Auffanglager überfüllt, Angst vor Revolten - Kaufleute protestieren: "Unsere Insel ist nicht Alcatraz"
Rom - Die Flüchtlingswelle in Richtung Lampedusa lässt nicht nach. In den vergangenen drei Tagen erreichten insgesamt 480 Tunesier die Mittelmeerinsel. In der Nacht auf Sonntag trafen drei Boote mit insgesamt 287 Menschen an Bord auf Lampedusa ein. Die letzten 167 Migranten erreichten die Mittelmeerinsel zwischen Sizilien und Tunesien mit Hilfe der Küstenwache, die das Boot mit den in Seenot geratenen Migranten noch retten konnte.
Lampedusa appelliert an Rom
Auf Lampedusa herrscht Aufregung wegen der hohen Anzahl von Migranten. 1.500 Ausländer, darunter viele Minderjährige, befinden sich im Auffanglager der Insel. Der Bürgermeister Lampedusas, Dino De Rubeiis, appellierte erneut an die Regierung, Hilfe zu leisten. In den vergangenen Tagen sei es wiederholt zu Protesten tunesischer Migranten gekommen, die von Italien aufgrund eines Anti-Migrationsabkommens mit Tunesien in ihre Heimat abgeschoben werden sollen. Auch der Verband der Hoteliers und Kaufleute der Insel forderte in einem Appell an die Regierung Berlusconi, dass die Migranten sofort aufs Festland gebracht werden. ''Lampedusa ist kein Alcatraz'', lautet ihr Slogan.
Seit Beginn der Krise in Nordafrika sind offiziellen Angaben zufolge 26.000 tunesische Migranten auf Lampedusa eingetroffen, weitere 28.000 Flüchtlinge seien in Libyen in Richtung Norden aufgebrochen. Aufgrund eines zwischen Italien und Tunesien abgeschlossenen Abkommens werden tunesische Migranten in ihre Heimat abgeschoben, was heftigen Protest unter den Tunesiern ausgelöst hat. (APA)