Facebook

Nazi-Anhängerin mit blauen Freunden

19. September 2011 18:01

"Ein Volk, ein Reich ein Führer" in einschlägigen Facebook-Zirkeln

Linz/Wien - Vom Verbotsgesetz hat die Frau mittleren Alters, die auf Facebook mehr als 4000 Freunde hat, offenbar noch nichts gehört. Da sie angibt, in Athen zu wohnen, betrifft es sie auch nicht. Auf ihrer Seite zeigt sie stolz Fotos von diversen Waffen, Nazi-Uniformen oder einem Exemplar von Hitlers "Mein Kampf". In Einträgen und Bildern huldigt sie Hitlers Waffen-SS oder der NS-Jugendorganisation Bund Deutscher Mädchen.

Wem das nicht einschlägig genug ist, der kann auch einfach in ihrem Profil unter "Politische Einstellung" nachsehen: "NS" oder "Ein, Volk, ein Reich, ein Führer!" steht da zu lesen. Einige ihrer Freunde sollten das NS-Verbotsgesetz aber eigentlich kennen, sitzen sie doch im österreichischen Parlament und beschließen selbst Gesetze. Wie das "Basisdemokratische Web Kollektiv" (Bawekoll) und die Seite stopptdierechten.at berichten und mit Screenshots belegen, sind Nationalratsabgeordnete wie Susanne Winter, Barbara Rosenkranz (beide FPÖ) und Werner Königshofer Facebook-Freunde der Frau. Und das schon lange bevor diverse Verbindungen von FPÖ-Mandataren zur rechtsradikalen Szene öffentlich bekannt wurden.

Anzeige gegen BVT-Chef

Werner Königshofer kostete sein Freundeszirkel und radikale eigene Postings die FPÖ-Mitgliedschaft. Er ist nun wilder Abgeordneter. Schon im Frühling soll er in die Falle des Linzer Datenforensikers und Polizisten Uwe Sailer getappt sein. Mit einer kodierten E-mail soll man ihm Kontakte zur Neonazi-Homepage Alpen-Donau.info nachgewiesen haben. Das sah auch das Handelsgericht Wien in einem Urteil so. Königshofers Immunität wurde nun - der Standard berichtete - auch wegen dieses Falls aufgehoben.

Doch es gibt noch ein anderes Nachspiel: Sailers Anwalt, Georg Zanger, hat gegen Verfassungsschutz-Chef Peter Gridling eine disziplinarrechtliche Anzeige eingebracht. Zanger wirft Gridling vor, Königshofer bewusst vorschnell aus der Schusslinie gebracht zu haben.

Konkret sagte Gridling bei einer Pressekonferenz im August, als gegen Königshofer wegen dessen Immunität noch gar nicht ermittelt werden konnte: "Es konnte nicht belegt werden, dass Königshofer selbst Inhalte auf die Neonazi-Seite gestellt hat." Für Zanger ist das eine "Verharmlosung rechtsextremer Straftaten". (Colette M. Schmidt, STANDARD-Printausgabe, 20.9.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 27
1 2
sativa aus kerala
05.10.2011 01:25

Um etwas zu gelten, müssen sich die Nullen immer rechts halten.

kater bruno
02.10.2011 19:13

FPÖ und BZÖ - einzige Politik ist - Rechtspopulismuns, Rassismus, Xenophobie, Islamphobie (früher Judenphobie) und Sündenbocktherorie ...... Diese Leute lernen nie aus der Geschichte.

Joerg Haider
24.09.2011 13:35
johann gudenus

ist auch mit "amanda" befreundet...
http://rfjwatch.wordpress.com/2011/09/2... en-amanda/

totila39
21.09.2011 13:08

Fragen wir mal so: Wieso glauben viele Nazis eigentlich, dass FPÖ Politiker zu ihren Gleichgesinnten gehören, so dass sie deren FB Freundschaft suchen?

Haben FPÖ Politiker einfach nur ein unglaubliches Pech oder ist ihre Ideologie einfach so rechtsextrem, dass andere Rechtsextreme darauf anspringen?

Marlon62
22.09.2011 07:47
Kausalitätsumkehr:

"...sind Nationalratsabgeordnete wie Susanne Winter, Barbara Rosenkranz (beide FPÖ) und Werner Königshofer Facebook-Freunde der Frau."

Freigeistin1
21.09.2011 11:53

Glaubet ihr das ist echt? Kann ein noname 4000 Freunde haben? Ohne Meldung wodurch sie sicherlich sofort entfernt werden würde? Sind Fpöler so dämlich dass sie sich kein Bild ihrer angebotenen Freundesanfragen anschauen? (egal ob ideologisch in ihrer Nähe oder nicht, keiner würde sowas im Internet öffentlich zugeben, zumindest nicht soviele)
Außerdem wie komme die an die Freundschaftsinfos ran?
Für mich riecht das schon sehr nach falseflag... einfach weil ich mir denke es kann doch ned sein dass 20 mann so ein extrem durchrutscht.....

Mycroft Holmes
25.09.2011 12:20

doch, sie sind so blöd.

Rausverstand
21.09.2011 00:02
Was ich mich frage ...

Warum gibts hier noch keine 2000 Aufschrei-Postings? Ist das in Ö mittlerweile so normal geworden? Sind wir schon so unvorsichtig? Das ist doch Irrsinn ...

Wehret den Anfängen!

Horatio Lehmann
20.09.2011 14:11
Hier der...

...Link zum Artikel von bawekoll:

http://bawekoll.wordpress.com/2011/09/1... ngenommen/

Freigeistin1
21.09.2011 11:40

Super "seriöse" Zeitung ...
#Anonymes Denunziantentum#

suboptimal
 
20.09.2011 16:33
ha ha ha ha

Outing im Forum!
*Gratulation*

Gernot Schandl
20.09.2011 13:56
Abschreiben statt recherchieren?

Peinlich, peinlich, liebe "Standard"-Redakteure. Lächerlich genug, dass eine Facebook-"Freundschaft" einer "Qualitätszeitung" einen Artikel wert ist. Noch lächerlicher allerdings, dass über Facebook-Freundschaften berichtet wird, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung schon mehrere Tage nicht mehr existierten.
Wenn die journalistische Sorgfaltspflicht den politischen Zielen entgegen steht, was muss dann zurückstehen? Bei seriösen Journalisten wäre es die eigene politische Ansicht, aber so "kleinlich" ist man hier eben nicht...

Mycroft Holmes
20.09.2011 15:29
"mehrere Tage" gleich?

Na dann ist ja alles in Ordnung.

Waren die Beendigungen der fb-Freundschaften übrigens irgendwie zeitgleich mit der Veröffentlichung auf bawekoll? Siiiicher nicht, oder?

Gernot Schandl
20.09.2011 19:13
Was ist das Ziel?

Wenn das Ziel ist, zu verhindern, dass sich gefährliche Personen einschleichen können, dann reicht ein Schreiben an die FB-Freunde, und die Sache hat sich. Dazu braucht es keine derartigen Artikel.

Wenn das Ziel ist, politisch exponierte Personen anzuschwärzen, dann kann man dieses Spielchen ewig weiterspielen. Denn auf FB kann jeder Nutzer jede Minute seinen Auftritt verändern, auch ohne dass man über die ergänzten Inhalte verständigt wird.

Das Gefühl, es "denen gezeigt zu haben" bringt die Demokratie nicht weiter, die Vernünftigen werden das bald begreifen.

Joe_Chip
21.09.2011 07:21

"jeder nutzer kann seinen auftritt verändern" ist durchaus richtig, aber eine "freundschaft" braucht immer eine bestätigung der anderen seite - und soviele postings und fotos, wie von dieser "dame", "passieren" nicht innerhalb von ein paar minuten (wäre ausserderm über logs problemlos nachvollziehbar wer, was, wann).
deine "erklärungen" sind nur billige versuche der verharmlosung!

Gernot Schandl
21.09.2011 09:33
Was ist Ihre Erklärung?

Glauben Sie, dass diese Personen vorsätzlich in die Freundesliste aufgenommen wurden, weil den Politikern die Fotos so gut gefallen haben? Macht es eigentlich glücklich, mit einem so einfach gestrickten Weltbild zu leben?

Joe_Chip
21.09.2011 13:30

man kommt nicht ohne "vorsatz" in eine freundesliste, wenn man keine ahnung hat.....

und wenn es ein fake ist muss man dagegen vorgehen, schon als privatperson und erst recht als politiker (teilweise sogar nationalratsabgeordnete!!!)

kannst du auch noch erklären wie du zu der belidigenden aussage mit dem "einfachen weltbild" kommst?

Gernot Schandl
29.09.2011 10:36
Möglichkeiten:

X schickt eine Freundschaftsanfrage.
Vorsatz: Bei Kontrolle des Profils fallen verbotene Bilder auf, die Annahme erfolgt dennoch.
Grobe Fahrlässigkeit: Die Bilder wären bei einer sorgfältigen Kontrolle zu finden gewesen. Das Profil wird jedoch nicht oder nur sehr oberflächlich kontrolliert, die Freundschaftsanfrage wird angenommen.
Einfache Fahrlässigkeit: Die Bilder sind z.B. im 5. Album von 8 auf der 6. Seite von 9, bei einer sorgfältigen aber nicht vollständigen Überprüfung des Profils fallen sie nicht auf, die Freundschaftsanfrage wird angenommen.
Kein Tatbestand: Die Bilder wurden erst nach der Freundschaftsannahme hinzugefügt und nicht auf der Pinnwand veröffentlicht.

Wer nur eine Antwort gelten lässt, hat ein einfaches Weltbi

Mycroft Holmes
21.09.2011 09:55

Sie benutzen facebook eher nicht, oder?

Joerg Haider
20.09.2011 09:40
mehr infos

zu verbindungen der blaunen zur neonazi-szene, siehe: http://rfjwatch.wordpress.com/

Kapitalismus Luege
20.09.2011 01:08
und was ist an der Geschichte verwunderlich?

Paintball Urlaub in Athen ...

Porqué no te callas?
20.09.2011 12:52

wieso paintball? strache hat nie paintball gespielt...

Lappe ohne Rentier
20.09.2011 12:22
Wehrsportübungen in...

...der Bouboulinastraße in Athen z.B.

Herzelichst
Ihr Lappe

KhalilG
 
19.09.2011 22:55

die fp und deren parteiprogramm besteht nur aus ausländer raus und nazinostalgie, ich glaub nicht das die noch viele anhänger mobilisieren können, da ist ein bodensatz ihrer anhänger und dann ist schluß, hoffe ich.

EierbärDudu
21.09.2011 11:53

nenn mir doch einen einzige Punkt im Parteiprogramm der Blauen, die auch nur im Ansatz mit deiner seichten Unterstellung in Einklang zu bringen ist,...eh nur einen :-) .....Genau diese Deine Geisteshaltung stärkt die FPÖ, nur weiter so

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 27
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.