Wahlen in Lettland

"Russen" größte Partei, aber noch ohne Mehrheit

18. September 2011, 08:33
  • Artikelbild
    foto: epa

    Nils Usakovs, Spitzenkandidat der Partei "Harmoniezentrum".

"Harmoniezentrum" mit knapp 29 Prozent Wahlsieger - Partei von Premier Dombrovskis an dritte Stelle zurückgerutscht

Riga - Die von ethnischen Russen dominierte Partei "Harmoniezentrum" hat sich als Wahlsieger bei der Parlamentswahl in Lettland erwiesen. Die Mitte-Links-Formation unter der Führung des Bürgermeisters von Riga, Nils Usakovs, konnte nach Angaben der Zentralen Wahlkommission von Sonntag früh nach Auszählung von über 97 Prozent der Wahlkreise 28,6 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen. Die rechtsliberale "Einheit" des amtierenden Regierungschefs Valdis Dombrovskis rutschte mit 18,64 Prozent auf die dritte Stelle zurück.

Auf Anhieb auf den zweiten Platz schaffte es die "Reformpartei" (ZRP) von Ex-Präsident Valdis Zatlers mit 20,69 Prozent. Zatlers hatte die vorgezogene Parlamentswahl mit einem Referendum initiiert, um gegen den Einfluss von angeblich korrupten "Oligarchen" in der lettischen Politik zu protestieren. Nachdem ihm das Parlament wie zum Beweis für seine Anschuldigungen eine zweite Amtszeit verweigerte, gründete er eine eigene Partei.

Koalition ohne Wahlsieger möglich

Ebenfalls ins Parlament einziehen können die Grünen/Bauernunion des Ventspilser Bürgermeisters und Geschäftsmanns Aivars Lembergs mit 12,16 und die rechtsextreme Nationale Allianz mit 13,71 Prozent, die ihren Stimmenanteil beinahe verdoppeln konnte. Sämtliche andere Parteien blieben unter einem Prozent.

Da keine Partei die absolute Mehrheit im Parlament erringen konnte, kündigten in der Wahlnacht sowohl Usakovs als auch der bisherige Premier Dombrovskis an, Sondierungsgespräche mit Zatlers über die Bildung einer neuen Regierung führen zu wollen. (APA)

Kommentar posten
12 Postings
rasenmähermann
11
18.9.2011, 07:05

Und wir streiten über Ortstafeln. In Punkto Minderheitenschutz ist Kärnten im Vergleich zu Osteuropa immer noch der reinste Kindergeburtstag.

Cavaliere Austriaco
51
18.9.2011, 02:11
ausbürgern sollte man sie...

maulwurfmeister
00
18.9.2011, 21:42
wenn und wieso?

marcopolo1971
 
13
17.9.2011, 21:53

Dänemark, Lettland, and counting....

BPC
11
18.9.2011, 12:33

Wenn man bedenkt, wie viele Letten einen russischen "Hintergrund" haben, würde es aber sehr "einsam" in Lettland werden ;)

Joseph EU
11
22.9.2011, 02:02
Hintergrund....

nennen sie Okkupation ???

NONE
12
18.9.2011, 00:12

Kein Wunder, was die EU hier aufgeführt hat ist eigentlich schon das Ende der EU.

Jetzt werden die Nationalstaaten ein comeback feiern.

marcopolo1971
 
10
18.9.2011, 11:31

Ok, Sie haben das Wahlergebnis nicht verstanden.

LiLaLuxemburg
50
17.9.2011, 21:20
Prognose... Wahlsieg... Russland...

Wahlen mit ungewissem Ausgang? In Russland?? Irgendwas stimmt da nicht...

birka
00
18.9.2011, 11:20
?!?

Russland, Lettland, alles das selbe...?

LiLaLuxemburg
00
18.9.2011, 11:29
Das war ein diskreter Hinweis darauf

dass die Meldung gestern abend noch unter "Russland" eingeordnet war!

birka
00
18.9.2011, 11:54

ah dann macht das schon mehr Sinn

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.