Drei Tote durch Autobombe im Regierungsviertel - PKK als Urheberin vermutet
Ankara/Istanbul - Eine schwarze dicke Rauchsäule stieg am Vormittag aus dem Zentrum der türkischen Hauptstadt Ankara auf. Vor dem Sitz des Distriktgouverneurs im Stadtteil Çankaya war eine Autobombe explodiert. Drei Menschen starben dabei am Dienstag, 15 wurden verletzt. Die Zahl der Opfer hätte noch sehr viel höher sein können: Das Gouverneursgebäude liegt neben einer Schule.
Çankaya beherbergt die politische Führung des Landes. Der Sitz des türkischen Premierministers und einiger Ministerien liegt nur zwei Straßen weiter vom Ort der Explosion in der Kumrular-Straße. Parlamentspräsident, Innenminister und der Polizeichef der Hauptstadt eilten gegen Mittag zur Stelle des Anschlags, wo ein Dutzend Autos brannten und die große Rauchwolke über Ankara erzeugten. Der Regierungschef selbst ist derzeit in den USA, Staatspräsident Abdullah Gül in Deutschland.
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Die Polizei sperrte Teile des Geschäftsviertels Kizilay ab, das zu Çankaya gehört. Ein Alarm wegen der Drohung einer zweiten Bombenexplosion erwies sich als unbegründet. Vizepremier Bülent Arinc sprach als erster von Hinweisen auf eine Bombe, die in einem Fahrzeug deponiert war; ein Unfall mit Gas wurde ausgeschlossen. Später war von einer Splitterbombe die Rede, die viele Opfer fordern sollte.
Naheliegend ist, dass es sich um ein Attentat der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) handeln könnte.Im Oktober 2010 verübte eine Splittergruppe der PKK auf dem Taksim-Platz in Istanbul einen Selbstmordanschlag vor einem Bus mit Polizisten. Dabei wurden mehr als 30 Personen verletzt.
Auch eine Gasexplosion wurde vorerst für möglich gehalten. Im Februar kamen 16 Arbeiter bei einer solchen ums Leben. (Markus Bernath/DER STANDARD, Printausgabe, 21.9.2011)