Euro-Hilfe

Glawischnig: "Faymann handelt höchst fahrlässig und verantwortungslos"

18. September 2011, 18:46
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    "Es gibt wenig Debatte darüber, was für Österreich sinnvoll ist oder nicht. Es gibt nur Plattitüden", sagt Glawischnig.

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    Glawischnig kritisiert Faymann scharf: "Faymann ist nie in Europa angekommen"

Grünen-Chefin kritisiert mangelnde Kommunikation des Kanzleramts und Faymanns Europapolitik

Es ist eine Premiere: Die grüne Parlamentsfraktion trifft ab heute, Montag, in Brüssel zu einer Klausurtagung im Ausland zusammen. Die 20 Mandatare des Natioalrates werden mit Parteichefin Eva Glawischnig und der gesamten Parteispitze an zwei Tagen in der EU-Hauptstadt unter anderem mit zwei EU-Kommissaren, Experten und Vertretern des Europäischen Parlaments konferieren.

"Wir wollen Flagge zeigen, nicht jedem rechtspopulistischen Wind nachgeben", sagt Glawischnig im STANDARD-Interview. Glawischnig übt sehr harte Kritik an Bundeskanzler Werner Faymann, vor allem in Zusammenhang mit der Euro-Hilfe, den Rettungspaketen für Griechenland: "Faymann ist da höchst fahrlässig", empört sich die grüne Parteichefin, er gäbe dazu "nur Plattitüden" von sich.

Seit Wochen bemühe sie sich beim Kanzleramt um die Dokumente zur Aufstockung des österreichischen Beitrags zum Euro-Rettungsschirm von 12 auf 22 Milliarden Euro. "Es gibt null Bewegung, bis zum heutigen Tag keinen Termin, keine Gesprächsaufnahme", schildert sie, "das geht alles am Parlament vorbei". Jedenfalls sei der SPÖ-Chef, was die Europapolitik betrifft, "wirklich ein Rückschritt, er ist in Europa nie angekommen", sagt die Grünen-Chefin.

***

STANDARD: Sie waren 1994/95 als Lobbyistin für Global 2000 in Brüssel. Die Grünen waren damals strikt gegen die EU und den Beitritt Österreichs, sechzehn Jahre später kommen Sie als Parteichefin mit dem gesamten grünen Parlamentsklub im Nationalrat zurück, um in der EU-Hauptstadt eine Klubklausur abzuhalten. Warum?

Glawischnig: Die österreichische Teilnahme an Europa ist Realität. Es gibt keine Diskussion mehr darüber, für oder gegen Europa, sondern nur mehr darum, welches Europa wir wollen, in welche Richtung es gehen soll, welches Europa man gestalten soll. Im Moment ist sicher eine Zeit, wo Europa in einer wirklichen Krise steckt, wo dieses Europa der Regierenden, der Regierungen abgedankt hat. Man braucht jetzt neue Wege, einen großen Sprung nach vorne, das ist auch der Grund für die Klausur in Brüssel. Wir wollen auch diesen Scheidepunkt thematisieren, vor dem die europäischen Strukturen stehen.

STANDARD: Was hat sich seither geändert ?

Glawischnig:  Damals, 94, 95, da gab es noch eine viel positivere Stimmung in Österreich, eine Aufbruchstimmung, was die Teilnahme Österreichs an europäischen Projekten betrifft. Im Moment geht es eher in eine andere Richtung. Da ist eher der Rechtspopulismus, der es fahrlässig unternimmt, Europa zu zerstören. Das sieht man nicht nur in Österreich, wo es besonders stark ist, sondern in anderen Ländern auch.

STANDARD: In Österreich werden Sie sich damit nicht beliebt machen. Gilt bei Ihnen Gegen-den-Strom-Schwimmen beim Europa-Thema als Prinzip?

Glawischnig:  Es ist das die zweite EU-Veranstaltung in Folge, wir haben schon im Sommer eine Klausur des Parteivorstandes diesem Thema gewidmet. Es geht vor allem um das Thema Finanzkrise, Wege aus der Krise zu zeichnen, um die Diskussion zu Eurobonds, in Richtung Reformagenda, was uns wichtig ist. Das hat sich damals zufällig überschnitten mit dem Treffen Merkel/Sarkozy.

STANDARD: Die damals ihre Entschlossenheit zur Ausbildung einer gemeinsamen europäischen Wirtschaftsregierung bekräftigt haben.

Glawischnig:  Es ist uns sehr wichtig, dass jetzt auf dem Höhepunkt der Krise, wo man von EU-Gipfel zu EU-Gipfel hechelt, dass man diese Vorschläge von Merkel und Sarkozy zum Ausbau einer Wirtschaftsregierung viel mehr in Richtung des Ausbaus demokratischer Strukturen entwickelt, dass ein großer Schritt nach vorne einfach notwendig ist.

STANDARD: Also mehr als nur Symbolik, dass erstmals ein österreichischer Parlamentsklub in Brüssel tagt.

Glawischnig:  Man muss dazu schon sagen, dass der Nationalratsklub als auch die Fraktion im Europäischen Parlament sehr vernetzt arbeiten. Da wird das Europathema von der EU-Ebene bis in die Gemeindeebene hinunter bearbeitet. Wir haben jetzt ein Servicecenter für alle Gemeinderäte gegründet, es geht um eine integrierte Politik auf allen Ebenen. Und auch eine gemeinsame Positionierung: Da findet man keine Unterschiede, es gibt nicht eine Fraktion, die in Brüssel A sagt, und die Grünen in Wien sagen dann B. Das gilt für die anderen Parteien nicht. Für die ist es eine Selbstverständlichkeit, nicht Klartext zu reden. Für uns ist es selbstverständlich, dass sich das deckt.

STANDARD: Haben Sie den Eindruck, dass sie da der Zeit voraus sind, entgegen dem grassierenden EU-Skeptizismus im Land? Bundeskanzler Werner Faymann hat bei den ORF-Sommergesprächen sogar die Formulierung verwendet „Wenn ich nach Europa fahre", so als wäre er in Österreich im EU-Ausland.

Glawischnig:  Das ist so absurd. Faymann ist da wirklich ein Rückschritt, da war Alfred Gusenbauer noch anders orientiert, sehr viel europäischer, er hat Europa mitgedacht. Faymann ist nie in Europa angekommen, wenn man seine Diktion fortsetzen will. VP-Chef Michael Spindelegger macht aber auch nicht irgendeine besondere Präsentation oder Figur. Also, wir haben teilweise Debatten im Hauptausschuss, wo Faymann sagt, als Lösung der Krise in Griechenland schlägt er jetzt eine Finanztransaktionssteuer vor. Das kann er den Boulevard-Zeitungen erzählen, aber nicht dem Hauptausschuss des Nationalrates. Da wird die Intelligenz der Abgeordneten zutiefst beleidigt. Es ist absurd. Um es als Bonmot zu schildern: Na ja, mit einer Finanztransaktionssteuer, so im üblichen Millionärs-Besteuerungsjargon hat er versucht, die Griechenland-Krise zu klären.

STANDARD: Von Brüssel aus hat man den Eindruck, dass es zwischen SPÖ und ÖVP aber doch einen klaren Unterschied gibt. Spindelegger vertritt eindeutig eine pro-europäische Haltung, betont das auch, und die ÖVP scheint in Sachen Europa grundsätzlich eher den Grünen näher zu sein. Umgekehrt klingt manches aus der SPÖ so, als nähere sie sich in Sachen Europa eher der FPÖ, weniger den Grünen an. Wie sehen Sie das?

Glawischnig:  Wenn es so wäre. Aber ob Spindelegger jetzt die Vorstellung von einer weiteren Vertiefung der EU hat, weiß ich nicht. Dass es jetzt um eine weitere Vertiefung gehen muss, das ist offenkundig. Die politische Union schwingt in allen Debatten als nicht eingelöstes Versprechen mit. Das muss jetzt endlich passieren. Sonst haben wir ein riesiges Problem. Das ist allen die nachdenken klar. In Österreich läuft aber weiterhin die Debatte nur über Souveränitätsverzicht. Was soll weiter nach Brüssel wandern, wo gibt es Kompetenzverlust. Wir sehen es genau umgekehrt. Gerade bei der „economic governance", der gemeinsamen Wirtschaftsregierung, da geht es für Österreich um einen Kompetenzgewinn.

STANDARD:Inwiefern, das müssen sie erklären?

Glawischnig: Wenn das wirklich gemeinsam auf europäischer Ebene gemacht wird. Was würde Österreich allein als kleine Nussschale in der weltweiten Finanztransaktionsdiskussion beitragen können? Was sollen wir als Österreich allein steuern können bei wirtschaftlichen Verhandlungen mit China, mit den USA?

STANDARD: Meinen Sie, in der Wirtschaftsregierung können wir uns zumindest einbringen.

Glawischnig:  Ja, wenn es wirklich funktioniert. Derzeit ist das ja nicht der Fall. Erst wenn man das wirklich vergemeinschaftet, dann gibt es überhaupt erst eine Handlungsoption für Österreich. Das ist der Gedanke, warum die Teilnahme an einer Wirtschaftsregierung für Österreich in Wahrheit ein Souveränitätsgewinn ist, nicht ein Verlust.

STANDARD: Der Kanzler hat dazu klare Worte gefunden: Eine Wirtschaftregierung, die in Österreich eingreifen könnte, komme für ihn überhaupt nicht in Frage.

Glawischnig:  Das ist nur der falsche Weg. So werden wir die Krise nicht lösen. Entweder es gelingt jetzt ein großer Sprung nach vorne, oder das europäische Projekt steht an der Kippe.

STANDARD: Nochmal zurück zur parteipolitischen Aufstellung in Österreich. So wie sie reden, hat man den Eindruck, die proeuropäischen Parteien sind eher die Grünen und die Schwarzen, die SPÖ entwickelt sich unter Faymann zu einer EU-skeptischen Partei, von FPÖ und BZÖ ist klar, dass sie die EU im Kern vehement ablehnen, siehe die Haltung zum Euro. Was bedeutet das auf längere Sicht?

Glawischnig:  Ich sehe das bei den Akteuren, Spindelegger, Fekter nicht. Es gibt auch den Unterschied, dass das Gesellschaftsbild der europäischen Konservativen komplett anders ist als das der Grünen. Wir wollen, was die Wirtschaftsregierung betrifft, Anbindung ans Parlament, volle parlamentarische Kontrolle, Ausweitung der Kompetenzen im EU-Parlament, und nicht 27 Regierungen, die die Kompetenz zu einer EU-Wirtschaftsregierung bekommen.

STANDARD: Der Vorwurf an die Grünen ist, dass ihre Vorstellungen von EU-Reform immer allzu maximal sind, aber unrealistisch. Um Europa voranzubringen, braucht es immer Kompromisse, und Zeit. Auf dem Papier lässt sich das leicht erreichen, aber im wirklichen Leben nicht. Ist das nicht ein berechtigter Einwand?

Glawischnig:  Natürlich. Nach der Pleite der Lehmann-Bank 2008, da war eine kurze Phase des Bewusstseins, dass man Europa wirklich braucht. Da gab es einen Boom des Vertrauens in Europa. Das ist leider wieder verloren gegangen, durch das Hecheln von EU-Gipfel zu EU-Gipfel, durch Beschlüsse und Papiere, die an den Parlamenten vorbeigingen. Es wurde nicht Klartext gesprochen. Dass die Sanierung Griechenlands etwas kosten wird, das muss allen klar sein. Die Wahrheit ist der Bevölkerung zumutbar. Einer der Schlüssel zu Europa ist Klartext reden. Man muss sagen können, dass die Dinge nicht einfach sind, dass es Geld kostet. Man muss dazusagen, dass wir als sehr kleines Land davon profitieren.

STANDARD: Vor zwei Monaten hat der grüne Finanzsprecher Werner Kogler im STANDARD bitter beklagt, dass das Bundeskanzleramt dem Parlament Informationen über den Euro-Rettungsschirm und die Griechenland-Hilfen vorenthält. Hat sich das geändert, gar gebessert?

Glawischnig: Null Bewegung. Es gibt dort überhaupt kein Bewusstsein, dass die Regierung die Stimmen der Grünen im Nationalrat braucht, um den permanenten Rettungsschirm ESM mit Zwei-Drittel-Mehrheit beschließen zu können. Es gibt keine gemeinsame Diskussion. Es gibt vom Kanzleramt bis zum heutigen Tag keinen Termin und auch keine Gesprächsaufnahme. Faymann hofft dass er die Reform des Artikel 136 im neuen EU-Vertrag auf 2012 verschieben kann, und ich weiß nicht, was seine Wahlkampfpläne sind. Aber es wird nicht ernsthaft angegangen. Ich finde das im übrigen fahrlässig, weil diese Geschichte für die Stabilität der Eurozone so wichtig ist. Und da herumzuspielen, das innenpolitisch hinauszuschieben, das ist höchst fahrlässig im Sinne von Sicherheit und Stabilität auch für die österreichische Bevölkerung.

STANDARD: Wie muss man sich das vorstellen? Ich nehme an, sie treffen als Parteichefin den Bundeskanzler regelmäßig, geht er Ihnen aus dem Weg, wie kann er sich da dem Gespräch über diese Dinge verweigern? Haben Sie ihn direkt damit konfrontiert?

Glawischnig:  Natürlich. Immer wieder. Schon vor dem Sommer gab es eine positive Entwicklung im Finanzministerium (seitens Maria Fekter, Anm.), die haben das geschnallt, dass das wirklich wichtig ist. Ich glaube die Strategie im Kanzleramt ist, es auf den Sankt Nimmerleinstag zu verschieben. Auch was die Begleitmaßnahmen betrifft. Wir haben noch nicht einmal die Unterlagen zum EFSF, dem aktuellen Euro-Rettungsschirm, auf dem Tisch. Die wollten dessen Aufstockung im Ruckzuckverfahren durch das Parlament peitschen. Bei uns heißt das Zahlungsbilanzstabilisierunggesetz, schreckliches Wort. Jetzt machen sie eine Sondersitzung, die Regierungsparteien. Wir haben die Unterlagen bis zum heutigen Tag nicht auf dem Tisch. Die Debatte, was für Österreich wirklich gescheit ist, ob es Sinn macht , über die Eurobonds zu diskutieren, ist das ein Nachteil oder ein Vorteil für das Land, das gibt es keine Debatte.

STANDARD: Verzeihen Sie, ich muss jetzt nachfragen, weil das verstehe ich jetzt nicht ganz. Die Aufstockung des Rettungsfonds EFSF ist doch zuletzt im Finanzausschuss diskutiert worden. Wie kann denn darüber debattiert werden, wenn es die schriftlichen Vorlagen zur Euro-Hilfe nicht gibt? Das verstehe ich, ehrlich gesagt, nicht.

Glawischnig:  Genau. Das ist das, was Alexander van der Bellen zum Teil wirklich zur Weißglut treibt. Vor den EU-Gipfeln, keine wirklichen Unterlagen. Das Bundeskanzleramt ist da wirklich verantwortungslos, höchst fahrlässig.

STANDARD: Noch einmal, Sie verfügen also offiziell nicht über das Dokument, das die Aufstockung des österreichischen Beitrags von 13 auf 22 Milliarden Euro im Euro-Rettungsfonds regelt, was in zehn Tagen im Nationalrat beschlossen wird.

Glawischnig:  Ganz genau.

STANDARD: Das ist aber interessant.

Glawischnig: Wir organisieren uns das dann immer über andere Quellen.

STANDARD: Sie treffen bei der Klausur in Brüssel drei EU-Kommissare, werden Sie das da zur Sprache bringen, dass eine Mehrheit zum permanenten Rettungsfonds im österreichischen Parlament keineswegs ausgemacht ist?

Glawischnig:  Wir haben mit Währungskommissar Olli Rehn schon früher Kontakt aufgenommen, erklärt, was unsere Vorschläge sind. Dasselbe haben wir mit Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker gemacht. Mit dem liberalen Fraktionschef im EU-Parlament, Guy Verhofstadt, werden wir das besprechen, und das auch im Kabinett von Rehn deponieren, was unsere Vorstellungen für Begleitmaßnahmen für den permanenten Rettungsschirm ESM sind.

STANDARD: Was ist das Ziel der Klausur in Brüssel?

Glawischnig:  Flagge zeigen, nicht jedem rechtspopulistischen Wind nachgeben. Wir fahren in einer Zeit, wo Europa in einer tiefen Krise steckt, wo man Strukturen ernsthaft überdenken muss. Regierungs-Europa hat abgedankt, man muss nun einen weiteren Schritt in Richtung Vertiefung gehen. Ohne das wird das Projekt große Schwierigkeiten haben weiter zu bestehen. Das ist meine persönliche Überzeugung.

STANDARD: Und was die Grünen als Partei betrifft?

Glawischnig:  Natürlich versuchen wir auch für unsere Vorstellungen zu werben und Allianzen zu finden.

STANDARD: Zur Griechenland-Hilfe, soll die fortgesetzt werden wie bisher?

Glawischnig:  Man ist einen richtigen ersten Schritt gegangen mit der Beteiligung der privaten Gläubiger. Aber diese Ideen wie Griechenland rauszuschmeißen, das ist völliger Quatsch. Man wird um eine Teilentschuldung nicht hinwegkommen, man muss einen Haircut machen, der Substanz hat. Ansätze dafür gibt es ja seit dem Juli-Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs. Ich sehe keine andere Möglichkeit. Wir sind eine Währungsunion, und sitzen im gemeinsamen Boot. Aller anderen Varianten sind nur teurer. Das muss man auch sagen. Bei dem, was die Rechten vorschlagen, wird verschwiegen, was das für die österreichische Stabilität bedeuten würde.

STANDARD: Aber die Grünen sind bei dem, was in der Griechenland-Hilfe aktuell gemacht wird, überhaupt nicht eingebunden, wenn ich Sie vorher richtig verstanden habe.

Glawischnig: Wie gesagt, das passiert vollkommen auch am österreichischen Parlament vorbei. Bei Gipfelvorlagen legt Faymann sich im Vorfeld nicht fest, und stimmt im Nachhinein allem zu. Es gibt wenig Debatte darüber, was für Österreich sinnvoll ist oder nicht. Es gibt nur Plattitüden. (Thomas Mayer, DER STANDARD, 18.9.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 272
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Wo ist mein Geld
00
23.9.2011, 07:53
Der Titel ist schon lustig

Faymann handelt ..........?!?!?!?

nick delasoul
00
21.9.2011, 18:36
volkswirtin glawischnik spricht!

frau, bleib bei deinen gurken!

CentralAI
00
21.9.2011, 18:19
Alles Korrekt

Dass hier zumindest annähernd Lösungsorientiert gedacht, und argumentiert wird gefällt mir.

Jedoch wird der gemeinde Österreich wieder einmal nichts damit anfangen können.

Die Grünen brauchen eine klare, einfache und positive Kommunikationsstrategie.

Wo sind wir, was machen wir, wo wollen wir hin!

Diese Fragen stellen sich SPVP nicht einmal mehr, würden beim Wähler aber gut ankommen.

Markus Freyberg
00
21.9.2011, 11:45
Diese Glawischnig ist wirklich beieindruckend.

Schade nur, dass sie als Grüne so skurrile Ansichten über Umwelt- Verkehrs- und Ausländerpolitik hat. Wäre sie da pragmatischer wäre sie absolut wählbar.

Briefmarkenkleber
01
20.9.2011, 16:08
Glawi spricht, Strachi gewinnt....

powerpack
00
20.9.2011, 09:27
die grünen werden immer lustiger

jetzt wollen's plötzlich wie man heute liest doch, dass die staaten in konkurs gehen können. vor kurzem hat's noch geheißen wir sollen unbedingt eurobonds unterstützen und damit die schuldenlast dieser staaten tragen (zu lasten unserer sozial- und gesundheitssysteme?!)

anscheinend ist man dann nachträglich draufgekommen, dass dies vielleicht nicht so gut bei der bevölkerung ankommt?!

Ankick
 
00
20.9.2011, 00:00
(1) Danke.

Die Grünen waren für mich die einzige noch entfernt wählbare Partei in Ö. Dank ihrer Mitentscheidung Ende September muss ich aber nicht mehr zur Wahl gehen.

Wofür die Grünen wahrscheinlich mit der "Fraktion im Europäischen Parlament sehr vernetzt" stimmen werden: Ein Gremium auf europäischer Ebene, auf das weder Souverän noch Parlament Einfluss hat, eine *dauerhafte* Einrichtung zur Aufrechterhaltung eines kriminellen Finanzsystems, welche zunächst ein Budget von 700.000.000.000 € frei verwaltet, jederzeit erhöhen kann, Zahlungen von den Unterzeichnern einklagen kann, das selbst aber weitestgehend Immunität besitzt.

http://consilium.europa.eu/media/121... y%20en.pdf

Ankick
 
00
20.9.2011, 13:01
(2)

Schmankerln:
"The European Council agreed on 17 December 2010 on the need for euro area Member States to establish a permanent stability mechanism."

"The Board of Governors may call in authorised unpaid capital at any time and set an appropriate period of time for its payment by the ESM Members."

"The ESM, its property, funding and assets, wherever located and by whomsoever held, shall enjoy immunity from every form of judicial process except to the extent that the ESM expressly waives its immunity [...]"

"The archives of the ESM and all documents belonging to the ESM or held by it, shall be inviolable." (!)

eu-nein
11
19.9.2011, 21:37
Die EU ist nicht die einzige Möglichkeit um mit anderen europäischen Staaten zursammenzusarbeiten. Mit der EFTA kann man auch Handelsverträge schließen.

Europa ja, aber ohne Schuldenunion und Haftungs- u. Transferunion. Der ESM bringt Schulden für Generationen zum Vorteil der Hochfinanz, wie Lehmann und Co.

Austeigen um neue Verträge zu begründen. Verträge für Rechtsstaat, Sozialstaat und Demokratie:

Unterstützt die Einleitung des EU-Austritts-Volksbegehrens: www.eu-austritts-volksbegehren.at

powerpack
00
20.9.2011, 09:25
absolut richtig

hätte sich europa auf eine zusammenarbeit und gemeinsame stimme in wirklich wichtigen dingen verständigt, etwa bei der außenpolitik oder bei fragen des welthandels, dann wäre dies vollkommen ausreichend gewesen.

stattdessen wird genau in diesen fragen von jedem staat sein eigenes süppchen gekocht, während jedes kleinste, auch noch so unwichtige detail inzwischen via brüssel per richtlinie geregelt wird.

ja wir brauchen dringend eine einheitswährung, aber eine gemeinsame außenpolitik ist natürlich nicht notwendig?!

dies alles schafft eine geradezu absurde melange an überreglementierung und beschneidung nationaler kompetenzen auf der einen seite und chaotischer nationalentscheidungen in wichtigen fragen auf der anderen.

Hans Funkelfels
00
19.9.2011, 23:39

Mit Verlaub, EFTA als Alternativ ist eine Schwachsinnsidee, da bekommt man nur die Nachteile, oder überhaupt mitbestimmen zu dürfen.

eu-nein
00
20.9.2011, 06:33

Die EFTA ist eine Freihandelsorganisation, welche z.B. die Landwirtschaft aus dem Freihandel ausnimmt und keinen großen Beamtenapparat bezahlt. Freihandel ja, wenn Österreich das will und nein, wenn die heimischen Betriebe geschützt werden müssen. Die EU verpflichtet zum Freihandel in jedem Fall.

Hans Funkelfels
00
20.9.2011, 11:07

Wenn man Mitglied der EFTA ist auch. Bei der EFTA ist wie gesagt man den EU-Markt "ausgeliefert" ohne mitbestimmen zu können.

Und diese "Beamtenapparat" Kampfbegriff ist auch ein Märchen. Man kann über die EU kritisieren, aber da ist sie ausgesprochen effizient. Die Stadt Wien hat alleine schon mehr Beamte als die EU.

CrangerMan
20
19.9.2011, 17:28

Ich weiß nicht, ob mir Glawischnig sympathischer geworden ist oder alle anderen unsympathischer.

0815-Kommentar
00
19.9.2011, 15:36

nach den tschick-automaten ist glawischnig zur abwechslung mal wieder im ernsten fach.

mehr europa im europäischen parlament ist sicher zu befürworten, mehr europa bei den staatschefgipfeln jedoch sicher nicht.

und wenn das mit dem bundeskanzleramt stimmt, frage ich mich wozu es den jüngst ernannten europa-berater gibt.

franz der freie
 
00
19.9.2011, 14:20
vielleicht sollte man eine volksabstimmung machen ?

die grünen sind doch der meister der basisdemokratie. in diesem falle werden sie aber dennoch brav mit faymann mitstimmen. so blöd sind sie ja auch nicht. sie wissen, wie eine va über den rettungsschirm ausgehen würde> negativ. letzten endes wollen sie ja auch die griechen "retten", koste es was es wolle. schliesslich waren wir vor langer zeit eines der reichsten länder der erde.wenn die rot-grünen weiterhin im rettungsbusiness tätig sind, werden wir alle mit dem fahrrad fahren, weil wir uns ein auto nicht mehr leisten werden können.

Ritter vom Arlberg
00
19.9.2011, 14:09
Wenn wundert 's!

Faymann wird doch nicht etwas gegen die Linie der Kronenzeitung machen. Da sollte doch längst bei Frau Dr. Glawischnig angekommen sein. Oder ist sie wie ihr Parteifreund Dr. Pilz auf dem linken Auge blind.

Mir fällt nur auf, daß die Grünen in Sachen ÖBB-Inserate sehr ruhig sind. Will man es sich mit Faymann nicht verscherzen und greift ihm daher nur beim Nebenthema EU an?

ebene600
48
19.9.2011, 14:05

kalte augen, fast reptiloid

Mostbluzza
00
19.9.2011, 15:09
und dabei eine schöne fassade

wie die eu. die grünen waren schon am richtigen dampfer damals, rein intuitiv. heute sind sie eu lakaien. gut, eine wirtschaftspartei waren sie ja nie, aber in sache umwelt/tier und naturschutz ist die eu auch kein grosser wurf, im gegenteil.

also was hält euch dort, im fernen europa, außer der wohlwollenden kohle im überfluss?

eknaD
00
19.9.2011, 14:17

*
zumindest einen Gehirnbereich, den man Reptiliengehirn nennt (auch wenn das vielleicht wissenschaftlich nicht ganz up to date ist von der Bezeichnung her) haben wir alle.
Je mehr wir uns von Furcht leiten lassen, desto mehr kommt das Reptiliengehirn in den Vordergrund.

Deß Dr. Gonzo Merck=Wuerdige Meynungen & Merckungen
 
20
19.9.2011, 13:50
wir brauchen bad länder

bad banks haben wir schon, jetzt brauichen wir auch bad länder. am besten in jedem land mit starkem populismus eines.
dort sollten sich alle hinverfügen dürfen, die glauben, daß ihr land aus der EU austreten soll. gegen verzicht auf ausübung des wahlrechts gibts dort kostenlos und rund um die uhr übertragungen von formel 1-rennen, gratis-p0rn0, freibier, heute und österreich gibts ohnehin gratis. - für österreich würde sich dafür kärnten anbieten, trotz drohender bevölkerungsdichte wie in bangladesh.
vielleicht schaffen wirs dann, daß aufs gesamte genommen nicht mehr so ein stiefel gewählt wird.

die naive
00
19.9.2011, 13:43
Danke Frau Glawischnig, das genügt....

Wir wollen Ausweitung der Kompetenzen im EU-Parlament!

eknaD
00
19.9.2011, 13:17

*
"Diejenigen, die verfügen, wähl ich nicht und diejenigen, die ich wähle, die verfügen nicht".
*
(mit verfügen ist gemeint, dass man über die Einnahmen und die Ausgaben eines Staate verfügt)
http://www.youtube.com/watch?v=J... e=youtu.be
(das Zitat ist ab circa Minute 4, insgesamt ein ca. 15-minütiger Video-Ausschnitt)

ubu roi
53
19.9.2011, 13:15

finde ich einmal eine gute aktion der grünen. das einprügeln auf die eu auch seitens der övp ist in österreich nicht mehr auszuhalten, schön, dass es wenigstens eine (!) partei gibt, die sich dagegenzuhalten traut. bitte weiter so, eine horizonterweiterung wird auch den grünen selbst guttun.

blauwal
 
00
19.9.2011, 13:05
was ich nicht verstehe

was ich nicht verstehe bei den leuten die parteien wählen, die das eigene steuergeld großzügig an andere länder umleiten wollen, das sich die keine gedanken darüber machen, das sie die zahler sind. wenn man heute unter 35 ist, u. schlußendlich fürs eignene leben aufkommen muss, dazu noch für den staat (beamte ,pensionen usw.) u. dazu wird am rücken noch draufgeschnallt, die erhaltung der griechen ,portugiesen usw. die jungen leute werden es sehr schwer haben ( ausgenommen die politgünstlige u. konsorten )

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