Abschreckende Fassaden

Wojciech Czaja, 20. September 2011, 17:30
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    foto: t-hoch-n

    Falscher Bus als Warnsignal: Das Büro t-hoch-n entwirft so originelle wie hilfreiche Portalideen.

Für das Wiener Büro t-hoch-n spielen km/h eine wichtige Rolle. Da werden Busse geplant und Geschäfte aus der Perspektive einer Straßenbahn

Wien - Der Verkehr ist ein Hund, vor allem dann, wenn sich der eigene Copyshop am Ende einer stark befahrenen Straße befindet. Regelmäßig krachten Autofahrer, die aus der Schönbrunner Straße kamen und das Bremspedal nicht mehr rechtzeitig fanden, in die Fassade der Kopieranstalt M+N. Totalschaden auf allen Seiten. Nach dem 20. Auto erhielt das Wiener Architekturbüro t-hoch-n den Auftrag, eine Fassade zu gestalten, die Autofahrer abschrecken sollte.

"Nicht nur Symptome, auch Ursachen erkennen"

"Wir haben einen Bus an die Fassade gebaut" , erklärt Gerhard Binder, einer der Chefs bei t-hoch-n. "Jeder, der einen Führerschein besitzt, weiß, dass öffentliche Busse Vorrang haben. Dieses Wissen haben wir uns zunutze gemacht." Die Technik, Harmloses als gefährlich zu tarnen, kommt aus der Natur. Die städtische "Mimikry" hat sich auch bei den Menschen als erfolgreich erwiesen: Seit Fertigstellung der Fassade im Jahr 2004 gab es keinen Unfall mehr.

"Ja, es geht darum, dass man bei einem Projekt nicht nur die Symptome erkennt, sondern auch die Ursachen", so Binder. Auch beim Geschäft be a good girl in der Westbahnstraße spielte der Verkehr eine große Rolle. "In den Stoßzeiten fährt alle drei bis vier Minuten die Bim vorbei. Die Frage war: Wie bringt man die Leute dazu, auszusteigen und wieder hundert Meter zurückzugehen?" Die Antwort: Man stellt unter unterschiedlichen Drehwinkeln Spiegel in die Auslage, die im langsamen Vorbeifahren einen flirrenden Film erzeugen. Das macht neugierig.

Das Wissen der Zeit

Wenn sie nicht gerade damit beschäftigt sind, verkehrsbedingt Portale zu planen, arbeiten die t-hoch-n-Leute hauptsächlich an Dachgeschoßausbauten. Und warum t-hoch-n? "Ganz einfach", sagt der Architekt. "tn ist die von Carl Friedrich von Weizsäcker entwickelte Formel für das Wissen der Zeit. Was in der Physik gilt, kann auch in der Planung unserer Städte nicht so falsch sein." (Wojciech Czaja, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21.9.2011)

Hinweis

27. 9., 1., Neutorgasse 4-8, Vortrag t-hoch-n im Rahmen der Serie "architektur in progress" , 19.00

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13 Postings
smea_gol
00

ein bus bild ist also architektur.

was kommt beim billa drauf?
eine paprika?

und bei der TU?
ein zaun zum studentenaussperren?

Der Lucent
01
23.9.2011, 12:02
Gute Idee...

Unfälle gibt es nun keine mehr, jedoch jeden Tag mindestens 3 Menschen die verzweifelt versuchen im Copyshop einen Fahrschein zu entwerten.

Blick Winkel
02
21.9.2011, 10:53
Knapp daneben ist auch vorbei..

Grundsätzlich finde ich den Hingucker genial!

Aber dummerweise gibt es keine "logische Verknüpfung" zwischen Copyshop und Autobus und obendrein geht das eigentliche Logo des Shops vollkommen unter.

Es wird also viele Leute geben, die (auf den ersten Blick) gar nicht erkennen um welche Art von Geschäft es sich handelt. Die meisten Passanten sind vollkommen vom Bus angelenkt.

(Ein großer Kopierer wäre weitaus sinnvoller gewesen)

Blick Winkel
05
21.9.2011, 10:47

Erinnert mich an den Haifisch Bus:

http://www.ooha.de/module-Me... d-119.html

poto
00
21.9.2011, 09:59
ich geh sowieso zum kleinhans gegenüber drucken

Heavyweather
20
21.9.2011, 00:33

20 Autos sind durch die Stangen durch gefahren und haben sich danach noch in der Fassade eingebaut?

Ein paar strategische Einbahnen wären sinnvoller gewesen.

Jetzt gibts auch kein Versicherungsgeld mehr um die hässliche Fassade wieder zu überarbeiten.

audrey187
12
20.9.2011, 22:47
na geh...

die sind ja deppert, die zahlen eine durchschnittliche firma für eine sache, die sie locker selber zustande gebracht hätten.
bus rein in den kopierer, und geht scho!

Freigeist
22
20.9.2011, 20:41
wer sich durch ein haus nicht abschrecken lässt,

der wird auch nicht durch einen bus abgeschreckt werden.

tja, und öffentliche Busse haben auch nicht immer vorfahrt.

naja, Marketing eben. zumindest davon scheint der Architekt etwas zu verstehen

Stifter
00
21.9.2011, 11:29

Bitte den Artikel lesen! Daraus geht nämlich eindeutig hervor, dass die Bus-Fassade gewirkt hat. Seit 2004 kein Unfall mehr - früher aber regelmäßig!

Freigeist
00
22.9.2011, 22:32
habe den artikel gelesen

dennoch bezweifle ich die aussage in dieser form.

denn im Umkehrschluss würde das bedeuten, alle die zuvor in das haus gekracht sind dachten, sie wären im recht und stärker als das haus.

das ist ebenso Unsinn wie die aussage im Artikel, öffentl. Busse haben immer Vorrang.

nichtkaefer
02
20.9.2011, 20:12
"Jeder, der einen Führerschein besitzt, weiß, dass öffentliche Busse Vorrang haben. "

Eigentlich nicht. Trotzdem ist die Fassade eine gute Idee.

Ronald Tekener
00
21.9.2011, 11:32

Schön wäre es, wenn sich das Wissen verbreiten würde.

Juni G.
01
20.9.2011, 18:44

"... und ihr Architekt braucht auch einen Psychiater !" (ZIt. Peter Sellers)

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