Baugruppen in Aspern

Erste Seestädter planen schon ihre Sauna

Martin Putschögl, 22. September 2011 06:15
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    Foto: wien 3420 development ag

    Luftaufnahme aus östlicher Richtung: Das ehemalige Flugfeld Aspern, die künftige Seestadt Aspern. Am rechten Bildrand befindet sich das General-Motors-Werk Aspern. Die künftige U2-Linie ist bereits deutlich zu sehen: Sie verläuft, von Norden kommend, hier vom linken oberen Bildrand ins rechte Bildzentrum.

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    grafik: wien 3420 development ag

    "Etappe 1" des Bebauungsplans für die Seestadt auf dem Masterplan von Team Tovatt Architects & Planners AB mit N+ Objektmanagement. Die rot umrandete Fläche ist das für Baugruppen reservierte Baufeld D13.

Fünf Objekte werden auf dem für Baugruppen reservierten Baufeld D13 in der künftigen Seestadt Aspern errichtet

Den Baugruppen, die in der künftigen Seestadt Aspern ihre Häuser für gemeinschaftliches Wohnen errichten wollen, war über den Sommer keinerlei Ruhe vergönnt: Mitte Juli wurden die ersten Projektpräsentationen vor der Fachjury des Wohnfonds Wien abgehalten. Ende August entschied diese, welche Projekte in die "Phase 2", die auch schon die Einreichplanung beinhaltet, vordringen dürfen: Es handelt sich dabei um die drei bereits bekannten Gruppen "Seestern", "B.R.O.T." und "Ja:spern", sowie zwei relativ kurzfristig initiierte Gruppen namens "Pegasus" und "Orange 3".

Sargfabrik-Ableger

Letztgenannte Gruppierung ist ein Ableger der "Sargfabrik" in Wien-Penzing. Man habe zwar "angesichts des stadtfernen Standorts" lange mit einer Bewerbung gezögert, aber die Projektbetreiber sind nun der Meinung, "ein Konzept gefunden zu haben, das die besonderen Potenziale anspricht, die der neue Stadtteil bietet, und das auch in planerischer Hinsicht besonders flexibel auf die Anforderungen von Baugruppen eingeht", heißt es in einer Aussendung.

Die "Sargfabrik Neu" in der Seestadt soll kein herkömmliches Wohngebäude werden, sondern "gestapeltes Bauland" auf zwei Geschoßen. Somit sei es auch möglich, nicht nur eine große Gruppe zu bilden, sondern auch kleine Wohngruppen in Form von "Stockwerksgemeinschaften". An der Umsetzung des Konzepts sind das Büro raum & kommunikation sowie das Atelier Wimmer & Partner beteiligt.

Dem "queeren" Wohnbauprojekt des Vereins "Que[e]rbau" wurde, wie von dieStandard.at bereits berichtet, die Zusammenarbeit mit einer anderen Gruppe nahegelegt.

Fünf Objekte auf Baufeld D13

Damit ist fix, dass auf dem für Baugruppen reservierten Baufeld D13 fünf Objekte errichtet werden. An der genauen Gestaltung arbeiten die Gruppen laut Seestern-Koordinator Gernot Tscherteu bereits, man könne dabei auch relativ flexibel vorgehen. Auch die gemeinsame, also baugruppen-übergreifende Errichtung mancher Gemeinschaftsräume - beispielsweise einer Sauna - werde diskutiert, sowie Überlegungen zur Gestaltung des Freiraums angestellt.

Über den Sommer wurde beim "Seestern" auch entschieden, dass das Projekt als Wohnheim errichtet werden soll. "Der Verein Seestern wird als Generalmieter des fertigen Objekts auftreten, die einzelnen Bewohner zahlen Miete an den Verein", erklärt Tscherteu im Gespräch mit derStandard.at.

Nächste Runde Anfang Oktober

Am 5. Oktober gibt es die nächste Runde an Präsentationen beim Wohnfonds Wien. Bis dahin will die sich die Gruppe "Seestern" auch auf einen Architektur-Partner einigen sowie die Frage klären, ob das Gebäude vom Verein selbst oder über einen Bauträger errichtet werden soll.

Man stecke damit derzeit in einer "extrem intensiven Phase", so Tscherteu; die Gruppenmitglieder treffen einander sowie Vertreter der anderen Baugruppen derzeit drei- bis viermal pro Woche. Auch mit der Unterstützung von Seiten der Stadt Wien, also des Wohnfonds, und der Aspern Development AG zeigt sich Tscherteu zufrieden: "Die haben mittlerweile ein Bewusstsein dafür entwickelt, was die Baugruppen für die gesamte Seestadt bedeuten können - schließlich kommen da viele engagierte Leute hinaus nach Aspern."

Engagierte Menschen, von denen übrigens auch noch welche gesucht werden: Alle Baugruppen haben sozusagen noch Plätze frei - Informationen dazu siehe unten. (Martin Putschögl, derStandard.at, 22.9.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 74
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Die Stimme
04.10.2011 02:41

In Wien werden die Leute in Zukunft in Riesenprojekte einquartiert, die als Wohnheime geführt werden.
Sie dürfen dort mit Öffis hinfahren, und zur totalen Nivellierung wird ein Dauerstau eingeplant.

Wahrscheinlich werden dann auch überall Kameras im öffentlichen Raum stehen, so wie sie heuer in den Gemeindebauten zu Tausenden installiert wurden.

Und wer sagt der Ostblock wäre tot?
Wir sind der letzte Rest davon, gemeinsam mit Kuba und Nordkorea.

franz der freie
25.09.2011 11:53
haben die planer der seestadt diesen artikel geschrieben ?

Miguel Sanchez
25.09.2011 22:28

Empfehle immer wieder gerne R. Seiß: "Wer baut Wien". Da wird auch das beantwortet...

es_gilt_die_Unschuldsvermutung
30.09.2011 13:42

sehr lesenswert!

Voll der Troll
22.09.2011 21:09

embedded journalism.

Gegenflieger
22.09.2011 19:36

Wenn man gerne wo wohnt,wo schon um Fünf Uhr die Gehsteige Hochgeklappt werden bitte.

BBC
22.09.2011 19:07
Mehr Grün für die Seestadt

deshalb ja zum Golfplatz Seestadt.

40219
22.09.2011 17:58
Wunderschön.

Allerdings hat man auf die Straßen vergessen. Wer glaubt, dass die Leute dort ihre Auto(s) verkaufen und alles mit der UBahn fährt, der irrt gewaltig.
Schon jetzt ist die Hausfeldstraße ein Nadelöhr mit langen Staus. Kein Platz für Bus-Nischen, die halten mitten auf der Straße. Und anstatt 1 altes Haus zu schleifen und die Hausfeldstraße zu verbreitern, knallt man sämtliche Neubauten bis an den Straßenrand, wo sich bald 50.000 Fahrzeuge täglich durchquetschen werden.
Viel Spaß wüns- ich bin weg von dort.

grashopper
08.02.2012 15:11
sogar für autos wird geplant, ubahn ist aber wichtiger

zur hausfeldstraße kommt eine 2015 fertig gebaute autobahnanbindung...das sollte wohl reichen

Christoph ************
22.09.2011 21:08

Hochrangige Straßenneubauten sind doch schon geplant. Wobei da wohl noch ein paar Jahre Zeit bis zur Fertigstellung bleibt. Noch steht ja nicht viel am Flugfeld.

Und ja, Infrastruktur kreiert auch eigene Nachfrage. Es ist schon nicht unvernuenftig einmal den Öffis den Vorzug zu geben, selbst in Transdanubien. Ansonsten wird man in der Donaustadt noch viel mehr von den Autos erschlagen als ohnehin schon.

40219
23.09.2011 00:11

Eine Autobahn ist geplant - ja. Eine Autobahn ist aber eine Fernverkehrsstraße. Diese neue Autobahn ist ja nur zum Durchfahren brauchbar. Sobald man runter will, muss man aufs Stadtstraßennetz und dort ist jetzt schon kein Platz mehr.
Und ich glaube nicht, dass für 50.000 Personen die Möbel mit der (nicht vorhandenen) Bim kommen werden. Und in die Gewerbeparks fährt auch niemand mit dem Bus. Und in Essling wird es NIE kürzere Busintervalle als 30 Minuten und Fahrzeiten von 45 Minuten zur nächsten Trafik geben.

grashopper
08.02.2012 15:13
50.000 leute?

wohnen doch nicht auf einem fleck...quatsch

ama2deus
 
08.10.2011 08:00

eine autobahn ist nicht nur eine fernverkehrsstraße. wer zb von meidling zur SCS fährt, oder von erdberg nach kaisermühlen wird zu 99 % immer das bestehende autobahnnetz nutzen.

genauso wird wohl der großteil der autofahrer der seestadt die autobahn nutzen um in die innenstadtbezirke zu fahren, und nicht das übrige straßennetz.

das argument mit den möbeln ist meiner ansicht nach nicht sehr stichhaltig, da ja nicht täglich 50.000 personen ein- oder ausziehen bzw. diese nicht alle gleichzeitig an einem tag einziehen. erinnert etwas an das argument der zig fernseher und waschmaschinen die täglich angeblich in geschäften auf der mariahilfer str. gekauft werden.

das verkehrsproblem von transdanubien besteht in fehlendem attraktiven ÖPNV

Christoph ************
26.09.2011 09:59

Ja eine Autobahn ist eine Fernverkehrsstraße. Aber glaubt irgendwer wirklich, dass die städtischen Straßen, gerade jene von Transdanubien von noch mehr schlecht erschlossenem Speckguertel Einfamilienhaussiedlungen ohne Konzept weniger belastet werden? Das Gegenteil ist der Fall, denn im Fall von Aspern haben die Leute eine Wahl zwischen attraktiven Alternativen zum Auto. Und selbst diejenigen im tiefsten Speckguertel haben ein neues und näheres Ziel mit Mischnutzung das durch neue und verstärkte Buslinien, tlw sogar der Bim, erschlossen sein wird. Das wird gerade auch Essling betreffen.

Miguel Sanchez
25.09.2011 22:30

Es wird keine Autobahn geben, wurde von der Asfinag abgesagt.

Christoph ************
26.09.2011 09:51

Die Anbindung an die Außenringschnellstraße ist soweit ich weiß fix, jene Richtung Westen ist noch nicht finanziert. Das heißt aber nicht, dass sie nicht kommen wird, sondern höchstens dass es ev. zu einer Bundesstraße herabgestuft wird.

Voll der Troll
22.09.2011 18:29

da hat die pr-maschinerie wieder voll zugeschlagen. kongratz!

Joe Jo
22.09.2011 17:53
Dort am A vin Wien

würde ich nie wohnen wollen.

40219
22.09.2011 17:59
Das ist nur eine Frage der Sichtweise.

Von dort aus gesehen bist du am A von Wien.

Hannes Kartnig
22.09.2011 17:02

sind Sie schon engagiert, oder wohnen Sie noch?

ama2deus
 
22.09.2011 16:11
bildunterschrift

wenn das foto aus östlicher richtung aufgenommen worden wäre, müsste das GM-werk links der seestadt sein.

da es hier rechts liegt ist es ein foto IN östliche richtung.

A Leser
25.09.2011 10:27
der andere osten

ja, da war wohl "das andere östlich" gemeint ...;-)

Johann Dau
22.09.2011 17:08

Aus östlicher Richtung wäre Norden auch rechts, nicht links ^^

ama2deus
 
08.10.2011 07:55

genau, das natürlich auch :)

Fred87
22.09.2011 15:17
Verdichtetes Wohngebiet...

Ich habe im "verdichteten Wohngebiet" Alt Erlaa gewohnt, nach ca. 5 Jahren war die umworbene Schicht ausgezogen und der Vandalismus eingezogen; Umzug in nur teilweise nicht verdichtete Bauweise in den Seepark Vösendorf (als Bonus darf man dort für die Seebenützung einen weit höheren Preis bezahlen als die Ortsansässigen) und nach 3 Jahren sind alle Nachbarn untereinander spinnefeind, so dass sie kein Wort mehr miteinander sprechen. All diese gewaltsamen Ansiedelungen größerer Menschenmassen unter dem Begriff "Gemeinschaft" scheitern an der Mentalität der Einzelnen. "Cocooning" ist nicht ohne Grund eine Zeiterscheinung.

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