumswohnungen aufgeteilt?

"Die Zahl der Wiener Gründerzeithäuser sinkt indes quasi naturgemäß weiter; während im Herbst 2009 noch 15.529 klassische Gründerzeit-Zinshäuser gezählt wurden, sind es jetzt nur mehr rund 15.300. Als Gründerzeit-Zinshäuser im engeren Sinn definiert Studien-Autorin Stefanie Steinkellner jene Gebäude, die in den Jahren 1848 bis 1918 im Stil des Historismus (mit den entsprechenden Stilelementen, wie gegliederter Fassade etc.) in geschlossener Bauweise errichtet wurden, die keine Sondernutzung haben (z.B. öffentliche Gebäude) und an denen kein Wohnungseigentum begründet wurde."

Lukas&F
10
22.9.2011, 11:01

Ich schätze mal ein bischen was von beidem, aber die Aufteilung würde mich auch interessieren

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