Wien-Leopoldstadt

"Chaotische Bedingungen" beim Stadion-Umbau

20. September 2011, 17:22
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    foto: wien.gv.at

    Die Baukosten für den Stadion-Umbau schnellten von den ursprünglich geschätzten 18 Millionen Euro auf fast 31 Millionen hoch.

Mehrkosten und Baumängel laut Kontrollamtsbericht

Wien - Wohl kaum ein Umbau geht ohne Ärger über die Bühne: Zeitverzögerungen und explodierende Kosten stehen an der Tagesordnung eines jeden verschönerungswütigen Häusl- oder Wohnungsbesitzers.

Wie dieser Ärger im großen Stil aussieht, verdeutlicht der am Dienstag veröffentlichte Kontrollamtsbericht über den Umbau des Ernst-Happel-Stadions (Praterstadion) anlässlich der Fußball-Europameisterschaft im Jahr 2008.

Die Baukosten schnellten von den ursprünglich geschätzten 18 Millionen Euro auf fast 31 Millionen hoch. Aufträge sollen zum Teil direkt - also ohne internationale Ausschreibung, wie es bei Projekten dieser Größenordnung üblich ist - von der Wiener Stadthalle an externe Unternehmen vergeben worden sein. Leistungsbeschreibungen sollen exakt auf Produkte einzelner Firmen zugeschnitten gewesen sein. Die Mehrkosten von fast 13 Millionen Euro teilten sich schlussendlich die Stadt Wien und der Bund.

Zahlreiche Änderungswünsche

Die "chaotischen Bedingungen" des Umbaus seien laut MA 51, dem Sportamt der Stadt Wien, auf die zahlreichen Änderungswünsche seitens der Uefa zurückzuführen. Bis heute sei unklar, ob die EURO 2008 SA, ein Tochterunternehmen der Uefa, oder der Österreichische Fußballbund (ÖFB) Ausrichter dieses Events waren.

"Man könnte es damit vergleichen, dass man in der Früh meint, zu Abend ein Steak zu essen, am Vormittag will man dann doch lieber einen Kaiserschmarrn zum Nachtmahl, zu Mittag möchte man einen Schweinsbraten zum Tagesausklang, und am Ende steht ein Tafelspitz am abendlich gedeckten Tisch", heißt es in der Stellungnahme der Magistratsabteilung im Bericht. (juh/DER STANDARD-Printausgabe, 21.9.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 28
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Der Tourist
00
21.9.2011, 20:49
In Wien ist alles möglich?

Können jetzt andere Bauunternehmen die Stadt Wien auf Schadenersatz verklagen, weil sie nicht entgegen Europarecht nicht mitbieten konnten? In Wien ist anscheinend alles möglich.

Alex popelino
02
21.9.2011, 11:41
Uefa Korruption vs. MA Korruption

das nenn ich Brutalität

bully bullson
03
21.9.2011, 10:37
...überall wo die "Verwaltung Stadt Wien" drauf steht, ist Sumpf drinnen....

bösartiger gutmensch
12
21.9.2011, 09:48
31 mio euro für ein nicht sinnvoll nutzbares stadion.

unfassbar.

gleichzeitig werden nachträglich mio euro in kagran reingesteckt (statt die eishockeyhalle gleich von vornherein mio-stadttauglich zu bauen), bekommt die austria mio für ein potthässliches patchworkstadion, bekommt das hanappi nachträglich um teures geld eine komplettüberdachung auf kosten von rd 2.000 sitzplätzen (jetzt hamma einen kapazitätsmangel!) und der urspr stadionästhetik (die dach-pfosten an den 4 ecken sind schirch), werden mio im pratervorplatz versenkt.

die stadt wien ist nicht ganz dicht.

um das ganze sinnlos verschleuderte geld hätte:

- kagran von anfang an eine schöne halle gehabt und die wm wär nicht dermaßen peinlich abgelaufen
- rapid und die austria je (!) ein schönes neues stadion bekommen können

Geoffrey of Monmouth
00
21.9.2011, 08:08

Gibts eigentlich noch ein Stadion, welches zur Euro aus-, um- oder neu gebaut wurde, wo man schlussendlich nicht zig-Millionen draufgezahlt hat?

Faeryl
01
21.9.2011, 11:53

siezenheim?

Max Kahlenberg
04
20.9.2011, 22:26
Bis heute sei unklar, ob die EURO 2008 SA, ein Tochterunternehmen der Uefa, oder der Österreichische Fußballbund (ÖFB) Ausrichter dieses Events waren.

Willkommen in Österreich !!!

song
00
21.9.2011, 11:05

ich finde eher die essensmetapher in der presseaussendung der ma 51 bezeichnend. da war der zuständige beamte gedanklich wohl schon in der mittagspause... ;)

don't follow me
09
20.9.2011, 22:39

Die EM ging relativ glatt über die Bühne. Also wirds die UEFA gewesen sein.

grimsvotn eyjafjallajökull
11
20.9.2011, 21:10

Bevor man nicht weiss was man wirklich will, darf man eben nicht zu bauen anfangen. Nur eine exakte, verbindliche Ausschreibung ermöglicht auch verbindliche Angebote die dann auch bis zum Schluss halten müssen. So ist es allgemein üblich. Nur in Wien scheinen andere Bräuche zu herrschen. Balkanische eben. Wer da wohl aller von diesen Preiserhöhungen profitiert?

politisch verfolgt
04
20.9.2011, 20:53
keine überraschung. leider.

aber die erklärung des magistrats ist wenigstens lustig.

momodeluxe
01
20.9.2011, 20:11

war das die geschichte mit dem public viewing flop am ring?

jutta 98
13
20.9.2011, 21:19

Der größte Flop war wohl in Hütteldorf

Großer Aufwand für ein paar Hanseln, die zu Hause keine Fernseher haben,....

The Big Dude
11
21.9.2011, 07:21
fernseher schon

aber strom abgedreht ...

politisch verfolgt
13
20.9.2011, 21:44
moooment

ich habe sehr wohl zu hause einen fernseher, aber auf dem heiligen rasen von st. hanappi zu sitzen war mir die reise nach hütteldorf wert.
war echt nett dort.

bösartiger gutmensch
01
21.9.2011, 09:49

hab mir das deutschland-match dort gegeben, war echt nett! und richtiges bier gabs auch noch ....

DschiEm
20
21.9.2011, 09:00

was für ein Rasen?!?!?..."heilig"......LOL, Religion hat selten was gutes zustande gebracht.....

St(etten) Hanabbi ;)

systemfehler1
02
20.9.2011, 19:20
Sch.... UEFA.

DAS sind die Abzocker schlechthin.

Wer sich mit Hunden ins Bett legt, wird mit Flöhen aufwachen.

Jup posts
04
20.9.2011, 18:17
Was ich mich frage

Normalerweise muss man heutzutage mit fixhonoraren, vereinbart bei der auftragsvergabe,seinen auftrag erfuellen. Nur wenn dem auftraggeber ein verschulden trifft kann mannachverrechnen. Im staatsbereich wie hier wird immer gezahlt, man kann ja nicht anders. Somit bleibt fuer mich a) der staatliche auftraggeber verschuldet die mehrkosten oder b) hier gehts zu einfach. Beides ist unfaehigkeit des staates. Hauptsache es gibt dann wieder steuererhoehungen als loesung.

I'll shit on your nick
09
20.9.2011, 19:50
In der Baubranche funktioniert das anders.

Zuerst einigen sich einmal die Platzhirsche, wer es machen wird (mit oder ohne Konsultation der Politik).

Daraus ergibt sich logischerweise ein Bestbieter.

Aufgrund "unvorhergesehener" Umstände (etwa Untergrund anders beschaffen "als angenommen") und "Sonderwünsche" des Auftraggebers (da bleibt es der Fantasie überlassen, welche Selbstverständlichkeiten man nicht ins Anbot reinschreibt, die dann also nachgeordert werden müssen) wachsen die Kosten von Monat zu Monat und juristisch einwandfrei argumentierbar an.

Der Kern des Problems ist an der Wurzel zu finden: Die Politik hat kein oder wenig Interesse, eine Ausschreibung realistisch und wasserdicht zu gestalten.

derElch
00
21.9.2011, 11:27

Die Wahrscheinlichkeit zum Bestbieter zu werden, verhält sich direkt proportional zur Dicke des gefüllten Kuverts.

Jup posts
00
21.9.2011, 05:56
Bin ja bei Ihnen

dennoch, man kann den Auftraggeber auch so binden, das man ein Projekt als schluessfelrtig definiert und das auch entsprechend anbieten muss. Dann koennen die Herrn reinrechnen was sie wollen, sie muessen es dann zum vereinbarten Preis fertigstellen. Untergrund muss vor Baubeginn geklaert werden, wenn das nicht erfolgt ist eh schon alles (von beiden Seiten) unserioeus und somit nicht weiter diskussionswuerdig.

I'll shit on your nick
01
21.9.2011, 11:56

Der weiter unten beschriebene Bereich heißt Claim Management und ist eine Wissenschaft, eine der Abzocker, aber so einfach wie wir beide uns das wünschen würden ist das leider nicht ...

Der junge Jim Kirk
02
21.9.2011, 10:04

Zum fixpreis bekommens dann noch windigere firmen die dann vergessen die arbeiter anzumelden und nach den ersten größeren geldflüssen in konkurs gehen weil unvorhergesehene geschehnisse die ausführung verteuern.

M K
 
01
20.9.2011, 20:07
Erklärung fehlt!

Sie bleiben die Erklärung dafür schuldig, weshalb die Politik kein Interesse an realistischen Ausschreibungen hat (übrigens nicht nur die Politik!).

Ich lege meine Vermutung nach:
Viele von der Politik aus verschiedensten (sinnvollen und sinnleeren) Gründen gewollte Projekte wären dann nicht durchführbar, wenn das Wahlvolk über die wirklichen Kosten informiert würde.

Und zudem, der Zeitdruck lässt doch kaum bei einem großen Bauprojekt eine "realistische und wasserdichte" Planung im Vorfeld zu.

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