Gewerkschaft will Pflege aus Vermögen und Erbschaften finanzieren

19. September 2011, 12:28

Pflegefonds in der Höhe von rund zwei Milliarden Euro

Wien - Die Gewerkschaft pocht darauf, zur künftigen Finanzierung des Pflegebereichs auch Abgaben aus großen Vermögen und Erbschaften heranzuziehen. Dies werde bei den am Freitag (23. September) startenden Verhandlungen im Sozialministerium zur Pflege-Strukturreform ein Thema werden, sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA-djp), Wolfgang Katzian.

Bei einer Enquete von GPA-djp und vida zum Thema "Soziale Arbeit ist mehr wert!" präsentierte die Gewerkschaften vor Betriebsräten ihr Modell zur Pflegefinanzierung. "Herzstück ist jedenfalls, dass auch große Vermögen und Erbschaften herangezogen werden, um die Finanzierung sicherzustellen", sagte der GPA-Chef gegenüber der APA.

Eigenes Modell

Das Gewerkschafts-Modell sieht die Schaffung eines Pflegefonds in der Höhe von rund zwei Mrd. Euro vor. Dieser soll sich hauptsächlich aus Vermögenssteuern und einer reformierten Erbschaftssteuer speisen. Zusätzlich sollen Bezieher besonders hoher Einkommen durch höhere Spitzensteuersätze einen kleinen Beitrag in den Pflegefonds leisten. Bei den bestehenden Steuern auf gesundheitsschädliche Produkte wie Alkohol und Tabak verlangen die Gewerkschaften eine Zweckwidmung eines Teiles der Einnahmen für den Pflegefonds.

Gefordert wird von GPA und vida auch ein Ende der "unverhältnismäßigen Belastung" der Pflegebedürftigen und ihrer Familien: Der Zugriff auf das Vermögen jener Pflegebedürftigen, die in stationären Einrichtungen untergebracht sind, sollte abgeschafft werden, erklärte der stellvertretende vida-Vorsitzende Willibald Steinkellner. Eine komplettes Aus verlangt er auch für den Angehörigen-Regress.

Arbeitsplätze sicherstellen

Katzian sagte, es gehe der Gewerkschaft auch darum, die Arbeitsplätze im Pflegebereich sicherzustellen sowie um "ordentliche Bedingungen" für die in diesem Bereich Tätigen. Man müsse sowohl den Betroffenen als auch den Beschäftigten eine Perspektive bieten, es gehe dabei auch um eine höhere Entlohnung. Dafür werden die Betriebsräte auch kämpfen, "weil es kann nicht sein, dass man ans soziale Herz appelliert und sie (die Beschäftigten, Anm.) bleiben dann auf der Strecke", so Katzian.

Derzeit werden für den Pflege-Bereich rund vier Mrd. Euro pro Jahr ausgegeben. Schätzungen des Wirtschaftsforschungsinstituts gehen davon aus, dass im Jahr 2020 mit Mehrkosten von mindestens einer Mrd. Euro pro Jahr zu rechnen sein wird; ein "mittleres Szenario" der Wirtschaftsforscher prognostiziert Zusatzkosten von 1,6 Mrd. Euro pro Jahr. GPA und vida rechnen damit, dass die Kosten sogar noch höher liegen werden - denn die Gewerkschaften fordern auch bessere Entlohnung der Beschäftigten. (APA)

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12 Postings
Hubert Ungeist
 
00
21.9.2011, 04:53
"HOhe EInkommen steht im Artikel"

und nicht Vermögen man sieht wo der SPÖ Zug hingeht.

Erbschaften okay, dann bekommen halt die Banken, und Reichen, noch mehr günstige Immobilien, wenn die Erben verkaufen müssen

Martina2011
11
19.9.2011, 18:38
solidarität statt pechsteuer

caritas präsident küberl hat das derzeitige system treffend als pechsteuer bezeichnet: wer das pech hat, pflegebedürftig zu werden, dem/der droht der vermögensentzug und den angehörigen der verlust des erbes. wer das glück hat, bis ins hohe alter gesund zu sein, der/die samt angehörigen zahlt 0 cent. besser solidarisch durch die gesamte gesellschaft die pflege finanzieren....

Pain
12
19.9.2011, 17:34
Die sollen einmal ihre Glaspaläste verkaufen und den Erlös stiften. Das wäre ein sinnvoller Beitrag bevor sie an die Enteignung von Privatbesitz gehen!

sociovation
00
19.9.2011, 14:43
Mit anderen Worten

Die Kirche soll die Pflegedienste der Caritas über Umwege selber bezahlen.
Keine schlechte Idee...

Otsch1
 
12
19.9.2011, 14:26
Blauäugig

dachte ich bisher, Aufgabe der Gewerkschaften sei es, Interessen ihrer Mitglieder gegenüber dem Arbeitgeber zu vertreten.

Nichtschweiger
 
14
19.9.2011, 14:03
Ich fordere Einsparungen bei der ÖBB und in der Stadt Wien um mit diesem Geld die Pflege zu finanzieren.

Der Rest der davon noch übrig bleibt kann für die Senkung der Lohnsteuern verwendet werden.

Geht sich locker aus!

system1
01
19.9.2011, 14:00
wo bleibt ein artikel über die heutige pressekonferenz unseres werten

wiener bürgermeister mit tatkräftiger unterstützung der wiener pensionistenwohnhäuser? in dieser wurde nämlich ein kahlschlag bei der seniorenbetreuung verkündet, natürlich verpackt und rein zufällig im senioren-monat. tatsache ist dass die zugangshürden enorm erhöht werden und man schon dahinsiechen muss (kurz bevor man verwest), um zukünftig in ein seniorenhaus einziehen (sich einliefern) zu können/dürfen. ich erwarte einen entsprechenden artikel.

Solnce Ivskie
45
19.9.2011, 12:37
Scheint sich um einen neuen gefährlichen Virus zu handeln, jeder der glaubt in diesem Land mitreden zu müssen fordert Steuererhöhungen

Richtigerweise sollten sie jedoch Einsparungen und Reformen umsetzen.

sociovation
31
19.9.2011, 14:44
Richtigerweise

sollte man eine Datenbank anlegen, bei denen sich Leute wie Sie registrieren lassen können mit dem Wunsch im Alter in der eigenen Sch... zu ersticken...

Hubert Ungeist
 
01
23.9.2011, 11:59
Ungerechtfertigte Polemik

man kann das auch anders lösen - z.b. eine verplichtende Pflegeversicherung für alle.

Immer as Geld von anderen zu nehmen, ist halt sehr einfach, und liegt halt auf der LInie der AK:

Thatcher war schlecht aber der Spruch The problem with socialism is that eventually you run out of other people's money [to spend]." ist genial

system1
03
19.9.2011, 14:02
richtigerweise sollte man das vorhandene geld

besser einsetzen. ob man eurofighter unbedingt braucht ei dahingestellt. senioren- und krankenpflege dagegen wäre eventuell doch wichtig, vielleicht....

Hubert Ungeist
 
00
21.9.2011, 04:54
Leider die Luftraumüberwachung gehört zu den AUfgaben eines

Staates - müssen wir haben

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