Abwehramt ermittelt wegen Turbulenzen auf Südautobahn - General schweigt, Ministerium dementiert Sabotage-Verdacht
Wien - Die Geschichte um den abgesetzten Generalstabschef Edmund Entacher ist um eine Facette reicher. Das Dienstauto des Generals soll sabotiert worden sein, berichtet der "Kurier". Der heeresinterne Geheimdienst ermittelt.
Der Vorfall ereignete sich am 13. September. Der General, der gegen seine Absetzung durch Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) kämpft, war in seinem Dienstauto, einem Volvo S 80, von Wien nach Villach dienstlich unterwegs. Auf der Südautobahn vernahm der Fahrer erstmals verdächtige Geräusche und untersuchte bei Loipersdorf den Wagen. Er konnte dabei aber nichts Ungewöhnliches feststellen.
Nach Graz-Ost wurden die Geräusche lauter, und das Lenkrad begann zu vibrieren. Der Fahrer blieb am Pannenstreifen stehen und stellte Probleme am linken Vorderrad fest. Die Radmutterschraube war herausgefallen und lag einige Meter hinter dem Auto. Alle Radmuttern waren zudem sehr locker. Der Fahrer machte die Radmuttern fest und setze die Fahrt fort. Seitdem ist das Auto abgestellt und werde von einem Sachverständigen untersucht, hieß es aus dem Ministerium Montagnachmittag. Das letzte Mal in der Werkstatt gewartet wurde das Auto vor 3.500 Kilometern.
Ministerium: Bisher kein Verdacht auf Sabotage
Im Ressort wurde auch bestätigt, dass der militärische Geheimdienst ermittelt, nicht aber dass man dort von einem Sabotageakt ausgeht. Der Sachverständige habe die Untersuchung noch nicht abgeschlossen, hieß es. Entachers Dienstauto wird in der hauseigenen Tiefgarage in der Rossauer-Kaserne geparkt. Es wird aber nicht alleine von Entacher verwendet, sondern auch von anderen Heeresbediensteten. Entacher wollte nichts dazu sagen. Er bestätigte nur, dass es einen Vorfall gegeben habe. (APA)