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Die Leber. Eher: die Lebern. Gewaltig und gut. Im Gutruf, Milchgasse 1, in 1010 Wien.

Links kümmert sich Herr Bernhard gerade um meinen Mittagstisch. Zu diesem Zeitpunkt noch ausgesprochen gute Luft im Raucherlokal.

Auch hübsch: die Tischrechnung.

Nicht hübsch, aber gut: Nierndl mit Hirn bei Schmitzberger in St. Marx für 7,70 Euro.
Herr Ober, a Viertel.
Rot oder Weiß?
Seit wann gibt's an roten Slivovitz?*
Wo Helmut Qualtinger am 29. September auch schon 25 Jahre tot ist und demnächst eine Heller-Doku und ein Biron-Buch an ihn erinnern, wollen auch Universaldilettanten wie ich ihren kleinen Beitrag leisten. Auch wenn es sich nur um einen Verdauungsakt mit anschließender Dokumentation in diesem kleinen, dreckigen Gastroblog handelt. Auch wenn ich Ihnen da jetzt weder große Neuigkeiten noch adäquaten Humor bieten kann. Also ins Gutruf. Auf eine geröstete Leber.
Hoffmanns Erzählungen
Das Gutruf, hab ich nachgelesen und nachgehört, betrieb ab 1947 ein Hannes Hoffmann. Der behauptete zwar einst im Interview mit Georg Biron, er und seine Nachkriegsgeschäfte mit Essbarem wäre nicht das Vorbild für den Herrn Karl gewesen. Aber weil auch solche Berühmtheit dem Geschäft dienen kann, habe er sich nie groß dagegen gewehrt, als Modellfigur zu gelten.
Beste Leber
Die Leber wiederum scheint mir ganz gut zum Lebenswandel des Herrn Qualtinger zu passen. Außerdem weiß ich seit einem bunten Abend mit Herrn Allmayer-Beck, dem wie Teddy Podgorski, Herbert Völker und Monika Chung ein Viertel am Lokal gehört, dass sie, geröstet von Bernhard Chung, zu den besten Wiens zählt. Und zu den größten, was ja wieder zum Slivo passt. Size does matter, welche Leber wüsste das nicht.
Als das Entgiftungsorgan auf den Tisch kommt, erinnere ich mich wieder, warum ich damals mit dem Allmayer-Beck zu zweit eine Portion gerade ausreichend fand. So wunderbar die Leber war und ist, zart und süßzwiebelig - mehr als zwei Drittel hab ich diesmal als Mittagstisch einfach nicht geschafft. Schade drum. Am Bild können Sie die Herausforderung vielleicht ermessen.
Und jetzt die Ente
Ein bisschen überrascht war ich, dass die Leber in Begleitung einer rote Plastikflasche Chilisauce und Sojasauce an den Tisch kam, ich fand sie ohne diese Hilfsmittel schon ziemlich perfekt.
Und wo der Sommer sich jetzt einmal abrupt aufgehört hat, kann man auch wieder auf die knusprige Ente hoffen. Zwei, drei Tage vorbestellen, empfiehlt Herr Chung.
Mittags war das Raucherlokal übrigens angenehm rauchfrei. Und ich hatte, völlig unpassend, aber vom Arbeitsablauf geboten, ein großes Soda Zitron. Womit auch die letzte Chance auf eine Schlusspointe vergeben wäre.
Hirn in St. Marx
PS: Eine sachkundige, nun in St. Marx stationierte Esserin klärte mich auf, dass man in dieser Gegend zum Schmitzberger in der Nottendorfer Gasse 30 geht. Und wahrlich: Es ist kein sonderlich stimmungsvolles Gasthaus, aber tatkräftig renoviert (was vor allem bei Gasthaus-WCs sehr hilfreich sein kann). Und, worum's ja eigentlich geht: Erstklassige Nierndln mit Hirn, mit die besten meines Lebens, bekommt man hier für anständige 7,70. Der ORF kann kommen.
*) Komme gerade aus der Heller-Doku über Qualtinger. Microft Holmes (unten) hat aber sowas von recht.
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...in St. Marx.
Stellt euch vor, ihr sitzt beim Schmitzberger und geniest seine vorzügliche wiener Küche.
An der Schank stehen drei schwarzafrikaner alle mit Anzug und Kravatte und versuchen den Chef zu überzeugen, das sie genau/eben auch so Menschen/Leute sind wie die anderen im Lokal befindlichen Gäste.
Meiner Familie ist der Bissen im Mund immer mehrgeworden als wir vom Patron hörten :Zitat, "NEGER werden bei mir nicht einglassen!
Das ist schon einige Jahre her - aber seit damals waren wir nicht mehr beim SCHMITZBERGER...
Der hier immer wieder mal erwähnte weiße Adler in Königstetten dürfte endgültig Geschichte sein.
Das Haus wurde verkauft und wird zum Privathaus umgebaut, eventuell kommt ein kleines Geschäft rein (Fahrräder, Eisenwaren oder irgendsowas)
....verspühre ich nun so etwas wie Appetit auf geröstete Leber. Das mag wohl auch an Qualtinger liegen, owohl ich mich nach dem Viertel Sliwowitz, so gut wie auch gar nicht sehne. Doch anscheinend liegt das am Alter oder aber auch am gegenwärtigen Zeitbild. Ich sehne mich wohl nach den 60ern und an auch an die 70er. Und ganz besonders vermisse ich die alte Partie mit Qualtinger, Schliesser, Kramreiter, Hajek, Schmidtleitner, Bronner und den anderen Haudegen dieser Zeit.
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