Allergie-Unkraut breitet sich aus

20. September 2011, 10:56
  • Die Ragweed-Pollen sind vier bis fünf mal kleiner als der Durchmesser 
eines menschlichen Haars und führen bei empfindlichen Menschen zu 
heftigen allergischen Reaktionen.
    foto: ap/eddy risch

    Die Ragweed-Pollen sind vier bis fünf mal kleiner als der Durchmesser eines menschlichen Haars und führen bei empfindlichen Menschen zu heftigen allergischen Reaktionen.

  • Mit Schutzanzug, Handschuhen und Feinstaubmaske ausgerüstet beseitigt ein Forstwirt Ambrosiapflanzen.
    foto: apa/patrick pleul

    Mit Schutzanzug, Handschuhen und Feinstaubmaske ausgerüstet beseitigt ein Forstwirt Ambrosiapflanzen.

Ragweed-Pollen führen bei empfindlichen Menschen zu heftigen allergischen Reaktionen - Ein Forschungsprojekt untersucht die Verbreitung

Die Allergiepflanze Ragweed (Ambrosia artemisiifolia), auch unter den Namen Ambrosia und Traubenkraut bekannt, breitet sich in Österreich rasch aus. Auf welche Weise sie das bewerkstelligt, ist Thema eines dreijährigen Forschungsprojekts der Universität für Bodenkultur, an dem sich auch die AGES beteiligt.

Erforscht werden die biologischen Grundlagen der Ausbreitung, insbesondere entlang des Straßen- und Gewässernetzes sowie auf landwirtschaftlichen und nichtlandwirtschaftlichen Flächen. Darauf aufbauend sollen konkrete Bekämpfungsmaßnahmen entwickelt werden.

Geringe Pollenkonzentration löst Allergie aus

Die Ragweed-Pollen sind vier bis fünf mal kleiner als der Durchmesser eines menschlichen Haars und führen bei empfindlichen Menschen zu heftigen allergischen Reaktionen wie Brennen, Jucken und Tränen der Augen, Reizungen der Atemwege bis hin zu teils erheblichen Atembeschwerden und allergischem Asthma. Darüber hinaus sind die Pollen hoch allergen, drei bis fünf Mal so stark wie Gräserpollen.

Bereits geringe Pollenkonzentrationen von fünf bis zehn Pollen/m3 Luft reichen aus, um eine allergische Reaktion auszulösen. Hinzu kommt, dass ein einzelnes Exemplar der Pflanze zwischen 3.000 und 60.000 Samen produzieren kann, die im Boden bis zu 40 Jahre keimfähig bleiben können.

Hervorragende Anpassungsfähigkeit

An sich konkurrenzschwach, verfügt die wärmebedürftige Pflanze über eine hervorragende Anpassungsfähigkeit: Man findet sie an Autobahnbaustellen, entlang von Mittel- und Randstreifen von Autobahnen, Straßen- und Wegrändern, Böschungen, Schienenbegleitstreifen, Uferbegleitflächen, auf deponierter Abhuberde, neben Baustellen, noch nicht oder nicht ausreichend bepflanzten Neubauobjekten, Waldlichtungen sowie auf Landwirtschaftsflächen.

Sie kommt auch in Gärten und Parks vor, in denen häufig Streufutter für Vögel verwendet wird, sowie auf Bracheflächen, Schutthalden, Kompost- und Rübenplätzen sowie Wohngebieten mit Vogelhäuschen. Effizient verbreitet wird die Unkrautart beispielsweise durch das Profil von Fahrzeugreifen, durch Erntemaschinen sowie Mähgeräte.

Population in Kärnten

Beonderes Augenmerk richtet das Forschungsprojekt auf das Bundesland Kärnten. Bis auf wenige Ausnahmen kommt Ragweed in Kärnten nicht flächendeckend vor. Der Schwerpunkt der Verbreitung liegt südöstlich von Villach im Bereich der Autobahn A11 zwischen St. Niklas und dem Karawankentunnel. Weiters werden auch Teile des Autobahn-Abschnittes der A2 östlich von Klagenfurt bis Wolfsberg von Ragweed-Pflanzen besiedelt.

Entlang der Bundesstraßen

Weitere stabile Populationen entwickeln sich entlang einiger Bundesstraßen im Klagenfurter Becken. In den Jahren 2010 und 2011 konnten im Bereich von landwirtschaftlichen Kulturflächen zwei besonders große Bestände mit tausenden von Ragweed-Exemplaren gefunden werden, eines davon lag östlich von Klagenfurt auf einer aufgeschütteten Brachfläche, das andere in der Nähe von Velden. Beide Bestände wurden bereits vor der Blüte abgeschlägelt. Der Ragweed-Pollenflug wird an den Standorten Klagenfurt und Villach gemessen. (red, derStandard.at)

Steckbrief Ambrosia:

Das Ragweed (Familie: Asteraceae, Korbblütler) ist eine einjährige, krautige Pflanze und wird üblicherweise zwischen zehn und 80 cm hoch, unter günstigen Bedingungen auch mannshoch. Sie hat eine Pfahlwurzel und einen aufrechten, rot angelaufenen Stängel, der besonders im oberen Teil behaart ist. Die Pflanze ist von der Basis stark verzweigt und buschartig. Die Blätter sind im Umriss dreieckig bis oval, kurz behaart, beidseitig grün, ein- bis zweifach fiederteilig mit grob gezähnten Abschnitten. Die Art ist einhäusig (weibliche und männliche Blüten sind in getrennten Blütenständen, aber auf der gleichen Pflanze). Die Pflanze bildet einen traubenförmigen Blütenstand bis zu 15 Zentimeter, an dem oben die männlichen gelb-grünen Blütenköpfe angeordnet sind. Die grünlichen weiblichen Blüten sind unterhalb der männlichen Blüte zu finden. Die Pflanze ist windblütig, dadurch lässt sich die enorme Pollenproduktion erklären. Die nur millimetergroßen Samen sind mit fünf bis sieben Dornen besetzt.

Zum Thema:

>> Aggressive Ambrosia

>> Endlich sonnig: Harte Zeit für Allergiker bricht an

Kommentar posten
23 Postings
Blödes Kraut...

...ich merk es immer,wenn Ragweedzeit ist....Allergie.

was für news :-)

Früher gabs das alles nicht..

Das System Mensch wird schwächer, Kinder verharmlosen daheim mit ihrem technischen Kram, viele kennen die Natur nur noch aus Erzählungen ihrer Großeltern, Allergien gabs früher nicht!!
Aber solls doch die Piratenpartei rauchen, das Ragweed, fordern tun sies ja ;)!!

wow.

da habens aber tief ins glas geschaut.

1.) das ragweed habs net schon immer, das ist eingeschleppt.
2.) allergien gabs schon immer. sie wurden nur - wie die meisten krankheiten - nicht als solche erkannt. auch, wenn es sich neuerdings häuft.
3.) man kann ragweed nicht rauchen. wie kommen sie auf die idee, irgendwer würde das fordern?

Was heißt "An sich konkurrenzschwach,..."?
Das würde ja bedeuten, dass wir nur andere Pflanzen pflanzen müssten, wo die Ambrosia wächst, und schon ist sie weg.
Ich wüsste da zB ein Kraut, aus dem man besonders reißfeste Jeans machen kann.

und aus dem man super papier

und entsprechend gepresst und verarbeitet einen holzstoff machen kann der um vieles besser ist herkömmliches holz....

und das nicht umsonst für seile bei schiffen verwendet wurde bevor der nylon fabrikant dupont dem herrn j.edgar hoover eingeredet hat, dass es schnell verboten gehört, damit er sein zeug verklopfen kann.

ja konkurenzschwach

deswegen wächst sie dort wo es (noch) keine anderen Pflanzen gibt. Zb am Strassenrand, weil es den anderen Pflanzen zu salzig ist, auf Schotter, da wo die Erde immer wieder umgebrochen wird usw.

Das wurde am ring schon versucht und von der polizei leider nach kurzer zeit gestoppt.

dann pflanzen sies

Round it up:

Chemical spraying is effective for control in large areas. Because ragweed only reacts to some of the more aggressive herbicides, it is highly recommended to consult professionals when deciding on dosage and methodology, especially near urban areas. Effective active ingredients include those that are glyphosate-based (Roundup, Glyphogan, Glialka), sulfosate-based (Medallon), and glufosinate ammonium-based (Finale 14SL). In badly infested areas usually 2 to 6.5 liters of herbicides are dispersed per hectare (approx. 0.2 to 0.7 US gallons per acre).

Round up= kein Wundermittel

1) es tötet nicht die Samen, die sich im Boden anhaufen und dort bis zu 40 Jahre später keimen können. Für eine langfristige Bekämpfung muss also die Samenproduktion verhindert werden.

2) die Pflanze kann gegen viele Herbizide, unter anderem Round up- artige Resistenz entwickeln:
https://mospace.umsystem.edu/xmlui/han... 0355/11165
http://digitool.library.mcgill.ca/R/?func=d... EN01-MCG02
http://www.springerlink.com/content/f... 48272627x/

Da hilft nur eins: Round-Up

Ihr,
Monsanto

ausreißen!!!

so früh wie möglich und den wurzeln keine gelegenheit mehr geben, irgendwo nährstoffe zu beziehen!!!

keine samen = keine verbreitung; keine allergien...

nebenbei: nicht mal schnecken mögen das klumpert!!!

ausreissen aber

wenns schon samen gibt dann die pflanzen auch verbrennen!

und schnecken... hab ich schon gesehen ganz fröhlich die pflanze zu essen ;-)

die Webseite des BOKU Projektes der das ganze untersucht und wo man vermutetes Vorkommen der Pflanze melden kann:

http://ragweed.boku.ac.at/

Unfassbar...

...aber die MA42 hat ein Projekt abgelehnt, bei dem Kastanienbäume mit einem Fermentprodukt aus Ragweed gegen die Miniermotte geschützt werden soll (andererorts sehr erfolgreich). Da hätte man 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen können - Ragweed (sinnvoll) ernsten und grüne Kastanien bis in den Herbst.
Tja - Beamte halt.

haben sie mehr DEtails zu diesem Projekt?

wars nicht MA 2412?

das wird die bekannt ...

... fremdenfreundlichen kärntner aber freuen, einen neuen mitbürger begrüßen zu können :-)

Kann man das Zeug rauchen?

Freilich,

ist ja eh nur ein starkes Allergen, das die Atemwege reizen und zu allergischem Asthma fuehren kann. Da schaden ein paar tiefe Lungenzuege bestimmt nicht! Posten Sie doch nachher bitte Ihre Erfahrungsberichte hier!

klar, schmeckt besser als 3er oder Austria C

Nein, aber ich habe trotzdem nichts dagegen, wenn Sie es abfackeln.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.