Im Museum / T4 – Hartheim 1

„Ich reiste in die deutsche Geschichte, um etwas zu erleben…“ Werner Kofler

IM MUSEUM Ein Kustos und ein Besucher gehen durch ein imaginäres Museum jüngerer deutscher Geschichte. Die Bildebene folgt der Dramaturgie einer Kunstführung, indem die (subjektive) Kamera einen Museumsrundgang simuliert: im freien Gelände allerdings. Daraus ergibt sich das Paradoxon, dass weder Kustos noch Besucher je im Bild sind, sondern nur – von der Erzähler-Off-Stimme vermittelte – „leere“, oft verfremdete, metaphorisch angelegte Naturbilder. Die Kamera tut so, als ob, und das Bild, um das es im Off, in der Geschichte, gerade geht, ersteht, indem es ausbleibt.

T4 – HARTHEIM 1 Schloss Hartheim bei Linz war eine von mehreren Vernichtungsstätten für sogenanntes „unwertes Leben“ im Rahmen des Euthanasieprogramms der Nationalsozialisten. Über 30.000 geistig oder körperlich Behinderte, psychiatrische Patienten und KZ-Häftlinge wurden dort ermordet. Zum Zeitpunkt des Entstehens des Films T4 – HARTHEIM 1 war das Schloss als Wohnobjekt vermietet. Dort, wo vierzig Jahre mit industriell anmutenden Methoden das Leben tausendfach ausgelöscht wurde, breitete es sich im ganz banalen Alltag des Wohnens wieder aus. Über dieses Spannungsverhältnis von „Damals“ und „Jetzt“ erzählt dieser Dokumentarfilm.

Regie: Werner Kofler / Andreas Gruber, Egon Humer, Johannes Neuhauser

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