Zweifel an Italien

Kommentar | Thesy Kness-Bastaroli , 20. September 2011, 19:02

Die von Wirtschaftsinstituten bestätigte Wachstumsverlangsamung könnte fatal werden

Tiefschlag für Italien mitten in der Schuldenkrise: Die Ratingagentur Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit des Landes neuerlich herabgestuft. Gründe waren die verschlechterten Wachstumsaussichten und eine Regierung, die kaum handlungsfähig ist. Und es könnte weiter hinuntergehen: Denn die Herabstufung bedeutet ein erhöhtes Risiko am Kreditmarkt. Rom will bis Jahresende noch 100 Milliarden Euro Staatsanleihen ausgeben. Es ist offensichtlich, dass sich die Bedingungen dafür verschlechtert haben. Statt dass die Schulden abgebaut werden, dürften sie sich - zumindest kurzfristig - erhöhen.

Die Abstufung war nicht der einzige Tiefschlag für Italien mitten in der Schuldenkrise: Die von Wirtschaftsinstituten bestätigte Wachstumsverlangsamung könnte fatal werden. Immense Schulden, hohe Zinsen und niedriges Wachstum sind ein Giftmix, der selbst handlungsfähige Regierungen in Not brächte, die Italiens umso mehr.

Italiens Wirtschaftsstruktur ist an und für sich gesund. Tausende kleine, mittelständische Exportfirmen zeigen eine exzellente Performance. Italien muss sich selbst helfen und kann sich nicht ewig auf die Unterstützung seitens der anderen, der EU und der Europäischen Zentralbank, verlassen. Dazu benötigt das Land eine Regierung, die handlungsfähig ist und die längst nötigen Reformen verabschiedet. Eine derartige Regierung ist aber nicht in Sicht. Insofern sind die Zweifel an der Genesung Italiens gerechtfertigt. (DER STANDARD; Print-Ausgabe, 21.9.2011)

MARTIN FREUKES
 
00
21.9.2011, 14:13
Leichen im Keller

die haben die Italiener zu Hauf.

In Italien wird das gleich passieren wie jetzt in Spanien nach den Gemeinderats- und Landtagswahlen.

Nach dem Regierungswechesel in vielen Ländern und Gemeinden, kommen viele NICHT in die Buchhaltung aufgelistete Rechnungen zum vorschein. Das heisst das die angegebenen Defizite nicht der Wahrheit entsprechen und die Verschuldung um einiges grösser ist.

Firmen wie RHOCHE haben in den letzten Tagen aufgelistet welche Länder mit der Bezahlung der Medikamente in Verzug sind, und das ist nur die Spitze des Eisberges.

S&P gehen auch der Frage nach, wie die öffentlichen Institutionen mit Ihren Lieferanten die Zahlungmoral halten, und das betrifft alleim In- und Ausland.

Moralapostel
 
01
21.9.2011, 12:39
hoert auf IWF nicht S&P

Trotz Berlusconi steht Italien eigentlich nicht schlecht da. Ueber die gesamte Krise hinweg geringe Budgetdefizite (4% - besser als Deutschland und Oesterreich), niedriges Wachstum ist in Italien nichts neues. Im vorigen Jahrzehnt konnte Italien dennoch Schulden abbauen - mit einem Primaerueberschuss von jaehrl. bis zu 6% (!). Bald steht Italien besser als die USA da. Pensionsreform: besser als Osterreich. OK, Verwaltungsreform ist noch offen (wo nicht?), das Hin und her um das letzte Sparpaket ist auch nicht gut rueber gekommen (beschlossen wurde es - das zaehlt!) Das Einzige was sich gravierend verchlechtert hat, sind Marktwahrnehmung und Ratings. Damit steigen die Zinsen und Italien kommt tatsaechlich in die Bedruille. Rational?

Jepedaia Springfield
10
21.9.2011, 07:28
ohne Euro hätten wir einige Probleme weniger.

Poldi Fesch
00
21.9.2011, 10:48
wer sind diesfalls

wir ?

Pintinho
22
21.9.2011, 07:58

ohne euro wären wir (österreich) aufgrund des ostengagements von erste und raiffeisen auf ramschstatus eingestuft worden.

slow motion
01
21.9.2011, 12:34
Genau umgekehrt.

Ohne Euro und EU-Mitgliedschaft unserer östlichen Nachbarn hätten sich Erste und Raika gar nie so massiv dort engagiert und vertan ...

Den drohenden Ramschstatus "verdanken" wir so gesehen EU und Euro ....

Pintinho
00
22.9.2011, 09:06

dann hätten sie geld an nicht eu staaten verliehen -siehe hypo alpe adria.

momodeluxe
01
20.9.2011, 21:00

hat herr berlusconi noch garnicht verlautbart, daß s&p nicht rechnen können, und er den herrschaften gerne zeigen mag, wie man sich richtig vergnügt?

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