Vier Frauen führen Benedikts Haushalt

Don Camillo und der Papst

Gerhard Mumelter aus Rom, 18. September 2011, 18:45

Teilnehmen werden sie nicht an der Reise von Benedikt XVI. nach Berlin, sie packen aber seine Koffer: Loredana, Rosella, Carmela und Cristina führen den Haushalt des Kirchenoberhaupts - mit höchster Diskretion

Über den Papst könnten sie viel erzählen. Sind sie doch die Einzigen, die sich täglich in seiner Wohnung aufhalten und mit ihm essen. Dass keine Zeitung jemals versucht hat, ihnen Geheimnisse aus den damastbespannten Gemächern zu entlocken, liegt an der Aussichtslosigkeit des Unterfangens. Für Loredana, Rossella, Carmela und Cristina gehört Diskretion zu den unverzichtbaren Prinzipien.

Die vier verschwiegenen Frauen, die den Haushalt des Papstes im dritten Stock des Apostolischen Palasts führen, meiden jede Öffentlichkeit. Auf einem seltenen Foto sieht man sie bei einer Zeremonie schwarz gekleidet direkt hinter Benedikt XVI. Sie tragen kein Ordensgewand, sondern gehören der Laienorganisation Memores Domini an. Seit 2005 ersetzen sie die polnischen Klosterfrauen, die den Haushalt seines Vorgängers besorgten.

Die rundum erneuerte Küche in der päpstlichen Wohnung ist Loredanas Reich. Dort bereitet sie die täglichen Nudelgerichte für das Kirchenoberhaupt zu. Nur ab und zu gibt es Pizza. Das Gemüse kommt aus dem 55-Hektar-Landbesitz der Sommerresidenz in Castelgandolfo, in deren abgeschiedener Natur Benedikt XVI. sich zwischendurch auch ein Picknick gönnt. Den Rest besorgt Loredana im vatikanischen Supermarkt, in dem Kunden einen eigenen Ausweis benötigen. Carmela ist für den Nachtisch zuständig, vor allem für den von Ratzinger geliebten Apfelstrudel. Sie kümmert sich um das Schlaf- und Arbeitszimmer des Heiligen Vaters und um seine Garderobe.

Cristina erledigt Sekretariatsarbeiten und hält den wichtigsten Raum der Papstwohnung in Ordnung: die von Paul VI. errichtete Privatkapelle. Rossella arbeitete bis vor kurzem als Sozialassistentin im kleinen lombardischen Ort Soresina. Sie wurde in den Vatikan berufen, als ihre Vorgängerin Emanuela Opfer eines Autounfalls wurde. Sie kümmert sich um die Vorratsräume und die Zimmer der zwei Sekretäre Georg Gänswein und Alfred Xuereb.

Dienstbeginn in der Kapelle

Für die vier Frauen, die eine Etage über dem Papst wohnen, beginnt der Arbeitstag um sieben Uhr mit der Frühmesse Benedikts in der Privatkapelle. Um 13.15 Uhr trifft sich die famiglia pontificia zum Mittagessen, nach der Mittagsruhe und einem Rosenkranz in den vatikanischen Gärten kehrt der Papst an den Schreibtisch zurück. Um 19. 30 Uhr beginnt das gemeinsame Abendessen, anschließend sieht sich Benedikt meistens die Tagesschau auf RAI 1 an.

In dem Band Licht der Welt erwähnt der Papst, wie viel ihm das Zusammenleben mit seiner "Familie" bedeutet. Bei den gemeinsamen Mahlzeiten mit seinen Haushälterinnen und Sekretären könne er sich gut entspannen. Man feiere persönliche Feste und Weihnachten zusammen, höre Musik, tausche Geschenke aus und schaue sich zwischendurch gemeinsam eine DVD an. Joseph Ratzingers Lieblingsfilm: die Schwarz-Weiß-Version von Don Camillo und Peppone. (Gerhard Mumelter aus Rom, STANDARD-Printausgabe, 19.9.2011)

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Posting 1 bis 25 von 37
1 2
Jürgen Rembremerding
01
20.9.2011, 07:55
Der Artiekel beruht auf den Recherchen der Sendung mit der Maus:

http://www.youtube.com/watch?v=s0WhLheRVQM

guzo
32
20.9.2011, 01:29
Eine putzt,

eine kocht, eine bügelt, eine bläst.

lily233
 
00
19.9.2011, 14:37
mich würde interessieren,

wieviel so eine vatikanische haushälterin verdient. um gotteslohn werden die vier ja wohl kaum arbeiten. und dass das tägliche arbeitspensum einer jeden ziemlich umfangreich ist, kann ich mir gut vorstellen: es ist keine kleinigkeit, viele hunderte quadratmeter wohnfläche (samt vermutlich mehreren badezimmern&toiletten) sauber zu halten und sieben personen (1 papst, 4 weibliche bedienstete, 2 sekretäre) rundum zu versorgen.

kelchstein
00
19.9.2011, 16:57
Die Haushälterinnen dienen Gott

Eine seiner Haushälterinnen war Musikprofessorin.
http://www.spiegel.de/panorama/... 97,00.html

Chien de Pique
12
19.9.2011, 16:35

Wäre interessant, aber da die sich der Armut verschrieben haben, wäre eine üppige Bezahlung merk- und fragwürdig.
http://it.wikipedia.org/wiki/Memores_Domini
Der Papst bezieht jedenfalls geht mit gutem Beispiel voran und bezieht gar kein Gehalt, sondern arbeitet letztlich für Kost und Logis.

Lectrice
13
19.9.2011, 19:42

Und Prada-Schucherl, kann sich ja schliesslich auch nicht jeder leisten.

Für die Kost & Logis zu "arbeiten" ist nicht für Gottes Lohn, denn so ein feudales und verwöhntes Leben zu führen kostet mehr als ein paar Ö. durchschnittlich verdienen.

scrollradl
 
31
19.9.2011, 12:12
ein "familienleben" ohne kinder ist keines

vielleicht adoptiert er welche

der eus
04
19.9.2011, 10:52
ich hab gar nicht gewusst,...

dass Benedikt XVI einen Harem führen darf. Das ist ja absolut unkatholisch!

Raphael Hythlodeus
03
19.9.2011, 11:32
Vier Frauen! Mich deucht, al-Ratzi ist ein Muselmann!

kelchstein
01
19.9.2011, 16:48
Er ist kein Muselmann

Im Islam sind die Haremsdamen nicht-muslimischer Herkunft, weil es verboten ist, Muslime zu versklaven. Die Damen des Papstes sind Katholikinnen :).

Alter Knacker
00
19.9.2011, 19:13

es ist auch eine absichtliche Herabwürdigung des Papstes, sein Küchenpersonal einen Harem zu nennen. Und wozu soll das gut sein ?

der eus
00
20.9.2011, 09:09
Herabwürdigung

ist es nur dann, wenn man muslimische Vorstellungen a priori für schlechter hält als katholische, lieber Alter Knacker!

Elisabeth Jarok
65
19.9.2011, 00:55
heile macho-welt

da ist die macho-welt halt noch im ordnung, im vatikan! die frauen putzen und kochen und räumen auf. und sind diskret.
und der mann herrscht. und lasst sich bedienen und bekochen.

nur im vatikan wird halt noch gott dazwischengeschaltet, damit den frauen eingeredet werden kann sie dienen ja gott und nicht einem mann.

wenn einer seinen eigenen Dreck nicht wegräumen kann, und sich selber die wohnung nicht putzen kann, und das anderen aufbürdet, genau DA fängt Unterdrückung und Ausbeutung an.

ivoryhunters
00
19.9.2011, 15:53
na und

wie beim fischer halt. der hat halt mehr lakaien.
aber staatsoberhaupt ist nun mal staatsoberhaupt.

ich sag so:
00
19.9.2011, 09:22

die einen nennen es arbeit, die anderen unterdrückung und ausbeutung.

Clarissa Goldsmithprawndown
30
19.9.2011, 00:30

Gerüchteweise soll "aus den damastbespannten Gemächern" noch kein einziger akustisch verständlicher Hilferuf die www.atheistische-religionsgesellschaft.at in Österreich, die doch so viel Gutes wirken könnte, erreicht haben ;)

la chiesa pontifica amen
30
19.9.2011, 15:02

Verunglimpfen Sie bitte die moralische Integrität des päpstlichen Haushaltes nicht durch den Hinweis auf Gutes anderer! Danke.

Wolkengedanken
00
21.9.2011, 21:07

Wie meinen Sie denn das jetzt wieder ? Es darf nichts Gutes über andere gesagt werden ? Wenn Gutes über andere gesagt wird, verunglimpft das den Papst ?

Pat the Baker
00
18.9.2011, 22:41
diskret?

Wenn alle so diskret sind, woher kommen dann diese Informationen, lieber Standard?

paradiselost
34
18.9.2011, 22:06
da sieht man's wieder:

zoelibataere maenner wuerden verhungern und im dreck ersticken, in zerrissenen lumpen herumrennen, koennten auch nicht kommunizieren und net amal in einem sauberen kappellerl beten, wenn's nicht dienstbare frauen gaebe...

und natuerlich schweigsame - mulier taceat in ecclesia...

wer katholisch ist und bleibt, ist selber schuld - oder ein mann ;-p

Chien de Pique
00
19.9.2011, 16:44

So ist es wohl auch nicht unbedingt, in Klöstern hat das ja auch funktioniert - da haben das alles etwa die zölibatären Laienbrüder gemacht.
Wie stellen Sie sich einen idealen päpstlichen Haushalt vor? Dass in so einer Position niemand selbst kocht und putzt, ist ja wohl nachvollziehbar, und wäre auch bei einem verheirateten Papst oder auch einer Päpstin nicht anders.
Zweifellos könnte der Papst auch männliche Laien, Seminaristen verwenden, Ordensmänner o.ä. verwenden, aber ich als Papst würde definitiv auch lieber wenigstens die paar Frauen um mich haben wollen.

Raziel1
31
19.9.2011, 10:39
wer katholisch ist und bleibt, ist selber schuld - oder ein mann

Nein, nur blöd.

Ist eh ein Phänomen, dass sich die Menschheit 2000 Jahre so verarschen lässt. Denken ist halt nicht Jedermann's Sache.

Michael Müller7
03
18.9.2011, 19:26

Jetzt bin ich aber baff. Der Papst hat nicht nur eine "Pfarrersköchin" sondern gleich einen ganzen Harem.

Vincent_Vega
01
18.9.2011, 20:58

er ist eben auch Papst und nicht bloß Pfarrer...

Er staunt
02
19.9.2011, 22:55

Pfarrer: Haushälterin
Bischof: Haushälterin + Putzfrauen
Kardinal: Haushälterin + Putzfrau + Köchin
Papst: Haushälterin + Putzfrau + Köchin + Kleiderassistentin

Ganz ohne positionsabhängige Incentives funktionieren streng hierarchische Strukturen halt nicht mal bei Leuten, die sowieo schon bereit sind, für nur ein kleines Taschengeld rund um die Uhr zu arbeiten, und das sogar an Sonn- und Feiertagen... ;-)

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