VP-Chef: Solidarbeitrag von Topverdienern

18. September 2011, 17:48

Finanzministerin Fekter entschuldigt sich für Vergleich mit Judenverfolgung

Wien - Es war keine Aufforderung, sondern eine Empfehlung durch die Blume: Maria Fekter könne eine Entschuldigung "durchaus noch anbringen", sagte Vizekanzler und ÖVP-Chef Michael Spindelegger in der ORF- Pressestunde am Sonntag und meinte damit ihre Aussage bei einem Treffen der Euro-Gruppe in Polen. Banken, Reiche und Vermögende würden als "Feindbilder" aufgebaut, hatte die Finanzministerin festgestellt: "Sowas hatten wir schon einmal, damals verbrämt gegen die Juden, aber damals waren ähnliche Gruppierungen gemeint."

Fekter erntete nicht nur Empörung von SPÖ, Grünen, BZÖ und der Caritas, auch Spindelegger machte der Sager keine Freude. Seine Parteifreundin solle ihre Worte künftig "sorgfältiger" wählen, sagte er. Fekter habe zwar zu Recht davor gewarnt, dass einzelne Gruppen "an den Pranger" gestellt würden, bei der "Verknüpfung" mit der Judenverfolgung müsse man aber sensibel sein: Niemand dürfe den Eindruck gewinnen, dass die ÖVP den Holocaust verharmlosen wolle.

In der Sache - der vieldiskutierten höheren Besteuerung von Vermögen - bleibt Spindelegger bei seinem und Fekters Nein. Sehr wohl wolle er aber "darüber reden, dass jene, die besonders viel verdienen, einen Beitrag leisten. (...) Aber nicht in Form von Enteignung, sondern immer in der Frage des Einkommens." Dies klang dann doch wie ein Kontrapunkt zur Finanzministerin, die erwägt, die Einkommensgrenze für den Spitzensteuersatz anzuheben.

Auch von Vermögenden wünscht sich Spindelegger einen Beitrag, aber ohne "Zwang": So könnten potente Geldgeber "freiwillig" einen "Hörsaal" oder ein "Forschungslabor" finanzieren.

Vehement drängt Spindelegger auf eine "Schuldenbremse", die insofern greifen soll, als die Politik über die fixierten Limits "nur mit Zweidrittelmehrheit drübersteigen" könne. Einsparungen fordert er bei den "Kostentreibern" ÖBB und Pensionen, wo ein Bonus-Malus-System einen späteren Antritt fördern soll.

Keine (öffentliche) Empfehlung will Spindelegger der krisengeschüttelten Wiener ÖVP bei der Suche eines Parteichefs geben. Dafür hat seine Anregung zu Beginn der Sendung prompt Früchte getragen. Per Aussendung ließ Fekter wissen: "Wenn sich durch meine Aussagen Menschen oder Gruppierungen verletzt gefühlt haben, bedauere ich dies zutiefst. Ein Vergleich mit dem Regime des Nationalsozialismus oder dem Holocaust war weder mein Ansinnen noch meine Intention. Daher entschuldige ich mich bei all jenen, die durch meine Aussagen irritiert waren." (jo, DER STANDARD, Printausgabe, 19.9.2011)

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FMGD
00
20.9.2011, 06:19

Ist so eine Hörsaalspend dann aber schon irgendwie von der Steuer absetzbar hoffentlich.

Benno Berghammer1
00
20.9.2011, 13:13
Solidarbeitrag der Politiker wäre gefordert...

Anstatt andauernd über neue Steuern nachzudenken und diese unter dem Schwindeltitel "Solidarabgabe" zu verkaufen, sollten mal die Politiker und die seit Jahrzehnten nötigen Strukturreformen angehen.

Dazu könnte man noch von den Politikern folgende Solidarbeitrag einfordern:

1. Abschaffung des Bundesrates als Versorgungsgremium für ehemalige Bundes- und Landespolitiker
2. Anpassung der Politikerpensionen in einem Zeitraum von 20 Jahren an die ASVG-Pensionen
3. Abschaffung von Arbeiterkammer und Industriellenvereinigung - eine Interessensvertretung
reicht ja wohl aus (Gewerkschaft und Wirtschaftskammer)
4. Radikale Vereinfachung der Verfassung um Landtage zu entlasten (Stichwort: 9 Landesverfassungen, 9 Landtage, 9 x Baurecht, etc., etc.

roli_roli
01
19.9.2011, 20:31

Falls der Herr Spindelegger wirklich einen konstruktiven Beitrag für unser Land leisten will, dann soll er den Hut nehmen. Und mit ihm alle ÖVP-Bünde, ÖVP-Minister und so weiter.

Genowo
01
19.9.2011, 18:49
Das ist das Ergebnis von 25 Jahren an den Futtertrögen der Macht:

borniert,
dekadent,
unsozial,
weltfremd
uneinsichtig,
abgehoben, ...

einfach ÖVP

radfahren -am auto?
01
19.9.2011, 17:56

spindi-kurs
wir zahlen nurmehr freiwillig
est gleicht einer enteignung sonst

also nur mehr freiwillig steuern zahlen

alle sind aufgefordert freiwillig einen teil ihrer gespitzten buntstifte der republik abzuliefern-sofort

CrangerMan
01
19.9.2011, 17:26

Wann lernt die ÖVP, dass Steuern grundsätzlich Enteignung sind? Die Taktik hinter dem Steuerzuschlag ist klar: Man will schön weiter die Vermögenden anlocken und die Banken befriedigen.

Bastardl
04
19.9.2011, 17:25
"So könnten potente Geldgeber "freiwillig" einen "Hörsaal" oder ein "Forschungslabor" finanzieren"

Haben das Vermögende nicht auch schon bisher machen können - glaubt der Spindi dass wir alle schon total verblödet sind (schwarz-blau hat zumindest bei mir sicher einige Gehirnzellen absterben lassen).
Dann würde mich noch sehr interessieren was er mit Enteignung meint, wohl wenn seine Klientel Steuern zahlen soll... Die Kapitalisten und ihre Steigbügelhalter sind schon so was von unverschämt frech, mich wundert bald nix mehr. :-(

0815-Kommentar
03
19.9.2011, 15:24
und noch eins:

statt einer schuldengrenze sollte fekter lieber den haushalt in den griff bekommen. wie schon grasser, molterer und pröll redet sie vom sparen, reduziert transferleistungen spart bei förderungen, aber das defizit steigt und steigt.

Felicitas Seligmann
01
19.9.2011, 15:21
Fekter war laut ihrem Ex-Herrn und Meister Schüssel Hinterbänklerin und sollte es wieder werden !!!

Na ja, die Fekter ist ja eigentlich eine Hinter-bänklerin. Zumindest wenn man dem Einmannkurs Wolfgang Schüssel (zweiter Teil Dietz als Master of Desaster schon lange abhanden gekommen) glauben darf. Apropos der Dietz seinerzeit: Die Fekter würde wie eine gezogene Handgranate herumschießen, weil sie etwas werden möchte. Vielleicht erleben wir also doch noch ein Wunder und die gezogene Hand- granate schießt so stark, dass sie sich wegen ihres dämlichen Vergeleiches dorthin zurückzieht, wo eine Mizzi Schotter eben hingehört: In die Schotter-versenkung.

masterpiece
01
20.9.2011, 05:47
eine handgranate " schießt " nicht, sondern explodiert ... eine metapher macht nur sinn..wenn man sie auch semantisch anzuwenden weiß...

Felicitas Seligmann
00
7.11.2011, 17:33

Die Metapher stammt nicht von mir. Übrigens ändert das nichts an der Person Fekter.

Tanja Strütmatter
01
20.9.2011, 09:15
Schauen sie sich doch an wie die Frau schreibt, mich wundert dass sie überhaupt etwas wahrnimmt.

Felicitas Seligmann
00
7.11.2011, 17:32

Der schlechte Zeilenumbruch ist nicht meine Schuld.

0815-Kommentar
05
19.9.2011, 15:20

na super, darf ich meinen laufend steigenden abgaben (streichung von steuerbegünstigungen, kalte progression) auch gegen eine zwangfreie finanzierung von staatlichen aufgaben tauschen?

fakt ist: seit 2000 wurden zahlreiche steuergeschenke an vermögen verteilt. mitten während der krise 2008 bspw. durch herrn pröll neffe.

bei arbeitseinkommen wurde der eingangssteuersatz hingegen von rund 10% auf 38% angehoben.

zumindest diese steuergeschenke sollte man rückgangig machen, denn offensichtlich bedeutet mehr reichtum nicht mehr arbeitspätze sondern mehr krisen.

raucherl
00
19.9.2011, 15:17

Solidaritätsbeitrag ist nur ein verschönter Ausdruck für Steuer - wie verblödet halten die uns??????

system1
00
19.9.2011, 16:38
es wird ihnen ja auch erst die sozialversicherungsABGABE

vom lohn abgezogen bevor sie lohnsteuer dafür zahlen.... dass das alles einerlei ist(geld das weg ist ist weg!) wird mit diesen sinnlosen benamsungen vertuscht.... als ob es einen unterschied macht, in welchen kanalgulli ich mein geld schütte.... in beiden fällen ist es für mich weg, bekommen tu ich in beiden fällen: NULL.

raucherl
00
19.9.2011, 19:13

Na, da schießen Sie über das Ziel. Werdens mal krank oder arbeitslos oder haben Sie einen Unfall, dann sind Sie froh, wenn Sie eine Sozialversicherung haben. Ich -ja.

RS69
 
00
19.9.2011, 19:17

Bei dem was die Sozialversicherung abzieht, geht sich schon einige Zeit krankheit aus.

Abgesehen davon ist - nachdem Andre ca 1/10 der Beiträge zaheln - zu 90% Umverteilung.

sociovation
05
19.9.2011, 14:42
Ich schlage vor, alle Studenten in Österreich zahlen ihre Miete nicht mehr

und wenn die Vermieter was haben wollen, rennen sie alle auf die Straße und schreien "Enteignung!!!"....

Sepp Temba
00
19.9.2011, 14:40
Typisch VerlogenheitsPartei

Spindelegger ist gegen eine Reichensteuer, aber für einen Solidarbeitrag der Reichen.

Was soll diese Verpopoung?

Finn McCool
04
19.9.2011, 14:40
Die Idee hat er vom Meischberger

Wie hat der damals zu seinen Millionenprovisionen gesagt, die er bei der BUWOG-Privatisierung kassiert hat: "Die Versteuerung des Geldes wurde sehr wohl angedacht, allerdings ist der Nachdenkprozess zu keinem Ergebnis gekommen"

matthias_87
08
19.9.2011, 13:51
wie blöd sind ÖVP wähler eigentlich?

außer die sprupelosen Egoisten, für die sie wirklich da sind hat ja kaum einer etwas davon die zu wählen.

playdude
02
19.9.2011, 14:20

da sind noch einige bürger die glauben im club der reichen zu sein und bauern die nix wählen was sie net kennen...
dabei sollte doch jeder einen bauernhof haben dürfen

a wiener kind
81
19.9.2011, 14:28
...kauf dir einen...

...bauernhof, dann hast einen! ..."sollte doch jeder einen HABEN DÜRFEN"...kommunist..?!

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