Neuwahl in Fohnsdorf im Zeichen des Finanzdebakels

20. September 2011, 11:28

Wahl am Sonntag ohne SPÖ-Liste - Ex-Bürgermeister Straner will zurück ins Amt - Kontrollausschuss befragte Landeshauptmann Voves

Graz - Am kommenden Sonntag (25.9.) wählt Fohnsdorf einen neuen Gemeinderat. Die außertourliche Neuwahl nach nur eineinhalb Jahren wurde notwendig, weil die Landesregierung aufgrund des Finanzdesasters rund um die Therme den alten Gemeinderat samt Langzeit-Bürgermeister Johann Straner abgesetzt hat. Doch Straner steckte nicht auf: Er tritt als Liste "Hans" an und sorgte dafür, dass in der roten Hochburg erstmals eine Wahl ohne die SPÖ stattfindet; sehr zum Ärger von SPÖ-Landeschef LH Franz Voves. Dieser wurde am Dienstag im Kontrollausschuss des Landtages zur Förderung des Thermenprojekts befragt, das er trotz Warnungen befürwortet hatte.

6.762 Wahlberechtigte sind aufgerufen, einen neuen Gemeinderat zu wählen, rund neun Prozent haben von ihrem Wahlrecht schon am vorgezogenen Wahltag Gebrauch gemacht. Gewählt wird am Sonntag von 7.00 bis 13.00 Uhr, ein Endergebnis wird für 15.00 Uhr erwartet, so Regierungskommissär Fritz Zach, der zugleich Leiter der Wahlkommission ist.

Kontrollausschuss tagt

Fünf Listen treten an, einzigartig ist das Fehlen der "Liste 1", die ja für die SPÖ reserviert war. Der entthronte Gemeindechef Straner hatte an der Spitze der SPÖ-Liste im März 2010 mit 71,2 (2005: 73,8) Prozent der Stimmen und 19 Mandate die Absolute verteidigt. Die ÖVP kam auf 18,4 (18,7) Prozent und vier Mandate, die KPÖ auf 4,3 (4,3) Prozent und ein Mandat, die FPÖ auf 4,6 (3,2) und ebenfalls ein Mandat. Leer ausgegangen waren die Grünen mit 1,5 Prozent. Als Ziel hat sich Straner nun das Halten seines Ergebnisses gesetzt, für die ÖVP geht mit Michael Oberzaucher ein neuer Spitzenkandidat ins Rennen.

Während vor Ort die Wahlvorbereitungen laufen, tagte am Dienstag in Graz der Kontrollausschuss des Landtages zum Bericht des Rechnungshofes und zur Frage der Verantwortung für die Pleite: Die Opposition warf Landeshauptmann Franz Voves (S) erneut vor, er habe Bedenken in den Wind geschlagen und die Genehmigung einer Haftung der Gemeinde für eine 18 Mio. Euro-Anleihe quasi per Weisung durchgesetzt. "Die Landesfürsten waren auf beiden Augen blind, wenn es um die Unterstützung ihrer Bürgermeister ging. Hätte Voves nein gesagt, wäre es nie soweit gekommen", formulierte der Grüne Kontrollsprecher Lambert Schönleitner im APA-Gespräch. (APA)

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12 Postings
armin delmenhorst
 
02
22.9.2011, 11:36
Unter Kuratel stellen

und nur mehr "liefern" gegen Voraus, dann würden sie merken, was dieser BM kann. Auf dieses Wahlergebnis bin auch ich gespannt.

Zinnmo
 
00
23.9.2011, 15:05

Die sind ja schon lange unter Kuratel. Aber der Böse ist nicht der BM, das ist das Land, das jetzt die Gebüren erhöhen muss und das Service einschränkt.

Bauernbua
14
20.9.2011, 18:49

Wenn die Fohnsdorfer diesem Straner weiterhin eine satte Mehrheit zubilligent, dann soll sich keiner mehr über freiheitliche Kärntner aufregen, die trotz aller Dinge zu ihrem Uwe haltent.

motd
31
21.9.2011, 08:54
Der Unterschied liegt in der Dimension

Einen Ristretto bitte
01
21.9.2011, 18:23
stimmt

errechnen sie in beiden fällen die schadenssumme pro wahlberechtigtem *ggg*

.::.wanderfalke.::.
 
51
20.9.2011, 19:56
Die Kärtner EFFEN sind ein eigener Sumpf ...

vheissu
01
20.9.2011, 14:29
Hurra!

Der große Fohnsdorfer IQ-Test!

1000 Kopfläuse können nicht irren
00
20.9.2011, 15:41
Vielleicht machen sie einen auf "Gallisches Dorf"?!

supermike
01
20.9.2011, 19:32
Im Vergleich zum bekannten gallischen Dorf

ist Fohnsdorf alleine nicht Lebensfähig.
Ohne die "zusätzlichen" Finanzspritzen in Millionenhöhe aus Graz, wäre Fohnsdorf schon lange nicht mehr zahlungsfähig.
Und genau deshalb muss man auch Hr. Voves mal klar machen, dass es umgehend einen Zahlungsstop von diesen illegalen Landessubventionen geben muss ansonst kommen noch andere Gemeinden auf die Idee wahnsinnige Projekte mit getürkten Planrechnungen durchzudrücken weil das Land eh am Schluss die Projekte "Endfinanziert".
Die Lösung um von Straner wegzukommen: Gemeindezusammenlegung mit Judenburg oder Zeltweg. Oder man erhöht Kanal, Wasser, Müll um das Defizit zu finanzieren - bis die Fohnsdorfer freiwillig den "Hans" zum Teufel jagen.

thatslife
116
20.9.2011, 14:16
wenn die fohnsdorfer den stranner wählen sollts konsequenzen geben

dann sollt sich das land vollständig aus der gemeinde zurückziehen, und die gemeinde allein ihre schuldenlast tragen müssen und dann eben durch höhere abgaben und gebühren sich sanieren.
weil wenn die einwohner tatsächlich so dumm sind un den nochmal wählen haben sies nicht anders verdient. solln sie halt 3000euro an kanalgebühren zahlen, einen tausender für müll und fünzig euro pro m³ wasser.

Section Control
00
21.9.2011, 07:33
Logisch wäre es Strahner und Consorten aus der Partei auszuschließen

Aber das machen die Genossen nicht. Im Prinip ist es ein reiner Etikettenschwindel, der betrieben wird.

Keyser
00
21.9.2011, 10:38

Wieso ausschließen? Stranner ist doch draußen - freiwillig ausgetreten samt den anderen, damit er dann wieder als parteiloser antreten kann.

Und so wie ich es sehe, werden ihn wieder alle wählen - denn es waren ja alle immer super zufrieden mit ihm. Wurde so auch mal in einem Artikel geschrieben, als der Verlust mit der Therme aufflog.

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