Metastudie

Mehr Sport senkt Sterberisiko um bis zu 40 Prozent

19. September 2011, 13:42

Experte: Selbst banale Aktivitäten bewirken Überlebensvorteil - Intensivere Bewegung bringt aber höheren Nutzen

Obwohl zahlreiche Studien belegen, dass regelmäßige Bewegung die Gesundheit fördert und das Risiko für die Gesamtsterblichkeit senkt, ist der genaue Dosis-Wirkungs-Zusammenhang bisher nur in Ansätzen geklärt. Günther Samitz, Bewegungswissenschafter am Zentrum für Sportwissenschaft und Universitätssport der Universität Wien, hat diesen Zusammenhang anhand einer Meta-Studie mit mehr als 1,3 Millionen Teilnehmern untersucht. Die Ergebnisse des Forschungsprojekts in Kooperation mit Public-Health-Medizinern und Epidemiologen der Universitäten Bern und Bristol wurden in der Fachzeitschrift "International Journal of Epidemiology" veröffentlicht.

10.080 Minuten umfasst eine Woche, bereits 150 Minuten moderate Aktivität und Bewegung pro Woche schützen Erwachsene laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor chronischen Krankheiten und dem vorzeitigen Tod. Ein Forschungsteam um den Bewegungswissenschafter Günther Samitz untersuchte, welcher Zusammenhang zwischen dem Aktivitätsstatus in den verschiedenen von der WHO definierten Kriterien körperlicher Aktivität - Beruf, Alltag, aktiver Transport sowie Freizeit - und dem Gesamtsterberisiko besteht. Zudem galt ihr Interesse, in welchem Ausmaß die derzeitige Mindestempfehlung der WHO das Gesamtsterberisiko bei Erwachsenen senkt.

80 Studien mit 1,3 Millionen Studienteilnehmern

Die Untersuchung wurde in Form einer Meta-Analyse durchgeführt. Bei diesen Studien werden zu einer konkreten Fragestellung die Ergebnisse aus weltweit verfügbaren Einzelstudien mit einem speziellen statistischen Verfahren zu einem Gesamtergebnis kombiniert. Die Ergebnisse dienen in Public Health und Medizin oft als Grundlage für die Entwicklung von neuen Präventions- und Therapierichtlinien.

Von den weltweit etwa 7.000 Quellen erfüllten 80 epidemiologische Studien aus Europa, Kanada, den USA und Asien mit insgesamt über 1,3 Millionen Studienteilnehmern die strengen Einschlusskriterien der Studie.Die Teilnehmer durften zu Studienbeginn keine Herz-Kreislauf-Erkrankung, keinen Krebs oder eine andere schwerwiegende chronische Erkrankung aufweisen und wurden durchschnittlich elf Jahre nachbeobachtet. "Die Ergebnisse der Einzelstudien wurden kombiniert und für wichtige andere Einflussfaktoren, wie zum Beispiel Zigaretten- und Alkoholkonsum, Body-Mass-Index, Blutdruck, Ernährungsverhalten, Bildung und Einkommen korrigiert", erklärt Samitz.

Frauen profitieren stärker

Derzeit erfüllt nur rund ein Drittel der erwachsenen Europäer die Mindestvorgaben der WHO. Dabei ist eine höhere körperliche Aktivität mit einem niedrigeren Gesamtsterberisiko verbunden - egal ob in Beruf, Alltag, Haushalt und Freizeit oder bei aktivem Transport. Dieser Zusammenhang war für körperliche Freizeitaktivitäten und Alltagsaktivitäten jedoch größer als für berufsbezogene Aktivitäten und bei Frauen stärker ausgeprägt als bei Männern. "Frauen und Personen höheren Lebensalters profitierten selbst von mäßig intensiven Alltagsaktivitäten, etwa Haushalts- oder Gartenarbeit und Besorgungen zu Fuß oder mit dem Fahrrad", so der Wissenschafter. Warum der Gesundheitseffekt bei Frauen größer ist als bei Männern, ist derzeit noch nicht geklärt, könnte aber mit der speziellen Hormon- und Stoffwechselsituation der Frau zusammenhängen.

Etwas Bewegung ist gut, mehr ist besser 

In einem weiteren Schritt berechneten die Forscher den Gesundheitsnutzen im Verhältnis zur wöchentlichen Bewegung. Bei leicht bis mäßig intensiven Alltagsaktivitäten war im Vergleich zu keiner Bewegung jede Steigerung der wöchentlichen Bewegungsdosis um eine Stunde mit einer um vier Prozent reduzierten Gesamtsterblichkeit verbunden. "Bei mäßig intensiven Freizeitaktivitäten wie Nordic Walking, Tanzen, Radfahren und Wandern betrug die Risikoreduktion bereits sechs Prozent und bei intensiverem Ausdauertraining oder Sport, etwa Laufen, Tennis und Ballsportarten, sogar neun Prozent", sagt Experte Samitz.

Das Erreichen der von der WHO empfohlenen Mindestdosis von 150 Minuten moderater Alltags- oder Freizeitbewegung pro Woche war mit einer Reduktion des Gesamtsterberisikos um zehn Prozent verbunden. Die Risikoreduktion war aber bei intensiverem Ausdauertraining oder Sport mehr als doppelt so hoch (22 Prozent). Bei 300 Minuten pro Woche, diese Dosis wird für einen weiter reichenden gesundheitlichen Nutzen empfohlen, betrug die Risikoreduktion bei moderat intensiver Alltagsbewegung 19 Prozent und bei höher intensivem Ausdauertraining und Sport 39 Prozent. Aber selbst unterhalb der WHO-Mindestempfehlung war noch ein signifikanter Gesundheitsnutzen zu beobachten.

"Jede körperliche Aktivität ist also besser als keine und selbst banale Alltagsaktivitäten bewirken einen Überlebensvorteil. Mehr und intensivere Bewegung bringen aber einen höheren Gesundheitsnutzen", resümiert Samitz, und empfiehlt: "Wer bisher körperlich inaktiv war, sollte trotzdem zunächst mit moderat intensiven Aktivitäten beginnen und sich erst schrittweise an mehr und intensivere Bewegung herantasten. Denn gerade bei Neueinsteigern ist bei intensiver Belastung das Risiko für Verletzungen und unerwünschte kardiale Ereignisse höher." (red, derStandard.at)

Link zur Publikation

Guenther Samitz, Matthias Egger and Marcel Zwahlen. Domains of physical activity and all-cause mortality: systematic review and dose-response meta-analysis of cohort studies. International Journal of Epidemiology 2011; 1-19

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Posting 1 bis 25 von 58
1 2
Von hinterm Mond
 
00
30.11.2011, 17:56
Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast

Wenn man Studien auf diese Art aufsetzt, wird man damit niemals die Wahrheit abbilden können, sonder nur ein von vornherein beabsichtigtes Ergebnis.

Was sagt uns die Studie? Innerhalb der 11 beobachteten Jahre haben die Leute, die durchschnittlich kürzer lebten, weniger Bewegung gemacht. Aber wie kommt man auf die Idee, daß deswegen Sport das Leben verlängern würde?

Was, wenn die beobachtete verringerte Bewegungsaktivität lediglich die Folge (!) eines schwächer / kränker werdenden Körpers war - weil sich Menschen eben "schonen", wenn sie Schmerzen, Krankheiten und andere gesundheitliche Probleme bekommen? An denen sie dann auch früher sterben; was mit der körperlichen Aktivität aber rein gar nichts zu tun hat/te?

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00
28.1.2012, 08:21
weil sich Menschen eben "schonen", wenn sie Schmerzen, Krankheiten und andere gesundheitliche Probleme bekommen?

Vielleicht haben diese Menschen vorher schon weniger Sport gemacht.

Zitronenbaum
10
22.9.2011, 12:05

Das einzige was ich so schaffe ist spazieren gehen.
D:
Dank meiner grauenhaften Schulzeit habe ich in Bezug auf Sport zu viele Komplexe, um irgendwas anderes anzufangen.

die wundersame emanation ihres verliebens
01
21.9.2011, 10:46
beim sportmachen

soll es nicht darum gehen, dass man den tod hinauszögert - sondern, dass man mit Freude, Stolz und Würde alt werden kann und passabel aussieht und nicht mit 40 kg übergewicht, einem scheiss blutdruck und kaputten gefäßen die patschen streckt.

es geht auch um den erlebnisfaktor, den man hat wenn man outdoor sport macht. DAS IST DAS WICHTIGSTE.

Ich kenn 70 (ehrlich) jährige, die fitter als 25 Jähre sind und davor hab ich wirklich respekt, weil sonst alt werden, ist keine besondere kunst!

Fritz - Ulrich Hein
 
11
20.9.2011, 21:55
Sport lässt länger leben

Liebe Redaktion, zu so einem Artikel bekomme ich plötzlich Angst. Wo wollen wir denn mit den ganzen Alten hin? Und wer soll denn noch deren Renten und Pensionen zahlen? Bei allem Respekt vor alten Menschen: Wann wird aber mal einer kommen, der darin einen volkswirtschaftlichen Schaden sieht? was passiert dann mit den Alten? Es ist leicht, dieses auszurechnen. Denn die Politik wird es nicht schaffen können, dass man soviel Menschen in Lohn bringt, um dies mit Beiträgen zu finanzieren. Da ist alleine schon die Industrie dagegen, weil die immer mehr auf Automatiesierung setzt und zukünftig ganze Werkhallen nur noch Roboter beschäftigt.

presumption of innocence
00
20.9.2011, 17:13
Ist das nicht die Toilettensitzhaltung, ohne Toilette, auf dem Bild?

presumption of innocence
00
20.9.2011, 17:07
Chruchill wäre also mit Sport 130 Jahre alt geworden, anstatt mit 90 zu sterben?

El Chó
02
20.9.2011, 15:53
Wer Sport macht, hat also nur ein Risiko von 60% zu sterben?

Nein im Ernst. Soll das was neues sein? Sport ist also gesund! Soso.

Als nächstes kommen sicher noch ein paar weitere brandheiße Enthüllungen so wie fett sein, rauchen, saufen und Drogen zu nehmen ist ungesund, glückliche Beziehungen erhöhen die Lebensqualität und hohe Einkommen können zu einer besseren finanziellen Lage führen...

Skywalk
00
20.9.2011, 14:54

"Mehr Sport senkt Sterberisiko um bis zu 40 Prozent"

oag!

geht das überhaupt?

Mr. Bubbles
01
20.9.2011, 14:44
:(

und dennoch liegt die chance bei 100%.
sadface.

Grammelschmalzbrot
13
20.9.2011, 14:31
Mehr Sport senkt Sterberisiko um bis zu 40 Prozent

:-D

Das "Sterberisko", liebe Redaktion, liegt für alles in dieser Galaxis bei 100%.

Man streitet vielleicht noch über die Lebenserwartung des Universums aber man tendiert dort ebenfalls zu 100%.

Ich bin aber froh zu hören das demnach es ein 60%iges UNSTERBILCHKEITSRISIKO besteht.

Das wird natürlich die Pensionsversicherer nicht besonders glücklich machen und die Börsen in den Keller schicken, würde aber auch eine Anhebung des Pensionsalters auf "Unendlich" rechtfertigen!

Ich bin schon neugierig weiteres über diese bahnbrechende Sensationsmeldung zu hören!

;-)

Sheldon
17
20.9.2011, 07:01
ich behaupte

dass mein Sterberisiko bei 100% liegt, genauso wie bei jedem anderen Menschen!!!

Ich kann vielleicht den Tod hinauszögern indem ich sport mache und mich gesund ernähre, dennoch werde ich aber irgendwann sterben - und das zu 100%.

greenling
11
20.9.2011, 11:10
http://de.wikipedia.org/wiki/Tech... rit%C3%A4t

also ich hoffe immer noch darauf :P

randolf
00
20.9.2011, 13:57
Ja ja

Also ich setze auf die Stammzellenforschung und Genmanipulationssektor...

ich weiß nicht aber Maschinen die sich selbst reproduzieren und verbessern, sich bewaffnen und einen Krieg vom Zaun brechen kommen mir irgendwie bekannt vor...

Der Unkurze
02
20.9.2011, 10:28

Hmm ich weiß nicht, wurden sie in den schottischen Highlands geboren? ;)

WhurreOdu
00
20.9.2011, 12:44

...ich würde mir dann auf jeden Fall ein Schwert zulegen.

gumpshrimps1
00
20.9.2011, 08:24

habe exakt das selbe gedacht, als ich die überschrift gelesen habe.
ich befürchte aber, dass sie mit ihrem kommentar den einen oder die andere in der redaktion ordentlich schocken werden. die haben jetzt wohl kurzzeitig gehofft, dass sie mit ein bisschen laufen auf 60% runterkommen.

linuxforeverlinux
02
20.9.2011, 08:07

wie können sie dessen sicher sein?
können sie es beweisen?
es ist erst etwas bewiesen, wenn es eingetreten ist bzw wenn es eindeutig beweisbar ist. in ihrem fall ist es eine blosse annahme!

Dackerl
02
19.9.2011, 21:27
Joggers are dying fitter

presumption of innocence
00
20.9.2011, 17:12
Wer erinnert sich noch an Ferry Dusika?

Walter Dungl...

...und Juppi Heesters raucht noch immer!

silurus glanis
13
19.9.2011, 18:30

Wie? 40% der Menschen die Sport machen sterben nicht?

Ein Nachdenklicher
10
19.9.2011, 21:35
tolle Schlagzeile

Das hab' ich mich auch gefragt. Welche Sportart senkt mein Sterblichkeitsrisiko von derzeit 100% um 40%? Standard - bitte konkretere Infos dazu ;-)

Bonair
00
19.9.2011, 20:12

Sie haben im Vergleich zu gleichaltrigen Nicht-Sport-treibenden ein um 40% vermindertes Risiko zu sterben.

Dackerl
10
19.9.2011, 21:19

Wie wird denn das Risiko zu sterben definiert? mMn ist dieses Risiko für jedermann/frau 100% ??

Bonair
00
19.9.2011, 22:03
Toll von der Redaktion, mit epidemiologischen Begriffen um sich zu werfen ohne sie zu erklären...

Ich bin in dem Gebiet kein Profi, aber: Die Mortalitätsrate wird pro 100 000 Betroffene und Jahr angegeben. Es wurden 80 Studien genommen und die Mortalitätsraten in Abhängigkeit der Variablen "körperliche Bewegung" verglichen. Dabei zeigte sich, dass die Gesamtmortalität (d.h. unabhängig von der Todesursache) pro Jahr und 100 000 Menschen in der Sportlergruppe um 40% niedriger lag.

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