Bis 2014

Wien stellt alle Hauptschulen auf Neue Mittelschulen um

20. September 2011, 13:58

Variante der Wiener Mittelschule soll parallel dazu ausgebaut werden

Wien - Wien wird bis 2014 alle Hauptschulen auf Neue Mittelschulen (NMS) umstellen. Darauf habe sich die Stadt Wien mit dem Unterrichtsministerium geeinigt, wie ein Sprecher des Wiener Stadtschulrats am Dienstag mitteilte. Derzeit werde ein Umsetzungsplan erarbeitet, der einen Vollausbau in drei Etappen vorsieht. Das Eigenmodell der "Wiener Mittelschule" (WMS) soll parallel dazu als gemeinsame Schulform aus AHS und Hauptschule für 10- bis 14-Jährige weiter ausgebaut werden.

System für AHS verbessern

Damit wolle Wien "einerseits die in der Neuen Mittelschule vorgesehenen zusätzlichen Ressourcen und pädagogischen Vorteile" für städtische Hauptschulen nutzen, andererseits aber den Ausbau und die Weiterentwicklung der "Wiener Mittelschule" als "attraktives System" für bestehende AHS-Standorte verbessern, heißt es vonseiten des Stadtschulrats.

100 Hauptschulen werden umgestellt

Konkret geht es in dem zwischen Stadt und Ministerium abgestimmten Plan um mehr als 100 Hauptschulen, die etappenweise und nach Schulregionen geblockt ab kommendem Schuljahr bis 2014/15 auf Neue Mittelschulen umgestellt werden sollen. Wien hatte sich dem "Bundesmodell NMS" gegenüber bisher reserviert gezeigt und beispielsweise im laufenden Schuljahr 2011/12 keine Hauptschulen in NMS umgewandelt.

"Mehr als Auswechseln des Türschilds"

Derzeit gibt es in Wien 22 ehemalige AHS- bzw. Hauptschulstandorte, die nun als "Wiener Mittelschule" geführt werden. Auch jede neu errichtete Schule soll als WMS gegründet werden. Der Stadtschulrat betont, dass es dabei um "mehr als ein bloßes Auswechseln des Türschilds" gehe. Die WMS sei aus dem Schulversuch der Integrierten Gesamtschule heraus entstanden und biete ein eigenes pädagogisches Konzept, darunter Lerncoaching, Englisch als Arbeitssprache, Wahlkurse sowie einen Leistungsnachweis (Europass).

Stufenplan noch diese Woche

Im Laufe dieser Woche soll im Rahmen einer Tagung der Landesschulratspräsidenten der Stufenplan zur Umstellung von Hauptschulen in NMS erarbeitet werden, wie es aus dem Ministerium heißt. Dabei gehe es um "Feinjustierungen" - also wie viele Schulen wann, wo und wie umgestellt werden. Man sei angesichts der guten Vorgespräche auf Beamtenebene optimistisch, "dass das gut über die Bühne geht". Bis 2015/16 sollen alle Hauptschulen in Österreich in NMS umgestellt werden. Dann soll der Schultyp ins Regelschulsystem überführt werden. Wie Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) vor zwei Wochen ankündigte, soll die dementsprechende Beschlussfassung noch vor Sommer 2012 gelingen. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 55
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f.j.neffe
 
00
Hauptschulen, 100, umgestellt

Wo früher ein Haupt war, findet sich jetzt ein Mittel! Wenn das kein Fort-Schritt ist! Le Haupt est mort, le Haupt est mort..! Für die Schüler und Lehrer und Eltern geht es weiter wie gewohnt: sich unterwerfen, sich einfügen, mitmachen........ O, happy day!
Franz Josef Neffe

mountaineer
00
5.10.2011, 16:01

Endlich einmal ein neuer Name für die Hauptschule.
Dann fühlen sich die gleich ungemein aufgewertet, deren Kinder leider nicht ins Gymnasium gehen können, weil ihre Zeugnisse zu schlecht waren.

Chocoholic
01
26.9.2011, 15:50
Damit man dann im Lebenslauf statt Hauptschule Mittelschule sagen kann?

Daisy Lord
01
23.9.2011, 22:55
Wir haben dann also in Wien

nach wie vor die AHS-Unterstufe, außerdem noch die "Wiener Mittelschule" und die "Neue Mittelschule", beides Hauptschulen...was ist übrigens der Unterschied, ob eine HS "Wiener" oder "Neue" MS wird?

Rosa Stahl
01
22.9.2011, 23:08

DA muss ja schon völlig veblödet sein, um diesen Leuten noch was zu glauben.

Ettikentenschwindel nennt ma sows.

Der keynesianische Endpunkt ist erreicht.
00
22.9.2011, 16:45

Scholé = Muße.

Ein griechisches Wort, welches zu eigentümlichem Gebrauch von Zeit für das Staunen, die Neugierde und die Kultivierung von Einsicht und Urteilsvermögen referenziert.

Sobald/seitdem politdemokratische Masseverwalter(...) und ebensolche Lehrer zwingend(...) mitmischen, ist's damit naturgemäß vorbei.

Name = nur Programm, nicht mehr. Was anderes benötigt (Partei-)Politik auch nicht.

Die eigene Verantwortung im Leben eines Menschen dauert nur halt meist länger als eine, zwei oder ein bisserl mehr Legislaturperiode/n.

Denker9
03
21.9.2011, 20:39

Mich würde interessieren, wie viele AHS-Standorte zu NMS umgewandelt werden! Denn ansonsten ist es doch richtig, dass die NMS die anders benannte Hauptschule wird!

Daisy Lord
01
21.9.2011, 21:26

Die Hauptschule hatte schon so viele Namen...die einzige größere Änderung war 1985, als statt A- und B-Zug die Leistungsgruppen eingeführt (und bald wieder verworfen) wurden.
Dann wurde auf Teamteaching in heterogenen Klassen umgestellt, seit etwa 10 Jahren heißen nahezu alle HS in Wien KMS, und seit einigen Jahren gibt es auch wieder eine Einteilung in Leistungsgruppen, allerdings innerhalb der Stammklasse, ohne getrennten Unterricht.
Etwa 70 Prozent der Wiener Kinder besuchen eine völlig undifferenzierte AHS - die restlichen (schwächsten) 30 Prozent teilen wir in drei Leistungsgruppen...

Denker9
00
22.9.2011, 04:55

Das heißt: die schwächeren Kindern in der HS werden nach ihrem Leistungsvermögen eingeteilt, während in den AHS alle in einen "Topf" geworfen werden? Gibt es dort nicht auch bessere und schlechtere Schüler?
Welche Schülerklientel wird denn eigentlich- nach Meinung der "Bildungsexperten"- die NMS in Wien besuchen? Werden das auch Kinder aus Akademikerfamilien sein? Schwer vorzustellen, wenn es daneben AHSen gibt!

D/E
00
22.9.2011, 09:21
Aus meiner Sicht als Elternteil tippe ich, dass die meisten

Kinder in den AHS sitzen, weil sich ihre Erziehungsberechtigten erwarten/erhoffen, dass sie dort von Kolleg/inn/en verschont sind, die sie mobben, den Unterricht stören usw.

Bei meinen Kindern war das so, und wir sind gut damit gefahren.

D/E
15
22.9.2011, 09:30
Damit mich niemand missversteht: Ich bin für die gemeinsame Schule bis 14/15.

Die funktioniert aber nur, wenn psychosoziale Probleme vor Ort und professionell behandelt werden. Qualifiziertes Personal muss im Haus vorhanden sein, es muss klare Richtlinien für das Verhalten im Unterricht und ebenso klare, logische und nicht repressive Sanktionen.

Mitschüler/innen und Lehrer/innen sind als Therapeuten ungeeignet.

Aber so lange man das System Schule mit allen Fragen überfrachtet, die den großen Schädeln in Ministerium und Landesschulräten die Mittagspause vergällen könnten, wird jeder gut beraten sein, egoistisch zu handeln und für seine eigenen Kinder so wählerisch zu sein, wie es nur geht.

CrangerMan
00
21.9.2011, 19:10

Ist das nun die Gesamtschule?

stall
00
21.9.2011, 19:44
nein

aber so ähnlich, nur noch viel schlechter als in ländern mit gesamtschule.

stall
00
21.9.2011, 17:47
dass die lehrer

die mit der nms arbeiten müssen, nichts über diese katastrophale schulform hier im netz berichten, wo es gefahrlos möglich wäre, wundert mich bzw. ist schade.

Murmelchen1
02
22.9.2011, 10:41
Ich kann nur aus der Sicht einer so genannten "Kooperationsschule" berichten.

Die Kooperationsschulen sind diejenigen an denen die AHS/BMHS - Lehrer offizielle ihre "Stammschule" haben - von dort werden sie dann stundenweise einer NMS zugeteilt. Heuer hatten wir die tolle Situation (Wir sind eine BMHS), dass eine weitere Schule in unserer Umgebung Neue Mittelschule wurde und ganz selbstverständlich jede Menge Lehrer dorthin abgestellt wurden. Dabei wurde keinerlei Rücksicht darauf genommen, ob nicht bei uns gebraucht würden. Resultat war, dass wir eine ganze Lehrverpflichtung Mathematik nicht besetzen konnten und auch bis jetzt keinen Lehrer zugewiesen bekommen haben. Die Mathe-Stunden unterrichten bei uns (Oberstufe) jetzt die Fachfremden die "es sich gerade zutrauen" und an der NMS sitzt der Akademiker.

D/E
00
22.9.2011, 09:02
Das hat vermutlich den einfachen Grund,

dass die Schulform nicht mehr oder weniger "katastrophal" ist als die bisherige Hauptschule oder "Mittelschule" oder "Europaschule" oder welches Türtaferl da auch immer draufgeschraubt wird.

Die Länder und Gemeinden freut's, wenn der Bund seinen eigenen Schulen Lehrer/innen wegnimmt, es klingt gut und schadet ja nicht.

Bringen wird's natürlich auch nichts -- außer vielleicht ein bisserl Dünkel bei den unterrichtenden Lehrkräften und Schüler/inne/n.

Denker9
01
21.9.2011, 14:56

Ich befürchte, dass bei Einführung der NMS in Wien vor allem der Mittelstand rebellieren wird und viel Geld für die Bildung seiner Kinder in Privatschulen opfern wird müssen. Zugunsten der NMS wird den Gymnasien der Geldhahn abgedreht werden!

W.v.Grün, Erfinder düsengetriebener Wunderwaffeln
02
21.9.2011, 11:19
Neues Etikett

Und alles, alles wird wieder gut...

Kein Kommentar
02
21.9.2011, 09:49
Rote Nebelgranate

Dieselben Lehrer lehren in derselben Infrastruktur in den Sammelbecken pädagogischen Elends, die in Wien Hauptschule heissen....

Dass die Roten durch das Hintertürchen Fakten schaffen wollen, ist wohl klar. Und wenn es helfen würde, wäre es ja auch nicht schlecht.

Im Burgenland haben die Roten den skeptischen Lehrern viel Geld bezahlt, damit sie die Klappe halten und die Neue Mittelschule einführen.

Warum bin ich also skeptisch!?

die Unschuldsvermutung
00
21.9.2011, 09:31
Türschilderwechsel

Das es mehr wird, als Türschilderwechsel müssen sie mal beweisen.

docw
20
21.9.2011, 14:12

wenn ich mir ihre rechtschreibung so anschaue, habe ich den verdacht, dass sie weder die alte noch die neue mittelschule besuchten.

Heavyweather
31
20.9.2011, 22:49

Die Kinder sind unsere Zukunft und werden das schon hin bekommen. Egal in welche Schulen sie gehen.

Intelligente Kinder lernen auch in einem NMS Umfeld genug um sich später durchsetzen zu können.

Es macht real auch keinen Unterschied ob man eine HS am Land oder in der Stadt besucht hat.
Die AHS am Land ist auch nicht so toll dass eine aus der NMS hervorgegangene Oberstufe diese nicht ersetzen könnte.

Gesamtschule ist der sozial gerechteste Weg.

Es macht übrigens auch keinen Unterschied welche Matura man in AT hat. Die Universität steht allen offen. Daher macht eine Privatschule auch überhaupt keinen Sinn (Naja...so viele Drogen wie in Privatschulen bekommt man in Öffentlichen dafür nicht...).

Der keynesianische Endpunkt ist erreicht.
01
22.9.2011, 16:33

"Sich durchsetzen zu können" als Ziel ist an sich schon eine sehr perverse Auffassung von gut Leben.

"Sozial gerecht". No eh. Wer nicht kämpft, hat schon verloren, gell? Q.e.d.

Heavyweather
00
22.9.2011, 20:40

Falls es dir entgangen ist. Wir haben eine Wissensgesellschaft aufgebaut in der auch Kinder schon von vorne herein darauf getrimmt werden besser als andere zu sein um sich im Wettbewerb Vorteile schaffen zu können.
Genau darum geht es den Verfechtern der AHS Unterstufe. Die "Elite" soll unter sich bleiben um sich schon im Alter zwischen 10-15 einen Vorteil verschaffen zu können.

Der keynesianische Endpunkt ist erreicht.
00
22.9.2011, 23:30

"Wir haben eine Wissensgesellschaft aufgebaut..."

Nein, haben "wir" nicht.

http://ef-magazin.de/2009/12/0... le-bildung
.

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