Unis

Studiengebühren: Töchterles Ein-Euro-Studium

20. September 2011, 20:01

Gesetzesentwurf: Nach zehn Jahren wird Zahlung fällig

Wien - "Der Politik ist das Scheitern inhärent", sagte Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle Dienstagabend bei der Präsentation seines Entwurfs zur Einführung von "Studienbeiträgen". Das potenzielle Scheitern verkörpert Koalitionspartner SPÖ.

Die von Töchterle bereits angekündigten Eckpunkte sind nun in Gesetzesparagrafen gegossen und sehen folgende Details vor:

Jede Uni soll künftig selbst entscheiden, ob sie Studiengebühren einhebt. Zwischen einem und 500 Euro pro Semester ist alles möglich, unterschiedliche "Preise" für unterschiedliche Fächer ebenso. Einzige Ausnahme: Für Nicht-EU-Bürger (Entwicklungsländer sind sowieso ausgenommen) kann sogar der Vollkostenpreis verlangt werden. Ein Musik- oder Medizin-Studium koste den österreichischen Steuerzahler bis zu 30.000 Euro, sagte Töchterle. Eine ganze Reihe von Ausnahmen soll es auch weiterhin geben, wer Studienbeihilfe bekommt, bleibt gebührenbefreit. Zehn Prozent der eingenommenen Gebühren sollen in einen von ÖH und Uni verwalteten Sozialfonds fließen.

Wer nicht unter diverse Befreiungsgründe fällt, kann mit dem Uni-Rektorat eine "Tilgungsvereinbarung" abschließen und muss die Studiengebühr erst dann zahlen, wenn er oder sie "bereits im Berufsleben" steht. Denn das Geld für ein Studium kann zinsenfrei, aber inflationsgesichert gestundet werden. Erster Zahltag ist spätestens zehn Jahre nach Unterzeichnung des Tilgungsplans. Da "maximal 3000 bis 5000 Euro anfallen würden, wäre das kein hoher Schuldenberg", sagte Töchterle.

Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ), die den Entwurf bekommen hat, sagte am Abend zum STANDARD: "Studiengebühren lösen nicht die Probleme der Universitäten." Die SPÖ biete der ÖVP eine "Reformpartnerschaft", verlange aber ein "Gesamtkonzept". (Lisa Nimmervoll, DER STANDARD, Printausgabe, 21.9.2011)

Fakten sind egal- was zählt ist die Meinung
00
24.9.2011, 18:25
Hatten wir die nicht schon?

Wir hatten ja jahrelang diese alles heilenden Studiengebühren? Wo sind denn dann die super Unis, die keine Probleme mehr haben, die tollen Betreuungsverhältnisse?

Einen Schei* machen diese Gebühren, außer das was die ÖVP will: Den Mittelstand ausquetschen.

Ich sage nicht, dass Studien grundsätzlich kostenlos sein sollten. Aber diese Diskussion ist derartig seicht. Einziges Konzept: Gebühren.

Fazit: Hatten wie schon, hat nichts gebracht.

merchant_87x
03
21.9.2011, 09:09
und wo bleibt...

der gleichzeitige Vorschlag zur Reformierung der Studienbeihilfe (die Töchterle immer als Mitbedingung für seine Gebühren nennt)? "10% in einen Sozialfonds für ÖH und Uni" sind jetz an sich doch eine recht schwammige Definition dessen was das sein soll.

Christian Mathias Sand
 
02
21.9.2011, 14:54
Das Problem ist:

Wer an eine auch nur in Ansätzen gerechte Regelung für die österreichische Studienbeihilfe glaubt, der glaubt auch an die Verwaltungsreform und das Christkind.

M0ru
00
27.9.2011, 14:47

sup that.
Es gibt mehr als genug Leute, die um die Beihilfe umfallen aus verschiedenen Gründen, die nicht von der Beihilfestelle einbezogen werden.

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