Korruption

Karl für Anfütterungsverbot und U-Ausschuss nächstes Jahr

19. September 2011, 12:10

Justizministerin bleibt bei Kritik an Reform der Abgeordnetenimmunität

Wien - Justizministerin Beatrix Karl (ÖVP) drängt weiter darauf, in den parlamentarischen Verhandlungen des Anti-Korruptionspakets auch über ein neues Anfütterungsverbot zu sprechen. Ihr Ministerium sei bereit, hier "Input" zu liefern, sagte sie am Montag am Rande eines Besuchs der Justizbetreuungsagentur zu Journalisten. Einen U-Ausschuss zu den diversen Affären im staatsnahen Bereich hätte sie lieber "erst zu Beginn des kommendes Jahres", um die Arbeit der Justiz nicht zu stören. Aber dies sei Sache des Parlaments. Und in der Frage der Abgeordnetenimmunität bekräftigte sie die Kritik des Justizressorts.

Karl hatte schon vergangene Woche für strengere Regeln gegen das "Anfüttern" plädiert. Im Parlament, wo die Fraktionen derzeit ein Antikorruptionspaket verhandeln, ist dies aber derzeit offenbar nicht Gegenstand der Gespräche. Die Ministerin ist dafür, "sich beim Anfüttern genau anzuschauen, wie die Bestimmung verschärft werden kann. Wir brauchen jetzt wirklich eine durchdachte Regelung." Das Justizministerium könne dafür gerne "Input fürs Parlament" liefern, sagte Karl auf die Frage, ob ihr Ressort plane, einen Gesetzesentwurf vorzulegen.

"U-Ausschuss erst zu Beginn des kommenden Jahres"

Unterstützung gibt es von der Ministerin für die Staatsanwälte bei der Frage nach einem Untersuchungsausschuss für diverse Korruptionsaffären. Die Standesvertreter befürchten, dass ihre Ermittlungen behindert werden und geheime Akten an die Öffentlichkeit gelangen könnten, wenn der U-Ausschuss zu schnell kommt. "Ich habe großes Interesse daran, dass die Staatsanwaltschaft gerade zu Beginn der Ermittlungen ungestört arbeiten kann", sagte Karl dazu. "Wenn ich es mir wünschen könnte, würde ich mir einen U-Ausschuss erst zu Beginn des kommenden Jahres wünschen." Zu entscheiden habe dies aber der Nationalrat.

Dessen Abgeordnete basteln derzeit an einer Neuregelung der Immunität, die kommenden Mittwoch im Plenum erstmals erörtert wird. Karl bleibt hier bei der Kritik des Justizressorts, das sich vor allem am geplanten Ermittlungsverbot gegen Abgeordnete stößt. "Das wäre meines Erachtens ein großer Fehler", zumal man doch auf der anderen Seite eine Reihe von Verschärfungen im Korruptionsstrafrecht plane: "Das passt für mich nicht zusammen." (APA)

Österreichische Verbrecher Partei!
01
21.9.2011, 23:42
Endlich ein guter Vorschlag ! Zum sparen: einfach den aufgehobenen Gesetzesentwurf wieder in Kraft treten lassen !! Bekommt man dafür bezahlt ?

Wir werden von einer Korruptions- Kaste regiert, die im eigenen Saft bratend von sich selber so überzeugt ist, dass es eigentlich alle normal denkenden Menschen abschrecken sollte. Tatsache ist aber, dass diese von Machtmissbrauch und Egoismus zerfressenen Menschen wie die Ratten alles überleben. Österreich, Demokratie oder andere Werte sind nicht nebensächlich sondern absolut unwichtig. Was zählt ist „cash“ und ego-“ Und dann gibt es Typen wie Hochegger, Meischberger und Mensdorff Pouilly, die diese kranken selbstverwesenden hochkorrupten „Staats oder Landesrepräsentanten ganz einfach melken. So wie die Ameise die Laus melkt.

tho_mi
01
20.9.2011, 15:24

Ganz ungewohnt, eine ÖVP-Ministerin und ein guter Vorschlag...

Tango Korrupti1
00
21.9.2011, 23:46
WAHNSINN DIE TRAUT SICH DAS GESETZ DAS DIE EIGENE PARTEI GEÄNDERT HAT WIEDER ZURÜCK ÄNDERN

Hallo Frau Karli, hast eh bei Siemens und inSALZBURG nachgfragt, obst das darfst.

wär ja echt blöd, wennst mit der Bandion in laxenburg schmetterlinge zählen mußt oder ??

"WILLKOMMEN" - im Sumpf der Verblödung!
 
01
19.9.2011, 18:37
a bisserl füttern wird doch erlaubt sein. im tiergarten

auf alle fälle.

in einem solchen glaubt man ob der geschehnisse, sich zu befinden.

alles was man erwischt, wird aufgesaugt und das erinnert an einen ameisenbär.

Walter Gehr
01
19.9.2011, 15:49
Vorstoss der Justizministerin zugunsten von Whistleblowing

Der neue Vorstoss von Frau Justizministerin Dr. Karl zugunsten eines Anfütterngsverbotes ist sicher sehr lobenswert: Nicht zuletzt hatte der Leiter der OECD Anti-Bestechungsarbeitsgruppe Prof. Mark Pieth Österreich wiederholt als "Oase der Korruption" bezeichnet, weil es das Anfütterungsverbot nach kurzem Bestehen am 01. September 2009 wieder abgeschafft hatte.
Um einen weiteren, sehr wichtigen Vorstoss der Justizministerin vom 09 September 2011 zur Korruptionsbekämpfung ist es hingegen inzwischen ruhig geworden, und zwar jenen zum Schutz von Whistleblowern, also von Mitarbeitern, die auf Missstände in ihren jeweiligen Betrieben und Behörden hinweisen.

Dr. Walter Gehr
Whistleblowing Austria
www.whistleblowing.at

Tango Korrupti1
00
21.9.2011, 23:47
welcher neue Vorstoss, das Gesetz wurde auf Drängen von Siemens und der industriellen Vereinigung geändert. Verscheisserns wen anderen !

chrilly donninger1
01
20.9.2011, 09:11
Das Anfütterungsverbot

gabs schon einmal. Ist dann aber nicht zuletzt auf Druck der Präsidentin der Salzburger Festspiele wieder gefallen. Die hat bekanntlich einen guten Draht zum schwarzen Reichsviertel. Wenn Karl das wieder reparieren möchte, wäre es eine gute Tat.
Werma segn, ob sie sich durchsetzt.
Eine Whistleblower-Regelung wäre natürlich noch effektiver. Im Moment ist es bürgerlicher Selbstmord einen Missstand nach Aussen zu tragen.

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