Zweitägige Protestaktion richtet sich gegen Sparmaßnahmen im Bildungsbereich
Madrid - Tausende von Lehrerinnen und Lehrern an weiterführenden Schulen haben in Madrid und in der Region um die spanische Hauptstadt am Dienstag einen zweitägigen Streik begonnen. Sie wollen damit gegen Einsparungen in der Bildungspolitik protestieren. Die Gewerkschaften hatten insgesamt mehr als 20.000 Lehrer zu einer Arbeitsniederlegung aufgerufen. 230.000 Schüler waren von dem Streik betroffen.
Auch in anderen Regionen des Landes wie in Galicien oder Navarra sind in den kommenden Wochen Lehrerstreiks geplant. Insgesamt hatten die Lehrerverbände und Gewerkschaften in elf der 17 spanischen Regionen Protestaktionen angekündigt. Diese richten sich gegen die Pläne einzelner Regionalregierungen, die Lehrer zu mehr Unterrichtsstunden zu verpflichten. Außerdem sollen die Verträge von Aushilfslehrern nicht verlängert, Sonderkurse gestrichen und die Zahl der Schüler in den einzelnen Klassen erhöht werden.
Die Chefin der Madrider Regionalregierung, Esperanza Aguirre, heizte die politische Atmosphäre zusätzlich an, indem sie die Einführung von Studiengebühren anregte. Die konservative Politikerin meinte, die Sozialisten stünden hinter den Protesten der Lehrer, weil sie sich davon Vorteile bei der spanischen Parlamentswahl am kommenden 20. November versprächen.
Die Madrider Regionalregierung bezifferte die Beteiligung am Lehrerstreik auf 43 Prozent, die Gewerkschaften sprachen von gut 80 Prozent. Für Dienstagabend waren die Lehrer zu einer Kundgebung aufgerufen. Die Gewerkschaften und Lehrerverbände begründen die Proteste damit, dass die Einsparungen eine Verschlechterung des Bildungsniveaus zur Folge hätten. (APA)