Kater Carter überzeugt auch im zweiten Band - das dritte Abenteuer ist bereits angekündigt
Endlich, kann man da nur sagen. Ein Jahr hat es gedauert, jetzt ist der zweite Band in deutscher Übersetzung erschienen. Richtig, die Geschichte über einen Kater wurde über die Monate nicht vergessen. Also vom Papa, für die eigene Tochter wird das wohl nicht ganz so gelten. Egal. Träumte Kater Carter im ersten Band von einer Seefahrt, so zieht es ihn dieses Mal in die Kälte. Kater Carter fährt zum Nordpol, heißt das Bilderbuch für Kinder bis zum 99. Lebensjahr, Tim Wynne-Jones sorgt für die kleinen, feinen Texte. Eric Beddows illustriert großartig.
Wieder ist es Maria, nun zur Freundin geworden, die ihn mit auf die Reise nimmt. Onkel Roy, der Kapitän, wollte zum Nordpol, seither ist er verschwunden. "Willst du mich in die Arktis begleiten, um ihn zu suchen?", fragt Maria. Der Kater will natürlich. Weit müssen sie nicht gehen, denn der Nordpol beginnt im Obergeschoß von Marias Haus. "Es wurde immer kälter. Auf jeder Stufe fanden sich in den Ecken kleine Schneewehen. Der Boden der Halle war schneebedeckt, heißt es. Die Suche nach Onkel Roy beginnt. In großformatigen Schwarz-Weiß-Zeichnungen führt Beddows die Leserschaft in eine Welt voll Eis, heulender Wölfe und Eiszapfen. Der Verlag ist äußerst brav: Er kündigt bereits das Erscheinen eines dritten Abenteuers des Katers an. Muss ja nicht erst in einem Jahr sein, oder? (Peter Mayr; DER STANDARD, Print-Ausgabe, 17.9.2011)