Djindjic-Attentäter bezeichnet Ex-Vizepremier als Auftraggeber

19. September 2011, 17:00

Anwalt der Djindjic-Familie appelliert an Sonderstaatsanwaltschaft für Bekämpfung der Organisierten Kriminalität

Belgrad - Ein Beteiligter des Mordangriffs auf den serbischen Premier Zoran Djindjic hat einen ehemaligen Vizepremier als den Auftraggeber des Attentates bezeichnet. Milos Simovic, ein früherer Angehöriger der Zemun-Maifa, gegen den derzeit vor einem Belgrader Gericht ein erneutes Verfahren in eben dieser Sache läuft, hatte im Vorjahr in seiner schriftlichen Aussage eine Person unter dem Spitznamen "Cora" oder "Coravi" (blind oder einäugig, auch Brillenträger, Anm.) als Auftraggeber des Attentates bezeichnet. Simovic soll dabei den früheren Vizepremier Nebojsa Covic im Sinn gehabt haben, wie der Anwalt der Djindjic-Familie, Srdja Popovic, am Montag erklärte.

Simovic war vor Jahren in Abwesenheit zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Nach seiner vorjährigen Festnahme an der serbischen Grenze hatte er die Wiederholung des Prozesses beantragt.

Mitwisser

Nun sei der Sonderstaatsanwalt für Organisierte Kriminalität am Zug, so Popovic. Der Anwalt hatte im vergangenen November eine Strafanzeige gegen den ehemaligen jugoslawischen Präsidenten Vojislav Kostunica (2000-2003) sowie den früheren Chef des Militärnachrichtendienstes Aca Tomic erstattet. Auch Simovic behauptete in seiner Aussage, dass unter anderem sowohl Kostunica wie auch Tomic aber auch dem serbischen Ultranationalisten Vojislav Seselj die Pläne für den Mordangriff auf Djindjic bekanntgewesen seien.

Djindjic war im März 2003 vor dem Regierungsgebäude vom damaligen stellvertretenden Chef der Sonderpolizei-Einheit "Rote Barette", Zvezdan Jovanovic "Zveki", erschossen worden. Am Anschlag waren auch mehrere Angehörige der Zemun-Mafia beteiligt. Der Hauptorganisator war der frühere Chef der "Roten Barette", Milorad Ulemek "Legija". Der Hintergrund des Attentates wurde nie aufgeklärt. Nach offiziellen Angaben laufen derzeit Vorermittlungen. (APA)

Vir
01
20.9.2011, 12:58
Schade

Ein lebender Djindjic wäre mehr wert als ein Großteil der heutigen lebenden serbischen Politiker zusammen.
Diese pseudopatriotischen Vollidioten, die hinter Djindjics Mord stehen, haben sich und ihrem Heimatland mehr Schaden angetan, als manch bekennende Serbenfeinde zusammen.

Bei Djindjic tut einem das Herz schon weh.

Würde mich interessieren, ob man ihn auch so links liegen gelassen hätte wie heute einen Tadic, um die Gunst einem Hashim Thaci zu schenken, von welchem im Prinzip jeder über seine Verwicklungen in Organisierter Kriminalität und übler Kriegsvergangenheit bescheid weiß.
Wohl zumindest nicht so leicht wie bei Tadic.

Schade, Schade und nochmals Schade :-(

Drago+
00
20.9.2011, 12:45
i

Ach, das ist nur ein Täuschungsmanöver dieser "Herrschaften" des Zemuner-Clans, das nimmt in Serbien auch niemand ernst, nicht einmal die Demokratische Partei des verstorbenen Zoran Djindjic. Covic war selbst in Koalition mit Djindjic, also nicht Opposition wie etwa Kostunica, und Vizepremier schon unter der Regierung Djindjic. Natürlich ist vieles möglich, aber politisch gab es keinen Grund, Djindjic ermorden zu lassen. Genau auf das letztere versucht dieser fabelhafte Anwalt der "Djindjic-Familie" (hier handelt es sich einzig um die damalige Ehefrau Ruzica Djindjic) mit diversen Verschwörungstheorien auszuweiten; demnach hat sich ein jeder Politiker Serbiens, von Tadic bis Seselj, über alle Parteien usw., gegen Djindjic verschworen.

Drago+
00
20.9.2011, 12:44
ii

Das passt vielleicht ins Konzept der NGO Ruzica Djindjic' (kurz: Bullt um Aufmerksamkeit und versucht, vom Mythos Djindjic zu leben; davor unbemerkt, versucht seit einigen Jahren ins Rampenlicht zu treten, was ihr von einigen Übel genommen wird, im Sinne dass sie das Erbe Djindjic' missbraucht), aber wie gesagt, das nimmt niemand ernst, soweit ich weiß tun es nicht einmal die Eltern von Zoran Djindjic.

mayflower2
00
20.9.2011, 12:23

Seit den "Grenzöffnungen"wird auch bei uns mehr geschoßen und gestochen.

mitchfizzl
00
20.9.2011, 12:00
an die vorangegangenen poster..

was bitte schön hat das ICTY mit einem innenpolitischen mord zu tun??? das müssen sie mal erklären. das ICTY ist zuständig für kriegsverbrechen auf dem staatsgebiet des ehemaligen jugoslawien!!

mitchfizzl
00
20.9.2011, 11:58
an die vorangegangenen poster..

muppetbasher
93
19.9.2011, 18:46
Wir dürfen uns vorstellen, dass diese kriminelle Bagage mit ihren Mafia-Freunden

in der EU sein wird!
Im Haager Gericht haben sie noch viel zu tun!

NONE
45
19.9.2011, 20:37

?????

Das Haager Gericht verfolgt nicht einmal NATO Offizielle oder andere EU Politiker.

Was soll ihr Kommentar also? Das Haager Gericht ist alles andere als objektiv.

Kontrahent1
00
20.9.2011, 11:27
Das Haager Gericht handelt genauso auftragsgemäß,

wie diese Kroaten. 'Das ist ein Böser, der muß weg'. Nur wer durch jene, die das Gericht nicht einmal anerkennen, deklariert wird, kommt auf die 'schwarze Liste'.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.