U-Ausschuss zu Faymann-Inseraten

Oppositionsparteien wittern einen weiteren rot-schwarzen Kuhhandel

20. September 2011, 17:05
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    Politische Korruptionsskandale gibt es in Österreich zuhauf: Jetzt feilschen die Parteien darum, welche davon im Parlament untersucht werden sollen - und welche nicht.

Überraschenderweise will die ÖVP Kanzler Werner Faymanns einstige ÖBB-Inserate nicht untersuchen - Für die SPÖ ist plötzlich die Causa Buwog kein Thema mehr - Grün, Blau und Orange tippen auf eine Abmachung

Wien - So geht das nicht - jedenfalls nicht mit ihm: Noch bevor die fünf Fraktionen offiziell zu Verhandlungen über den anstehenden U-Ausschuss zu den diversen Korruptionsaffären in Verhandlungen getreten sind, hegt der Grüne Peter Pilz schon argen Groll gegen die Koalitionsparteien. "Einen Kuhhandel", vermutet er zwischen SPÖ und ÖVP - und dieses Tauschgeschäft werde wohl so ausschauen: "Ihr vergesst die Inserate von Werner Faymann, und wir vergessen dafür die Buwog!"

Tatsächlich feilen Rot und Schwarz derzeit gemeinsam an einem Vorschlag, was in dem Untersuchungsgremium beleuchtet werden soll. SPÖ-Klubchef Josef Cap zum Standard: "Wir schlagen zunächst einen Text vor, und wenn ein Konsens mit der ÖVP gefunden ist, treten wir mit der Opposition in Gespräche." Im Gegensatz zu Blau, Grün und Orange will Cap nur die Affären rund um den Komplex Telekom untersuchen - aber immerhin samt der Causa Blaulichtfunk (Tetron) -, die der ÖVP wegen der Vorwürfe gegen Exinnenminister Ernst Strasser höchst unangenehm werden dürfte. In eigener Sache wird gebremst: Cap hält einen U-Ausschuss zur ÖBB-Inseratenvergabe für nicht notwendig.

ÖVP-Klubchef Karlheinz Kopf weist einen rot-schwarzen Abtausch zurück. Kopf kann sich mittlerweile Tetron als Untersuchungsthema vorstellen - gleichzeitig erscheinen ihm die teuren ÖBB-Inserate, die Kanzler Werner Faymann als Infrastrukturminister in diversen Medien platziert haben soll, als nicht unbedingt untersuchenswert.

"Kraut-und-Rüben-Ausschuss"

Für ihn hat Staatssekretär Josef Ostermayer (SPÖ) in der ZiB 2 am Montagabend schon eine Art Offenbarungseid geleistet (siehe Artikel rechts): Seither sei klar, dass es "sowohl die Gespräche als auch die vorgeworfene Einflussnahme" Ostermayers und Faymanns gegeben habe, findet Kopf. Für strafrechtliche Aspekte sei die Justiz zuständig. Der ÖVP-Klubchef warnt vor einem "Kraut-und-Rüben-Ausschuss" - "allenfalls" solle es zu anderen Causen eigene U-Ausschüsse geben.

Die plötzliche Eintracht zwischen den Regierungsparteien stört Pilz gewaltig. Er droht mit einem Volksbegehren aller "Ehrlichen und Anständigen", sollten SPÖ und ÖVP neben der Telekom nicht folgende Affären mit auf den Menüplan des anstehenden U-Ausschusses nehmen: "Buwog, Blaulichtfunk, Staatsbürgerschaftskäufe und ÖBB-Inserate - bei allem anderen setze ich mich mit Kopf erst gar nicht hin, mit Sicherheit nicht!", schimpft er.

Inserate auf null reduzieren

Für FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache ist klar, dass die ÖBB- Inserate eine Anklage der Staatsanwaltschaft wegen Amtsmissbrauchs und Untreue gegen die beiden SPÖ-Regierungsmitglieder nach sich ziehen müssten. Außerdem will er - wie auch Grün und Orange - das Thema im U-Ausschuss behandelt sehen. Die Vorwürfe seien "restlos aufzuklären", fordert er - und stellt eine Bedingung: Die FPÖ werde dem Medientransparenzgesetz nur zustimmen, wenn die Regierung ihre Inserate "auf de facto null" reduziere. (nik, nw, pm, DER STANDARD, Printausgabe, 21.9.2011)

Kommentar posten
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Verzweiflung
01
22.9.2011, 11:10

Ich hoffe inständig - ich wünsche mir diesbezüglich nichts mehr als das - daß ÖVP und SPÖ ihre absolute Mehrheit an Sitzen bei der Nationalratswahl 2013 verlieren.

Das täte der politischen Kultur in diesem Lande so unglaublich gut - das wäre ein wahres Freudenfest!

Am besten wäre ja, wenn eine Kleinstpartei (z.B. LIF) auch den Einzug schüfe, aber mir genügt schon, wenn es eine blau-grün-orange absolute Mehrheit gibt, sollte es eine blau-grün-orange-gelbe sein, umso besser.

sonne-licht
 
00
21.9.2011, 23:12
fühle mich nicht mehr als österreicher

bei solcher gesellschaft wird das mitgefühl zum martyrium

als österreicher fühlst dich in österreich unwillkommen, wennst charakter, moral, religiös, heterosexuell und familienmensch bist

um in österreich zu gelten musst "anders" sein nicht normal!

warum die justiz nichts unternimmt und die polizei dieses gesindel beschützt, sagt viel aus über die gesellschaftsformen in österreich

diese ewigen platitüten "wir" können nichts tun, sagt viel aus über die menschlichen tugenden in österreich

das es in österreich soviele solcher unmoralischen korrumpierten menschen gibt, spiegelt nur den zustand der gesellschaft in österreich wider

wo verbrechen zur bagatelle wird, darf sich nicht wundern über den zustand der gesellschaft

-gaddafi-
00
21.9.2011, 13:37

kann bitte auch in österreich endlich die nato einmarschieren und die bürger von diesem gesindel befreien? das ist doch alles nur mehr noch ein jämmerliches s(ch)auspiel

anti follower nick 24
00
21.9.2011, 13:36
und dafür soll ich auch noch Steuern zahlen?!

Werner Masslos
03
21.9.2011, 12:45
Na no na net na na ...

.. werden die einen Kuhhandel treiben. Wär das erste mal, daß das nicht so passiert.

Wie's richtig gemacht gehört, spare ich mir hier zu schreiben - ich denke jeder Leser mit nur ein bißchen Gefühl für Wahrheit, Gerechtigkeit und Moral weiß wies gehört.

Wieso nur unsere Politiker nicht? Wieso wird eine Position sofort ausgenützt, wenn man in der Politik halbwegs oben angekommen ist?

Wie wird die folgende Frage richtig gestellt?:
Wieso werden Politiker korrupt, sobald sie ihre Hände an der Macht haben?
oder
Wieso werden korrupte Menschen Poilitiker?

In beiden Fällen habe ich so das Gefühl, daß Macht sehr zu Korruption verleitet. Und wenn kein exekutierbares Regelwerk da ist, wird gemacht, was einem gerade so einfällt. Nicht?

Godonol
04
21.9.2011, 12:44
Verzweiflungswahl?

Mittlerweile sind ja nicht nur politische Parteien involviert, sondern auch die Medien. Wen kann man also noch wählen, wenn man seine Stimme gegen Korruption einsetzen möchte?

SPÖ: part of the game
ÖVP: Klientelwirtschaft statt Volksvertretungspartei
BZÖ: vielfach in Korruption verstrickt
FPÖ: spätestens mit der Kärntner FPK kamen wieder die Politprofiteure an Bord
Grüne: trotz Peter Pilz durch Befürwortung von Eurobonds als Außenstelle der Brüssel- und Finanzlobby geoutet.

Ich wähle daher irgendeine Kleinpartei, wenn sie nur halbwegs vernünftig daherkommt. Pure Verzweiflungstat!

träger koffer
13
21.9.2011, 12:22
Haust du meinen, hau ich deinen!

das spiel kennen wir doch zur genüge!

was mich aber anwidert ist,
dass die schwarzen offensichtlich derartige informationen über längere zeit im giftschrank horten, um damit den gegner im angriffsfall ruhig zu stellen!

oder glaubt irgendjemand, dass erst "gestern" jemand über die faymann-öbb infos "zufällig" gestolpert ist?

Der mit dem Wolf
00
21.9.2011, 12:44

denkst nur die schwarzen??

bin mir sicher, dass ALLE solch einen Giftschrank haben

Sonata
02
21.9.2011, 12:18
Wer aller jetzt bei den Staatsanwälten anruft wäre interessant zu wissen....

Die Ermittlungen gegen die Politik gehen nicht wirklich effizient weiter. Die Politiker selber versuchen hier offensichtlich Zeit zu gewinnen. Die ganzen Machenschaften der letzten Jahrzehnte werden wohl nur mit einer gänzlich neuen Partei aufgedeckt werden können die auf irgendeine Art über eine 2/3-Mehrheit verfügt und alles neu aufrollt. Die Verjährungen müssen da natürlich ebenfalls aufgehoben werden.

der tron
 
02
21.9.2011, 12:15

Der Sumpf ist scheinbar noch viel unerträglicher, als ich mir das ohnehin schon gedacht hätte...macht's nur weiter so & 'feilt's' an eurer 'Gegenseitigkeit'...ich würde mir soooo sehr wünschen, daß das Wahlvolk dann mal ein bisserl am nächsten NR-Wahlergebnis 'feilt' (allein...mir fehlt der Glaube)!

Lu Lou
05
21.9.2011, 12:14
Verzweiflungswahl?

Mittlerweile sind ja nicht nur politische Parteien involviert, sondern auch die Medien. Wen kann man also noch wählen, wenn man seine Stimme gegen Korruption einsetzen möchte?

SPÖ: part of the game
ÖVP: Klientelwirtschaft statt Volksvertretungspartei
BZÖ: vielfach in Korruption verstrickt
FPÖ: spätestens mit der Kärntner FPK kamen wieder die Politprofiteure an Bord
Grüne: trotz Peter Pilz durch Befürwortung von Eurobonds als Außenstelle der Brüssel- und Finanzlobby geoutet.

Ich wähle daher irgendeine Kleinpartei, wenn sie nur halbwegs vernünftig daherkommt. Pure Verzweiflungstat!

Lu Lou
00
21.9.2011, 12:14
Verzweiflungswahl?

Mittlerweile sind ja nicht nur politische Parteien involviert, sondern auch die Medien. Wen kann man also noch wählen, wenn man seine Stimme gegen Korruption einsetzen möchte?

SPÖ: part of the game
ÖVP: Klientelwirtschaft statt Volksvertretungspartei
BZÖ: vielfach in Korruption verstrickt
FPÖ: spätestens mit der Kärntner FPK kamen wieder die Politprofiteure an Bord
Grüne: trotz Peter Pilz durch Befürwortung von Eurobonds als Außenstelle der Brüssel- und Finanzlobby geoutet.

Ich wähle daher irgendeine Kleinpartei, wenn sie nur halbwegs vernünftig daherkommt. Pure Verzweiflungstat!

Lu Lou
02
21.9.2011, 12:14
Verzweiflungswahl?

Mittlerweile sind ja nicht nur politische Parteien involviert, sondern auch die Medien. Wen kann man also noch wählen, wenn man seine Stimme gegen Korruption einsetzen möchte?

SPÖ: part of the game
ÖVP: Klientelwirtschaft statt Volksvertretungspartei
BZÖ: vielfach in Korruption verstrickt
FPÖ: spätestens mit der Kärntner FPK kamen wieder die Politprofiteure an Bord
Grüne: trotz Peter Pilz durch Befürwortung von Eurobonds als Außenstelle der Brüssel- und Finanzlobby geoutet.

Ich wähle daher irgendeine Kleinpartei, wenn sie nur halbwegs vernünftig daherkommt. Pure Verzweiflungstat!

Wolfgang56
00
21.9.2011, 11:53
Das Problem dürfte auch u.a. darin bestehen,

daß sich derzeit bei event. Neuwahlen weder Rot u. Grün, noch Schwarz u. Blau für eine Mehrheit ausgeht. Es wird zwar ausgeteilt, aber dies ist nur als Geplänkel anzusehen, da die beiden Großparteien zur Zeit keine andere Alternative haben. Darum geht auch nichts weiter.

Der mit dem Wolf
02
21.9.2011, 11:37
Das gegenseitige Aufdecken hat ja nicht lange gedauert.

Der mit dem Wolf
02
21.9.2011, 11:43

zuerst Rot gegen Telekom
Revanche: schwarz gegen ÖBB-Inserate

dachte zuerst wenn einer anfängt die Machenschaften des anderen aufzudecken, wird wohl einiges zutage treten.
Denn wissen tun's alle über die (unverschämten) Machenschaften des anderen (egal welche Partei).

Doch herrschte bisher ein Abkommen in der Art: Kritisierst Du nicht meine Korruptionen, so sagen wir auch nichts über Eure Korruptionen,...

Doch nun nach einigen Tagen wird Plötzlich wieder der Mantel des Schweigens über diese skrupellosen Bereicherungen gezogen.

Man kann vermuten, dass dies nur die Spitze des Eiberges war, und die Bereicherungen noch wesentlich umfangreicher waren und sind (bei allen!!).

Doch dies ist wohl die österreichische Methode

sfb
01
21.9.2011, 11:18

eigentlich unglaublich.

Tiberius Sempronius Gracchus
00
21.9.2011, 11:38

Leider nur für die Unbedarftesten...

pu-muckl
 
04
21.9.2011, 11:18

Demonstration gegen die Zustände in der österreichischen Politik (parteienunabhängig)

26.10.11
https://www.facebook.com/event.php... 9799160139

Der mit dem Wolf
20
21.9.2011, 11:54
eine Demo ist denen sowas von Wurscht

Diese Spitzenpolitiker (egal welcher Partei) sind schon so korrupt, unverschämt und skupellos. Die grinsen ja nur über eine Demo.

Zahlen muss es ja sowieso der einfache Steuerzahler, und alles Andere ist denen egal.

pu-muckl
 
00
21.9.2011, 12:14

wenn wir allerdings weiterhin ohne murren wie das rind zur schlachtbank galoppieren, wirds ihnen noch wurschter sein ... tut mir leid, ihr argument is so typisch österreichisch lahm und bequem

Tiberius Sempronius Gracchus
02
21.9.2011, 11:25

Ein richtiger Ansatz, nur: Wie kann man den Durchschnittsösterreicher dazu bewegen, auf eine Demonstration zu gehen, statt über sie zu sudern? Mit den kümmerlichen Demos, die es sonst in Wien gibt, wird man jedenfalls nichts erreichen. Auch ist es den Umständen nicht angemessen, dass ein so unrepräsentativer Ausschnitt der Bevölkerung demonstriert. Klar, besser als niemand, aber die Gretchenfrage bleibt: Die Demo-Muffel müssen mobilisiert werden!

Werden für den 26. Oktober überhaupt Demos jenseits von nordkoreanischen Militärparaden samt Klettertouren auf Panzern für den Kanonenfutter-Nachwuchs genehmigt? Oder ist das gar nicht angedacht?

laughing-man
00
21.9.2011, 13:30

es gab schon viele demos - aber keine einzige hat je mal was geändert

pu-muckl
 
00
21.9.2011, 11:36

korruption zb. ist auch nicht genehmigt ... drauf gepfiffen

ulysses007
01
21.9.2011, 11:09
da Werner und da Josef...die zwoa liabn Buam

..oba ah...hätt i ma nia docht !

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