Ohne Ausschreibung

EU vertraut seit 20 Jahren blind auf Microsoft

Zsolt Wilhelm, 20. September 2011, 12:30

Europäische Kommission sei seit 1992 treuer Microsoft-Kunde - Seit 1993 sogar ohne öffentliche Ausschreibung

Die europäische Kommission soll seit 1993 ohne Ausschreibung und offenem Wettbewerb Software-Lizenzen von Microsoft erworben haben. Dies gehe aus Dokumenten hervor, die das Magazin Computer Weekly erhalten habe. Im Mai sei der sechste "ausschreibungslose" Deal mit Microsoft in Folge über die Bühne gegangen. Dabei ging es um die Beschaffung von Lizenzen für insgesamt 36.000 PCs sowie unterstützende Infrastruktur in 42 europäischen Institutionen im Wert von 50 Millionen Euro.   

Keine Alternative?

Die enge Zusammenarbeit reiche dabei auf das Jahr 1992 zurück, als das für die Software-Beschaffung zuständige Generaldirektorat Informatik (DIGIT) den Kauf von Microsoft-Produkten damit begründete, dass kein anderer Hersteller liefern könne. In den Folgejahren 1996 und 1999 liefen die Geschäfte auf gleicher Basis weiter. 2003 wurde die Partnerschaft ebenfalls ohne Ausschreibung fortgesetzt, mit der Begründung, dass konkurrierende Angebote inkompatibel seien, was die Migration zu schwierig mache.

Abhängigkeit

"Es ist erstaunlich, dass jede einzelne Vereinbarung zwischen der Kommission und Microsoft seit 1993 ohne öffentliche Ausschreibung stattgefunden hat", kommentiert Karsten Gerloff, Präsident der Free Software Foundation Europe die Lage. "Das Resultat ist, dass die europäische Kommission komplett abhängig von einem einzigen Anbieter ist. Es ist offensichtlich, dass die Beschaffungsrichtlinien ein Update benötigen.

"Gründliche Analyse"

Ein DIGIT-Sprecher dementiert, dass man von Microsoft abhängig sei. Zudem sei jedem Vertragsabschluss eine gründliche Überprüfung vorangegangen, die Gesetze wären stets eingehalten worden. Abgesehen davon würde es unterschiedliche Verfahren zur Software-Beschaffung geben, schließlich hätten sich die Beschaffungsrichtlinien in den vergangenen 20 Jahren öfters geändert. (zw)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 231
1 2 3 4 5 6
entity13
01
26.9.2011, 13:59

Na ja .. da wird wohl auch etwas Lobby-Arbeit dahinter stecken ;-)
Ein Armutszeugnis!!

* Blub *
00
22.9.2011, 22:01
"Keine Alternative?"

Keine Alternative! ; )

könnt mich aufregen wenn ich Zeit hätte
11
21.9.2011, 13:31

http://www.pc-magazin.de/news/muen... 70341.html
http://www.pro-linux.de/news/1/60... ux-um.html
http://winfuture.de/news,59104.html
http://www.golem.de/0512/42167.html
Und viele Gemeinden und Städte in Deutschland haben bereits umgestellt.
Als sooo schwer währe es nicht, und die ganze Lizenzabzocke hätte ein ende.

[citation needed]
21
22.9.2011, 16:24

münchen ist ein alter hut mit, sagen wir mal, umstrittenem erfolg.
der landesrechnungshof... mag sein dass sich das bei denen lohnt, kann man ohne kenntnis deren software-landschaft einfach nicht beurteilen.
russland... klingt nach wienux. viel glück.
und beim 4. link geht's um server, das ist etwas ganz anderes.

und daraus schließen wir jetzt was? dass eine umstellung für die kommission wirtschaftlich wäre? bisserl naiv, sorry.

Mac1984
10
21.9.2011, 12:26

"EU vertraut seit 20 Jahren blind auf Microsoft"

Das tut wohl jeder, der SW von M$ verwendet...

Nadal
71
21.9.2011, 12:19

Wäre schön wenn sie mehr auf Apple setzen würden aber hauptsache der linux schrott setzt sich nicht durch !!

Füxchen
22
21.9.2011, 12:28
Klar! Von einer proprietären Lösung zur nächsten!

Geh heim spielen---->

Harbachoed - Vize
01
21.9.2011, 12:43
Wenn in den word und PPT Dokumenten nicht Mist gebaut wurde

Komme ich mit Pages und Keynote wunderbar durch; BTW verwende ich Excel, word und PPT seit 1985 erfolgreich auf dem Mac; office 2004 war freilich mein letztes, voraussichtlich.

Harbachoed - Vize
00
21.9.2011, 12:28
Linux Apple andere offene systeme

Ms alles muss möglich sein
halt Ales mit Hirn und verstand ausgewählt

Hirostandard
32
21.9.2011, 11:58

Die Kosten die entstehen würden, durch Migration und Umschulung, des ganze Verwaltungsapparates der EU auf ein anderes System, dürfte wohl jedem entgangen sein.

Hier gehts wohl eher um eine einfache Kosten/Nutzenrechnung.

BlackAdder
11
21.9.2011, 12:20

Das ist aber noch lange kein grund gegen die vergaberichtlinien zu verstossen.

Gibt's eine ausschreibung und MS geht aufgrund dieser kriterien als "bestbieter" hervor ist das eine sache, freihändig ohne ausschreibung zu packeln eine andere.

Harbachoed - Vize
10
21.9.2011, 12:09
Horrender Blödsinn

Milchmädchenrechnungen sind in Zentral- und Westeuropa obsolet.
Es muss natürlich such der kalkulatorische Verlust durch Untätigkeit in die Rechnung.
Den blindgetreuen und vertrauenden MS Apologeten muss andererseits gesagt werden, dass sie ruhig aufhören können, Nichtbehauptetes zu bestreiten und zu bekämpfen; das Internet erzeugt heute eine Menge Aufgeklärtheit und Selbstvertrauen unter Bewölkung und IT Nutzern. Vor MS blind zu kuschen und zu kriechen geht zurück.

[citation needed]
01
21.9.2011, 12:15
ja eh, armselig!

besonders die arme EU, die so kriecht und kuscht vor MS!

Die paar Lizenzen und noch ein paar schöne Sachen zahlens doch von den Zinsen der Strafen, die MS abdrücken musste...

Harbachoed - Vize
11
21.9.2011, 12:46
Trotzdem muss der Blick in der Zukunft liegen und:

wenn das so ist, kann auch anderes damit bezahlt werden.

[citation needed]
12
21.9.2011, 10:51
Faszinierend wie tief die Reflexe hier sitzen

Es wird immer noch mit allen Mitteln des Foren-Mobs jeder runtergemacht, der die Sinnhaftigkeit von Migrationen auf Desktop-Linux hinterfragt.

Dabei entgeht der geschätzten Meute, dass Abhängigkeiten auf Windows am Desktop kontinuierlich zurückgehen, Web-basierte Anwendungen (mit oder ohne Cloud) auf dem Vormarsch sind, und Windows als Enterprise-Desktop bald austauschbar sein wird.

Aber egal, wir wiederholen die FSF-Parolen der 90er als hätte sich nichts geändert. Und wer widerspricht hat keine Ahnung...

opryde
00
21.9.2011, 11:01

in deren köpfen hat sich auch nichts geändert.

Michl Reisinger
10
21.9.2011, 09:11
Solange andere Systeme nicht stndardmässig sic!

Solitär installieren

Peter Widzky
13
21.9.2011, 08:55
also ich möchte auch nicht einen großen haufen

alter beamter auf ein neues System umstellen müssen...

die sind schon überfordert wenn ein button nicht mehr dort ist wo er immer war.

BlackAdder
13
21.9.2011, 12:21

Und wie stellt man dann diese beamten auf neuere Office-Versionen um wo sich das UI total verändert ?

Harbachoed - Vize
00
21.9.2011, 10:35
Ich kann gut verstehen,

dass eine einmal schwer errungene Position nicht gern aufgegeben wird. In mancher SOftware ist ja mit angewandter Logik schwer etwas zu finden.

gk76
01
21.9.2011, 10:27
Welches System möchten Sie uns jetzt vorstellen

das einem MS Office ebenbürtig ist?

Graph Bobby
10
21.9.2011, 12:07
Ich verwende in den seltenen Faellen, wo ich Praesentationen abhalte,

beispielsweise OpenOffice auf einem MacBook Pro, das kann sogar einiges mehr als PowerPoint auf Windows; beispielsweise direkt Praesentationselemente als Bitmap in ein File rendern. Wenn man Teile einer Slide in ein Wiki einfuegen will, dann bietet sich das an.

Bei PowerPoint habe ich unlaengst bei einer Bekannten etwas aehnliches versucht, naemlich Praesentationselemente per Copy&Paste in Word einzufuegen. Ergebnis: Alle Elemente gegeneinander verschoben, Text viel zu gross und abgeschnitten.
Habe das gerade gleichmal mit OpenOffice probiert, da funktioniert es.

Harbachoed - Vize
01
21.9.2011, 12:15
OT

Von wegen Word und Druck: es sollte jeder Verlag und jede Druckerei bestraft werden, die Word- oder PPT Doks übernehmen.

PPT arbeitet prinzipiell mit Schirm-Auflösung.

Michl Reisinger
01
21.9.2011, 10:22
Die sind alle blutjung

die alten sind alle in Wien, auf Wien fixiert

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 231
1 2 3 4 5 6

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.